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Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen/CLP Meldung

 

Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen

Eine mit REACH eng verknüpfte Verordnung ist die Verordnung zu Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen – die CLP-VO (engl. Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures). Beide Verordnungen ergänzen einander. In der REACH Verordnung werden im Rahmen der Registrierung Daten aus Tests zu Stoffen erhoben, um die Stoffeigenschaften zu bestimmen. Die Stoffe werden anschließend nach den Regeln der CLP-Verordnung eingestuft und gekennzeichnet. Aus dem Zusammenspiel der beiden Gesetze ergibt sich folgender Ablauf (Beispiel):

  1. Die physikalisch-chemischen Tests nach Anhang VII von REACH kommen z.B. zu dem Ergebnis, dass der Flammpunkt eines flüssigen Stoffs < 23°C und der Siedebeginn < 35°C ist.
  2. Ein Stoff mit solchen Eigenschaften wird nach den Regeln der CLP-VO in die Kategorie 1 entzündbare Flüssigkeiten eingestuft.
  3. Ein solcher Stoff ist dann mit dem zugehörigen Gefahrenpiktogramm  , dem Signalwort "GEFAHR" und den entsprechenden Gefahren- und Sicherheitshinweisen zu kennzeichnen.
  4. Die Kennzeichnung muss in dann nach bestimmten Regeln, die in der CLP-VO in Anhang I festgelegt sind, auf dem Kennzeichnungsschild (Label) der Verpackung aufgebracht werden.

Der erste Schritt zu einer Einstufung und Kennzeichnung erfolgt also unter der REACH Verordnung. Die Schritte 2.-4. spiegeln die namensgebenden Prozesse der CLP (Classification, Labelling and Packaging) wieder.

Bestimmte Einstufungen können wiederum in REACH Prozessen zu erweiterten Pflichten führen (z.B. Erstellung von Sicherheitsdatenblättern, Identifizierung von SVHC, wenn sie krebserregende, mutagene oder reproduktionstoxische Eigenschaften oder PBT-Eigenschaften haben).

CLP ist die europäische Umsetzung des GHS-Systems (abgeleitet durch die Implementierung des Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals der Vereinten Nationen in die EU). Es soll dazu dienen eine verstärkte weltweite Harmonisierung der Kommunikation über gefährliche chemische Stoffe zu erreichen. Mit der Einführung wird schrittweise das bestehende System zur Einstufung und Kennzeichnung nach den Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG abgelöst. Stoffe müssen ab dem 01 Dezember 2010 zwingend nach dem neuen CLP-System eingestuft werden. Dennoch muss parallel die Einstufung nach der alten RL 67/548/EWG im Sicherheitsdatenblatt weitergeführt werden, um die Einstufung der Gemische in einer Übergangszeit zu gewährleisten. Gemische müssen dann ab dem 01. Juni 2015 nach CLP eingestuft werden.


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CLP –Meldung zum Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis

Das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis ist ein neues Instrument des Chemikalienrechts (CLP-Verordnung Artikel 39 und 40). Alle Hersteller und Importeure von Stoffen müssen hier die Einstufung und Kennzeichnung ihrer Stoffe  in dieses zentrale Verzeichnis melden. Das geschieht unabhängig von Mengenschwellen, also nicht nur oberhalb 1 t Jahresproduktion/Importmenge wie bei REACH! Die Erfüllung von einer der folgenden Bedingungen ist ausreichend.

Es müssen alle Stoffe gemeldet werden, die

registrierpflichtig nach REACH sind

oder

gefährlich nach der CLP-Verordnung sind.

Das gilt auch für Stoffe, die in Gemischen importiert werden, wenn sie darin in Konzentrationen enthalten sind, die zu einer Einstufung des Gemischs als gefährlich führen.

Ist zum Beispiel ein krebserregender Stoff der Kategorie 3 zu mehr als 1 % in einem Gemisch enthalten, so ist das Gemisch als gefährlich einzustufen und der Stoff muss gemeldet werden.

Bei einem krebserregenden Stoff der Kategorie 1 oder 2 liegt die Grenze bei nur 0,1 % ab der das Gemisch als gefährlich gilt und die Stoffe gemeldet werden müssen.

Dabei wird jeder Stoff für sich betrachtet. Das heißt, dass bei sogenannten additiven Eigenschaften (z.B. reizende oder giftige Eigenschaften) der einzelne Stoff zu einer Einstufung führen muss.

Hat der Hersteller oder Importeur den Stoff bereits nach REACH registriert, wird die Einstufung und Kennzeichnung aus dem Registrierungsdossier automatisch in das Verzeichnis übernommen und dieser Akteur muss keine separate Meldung mehr vornehmen.

Stoffe, die bereits vor dem 01 Dezember 2010 und danach fortlaufend in Verkehr gebracht werden, müssen bis zum 03. Januar 2011 gemeldet werden.

Für alle Stoffe, die nach dem 01. Dezember erstmalig importiert werden, gilt eine Frist von einem Monat innerhalb derer sie gemeldet werden müssen (wird also ein Stoff erstmalig am 05. Mai 2011 in Verkehr gebracht muss er bis zum 05. Juni gemeldet werden).


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Technische Abwicklung der Meldung zum Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis

Die Meldung geschieht auf elektronischem Wege über die REACH-IT der ECHA. Es gibt drei Wege die Meldung vorzubereiten und abzuwickeln. In jedem Fall wird ist die Anmeldung bei der REACH-IT der ECHA nötig. Firmen, die bereits einen Account für die REACH Registrierung besitzen, können diesen natürlich nutzen. Firmen, die bisher noch keine Pflichten unter REACH hatten, müssen sich einmalig neu anmelden.

Die ECHA hat zwei Informationsbroschüren zur Anmeldung bei der REACH-IT herausgegeben. Die deutsche Fassung der Dokumente finden Sie hier:

Erste Schritte in der REACH-IT

REACH-IT Anmeldung und Nutzerverwaltung

Die Einstufung und Kennzeichnung kann auf folgenden Wegen erstellt und übermittelt werden:

  1. Es erfolgt eine Anmeldung über das REACH IT Portal und die Eingabe erfolgt über nacheinander folgende Eingabemasken (Eingabeassistent) in die man seine Angaben direkt eintragen kann. Nach der Eingabe von Daten zur Stoffidentität hat man hier die Möglichkeit nachzusehen, welche Meldungen zu dem betreffenden Stoff bereits bestehen. Ist bereits eine der eigenen Einstufung entsprechende Meldung vorhanden kann man seine Eingabe abkürzen indem man der bestehenden Meldung zustimmt (ACHTUNG: die Verantwortung für korrekte Angaben liegt beim Übermittler, man sollte also vorher wirklich seine Einstufung durchgeführt haben.).
  2. Man legt den Stoff zunächst in IUCLID 5.2 an (oder er ist eventuell schon angelegt, da er zu einem späteren Zeitpunkt registriert werden soll). Anschließend gibt man die Angaben zur Einstufung und Kennzeichnung ein und exportiert ein Dossier zur CLP-Meldung. Diese Datei kann man in seinem Account bei der REACH-IT hochladen und übermitteln. Eine genaue Beschreibung findet sich in einem ECHA Manual

  3. Für Nutzer, die kein IUCLID 5.2 haben, gibt es ein EXCEL basiertes Tool mit Makros in das der Nutzer seine Angaben eintragen kann und so eine Datei erzeugen kann, die dann wie unter Punkt 2 beschrieben übermittelt werden kann. Das Tool ist bei der ECHA erhältlich 

Eine Übersicht darüber welche Daten genau übermittelt werden müssen liefert die ECHA Praxisanleitung 7: Meldung von Stoffen zur Aufnahme in das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis 

Neben der individuellen Meldung besteht auch die Möglichkeit eine Gruppenmeldung durchzuführen Muss z.B. ein Stoff 2011 gemeldet ,aber erst 2013 registriert werden, kann der Lead Registrant eines SIEFs die Meldung für alle Teilnehmer einer gemeinsamen Registrierungseinreichung vornehmen. Aber auch andere Firmen können sich zusammenschließen und gemeinsam in einer Gruppe die Meldung durchführen.

Dazu muss zunächst direkt in der REACH-IT über den Firmenaccount oder über ein weiteres EXCEL Tool  eine Gruppe definiert werden. Dabei werden Angaben zu den Firmen zusammengetragen, die zu der Gruppe gehören sollen (z.B. die Identifizierungsnummern der REACH IT Accounts – die UUID Nummern – der einzelnen Firmen). Anschließend führt ein Teilnehmer der Gruppe die Meldung durch und übermittelt gleichzeitig die Gruppeninformationen.


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Angebote von ECHA und Helpdesk

Die enge Verknüpfung findet sich auch bei den Internetangeboten zum Thema REACH wieder. Die ECHA hat auf ihren Seiten eine Sektion CLP eingerichtet, um hier unterstützend tätig zu sein. Auch das nationale REACH-Helpdesk in Deutschland wurde in REACH-CLP Helpdesk umbenannt und liefert Informationen zu diesem Themenbereich


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Angebote des UBA

Außerdem hat das Umweltbundesamt einen Leitfaden erstellt, der dem Nutzer die Neuerungen des CLP-Systems erklärt und ihn in die Anwendung der dort festgelegten Methoden zur Einstufung und Kennzeichnung einführt. In einem neu angefügten Teil II werden die Unterschiede zwischen alter und neuer Einstufung und Kennzeichnung eingehend hervor gehoben.

Das Umweltbundesamt hat in seiner Veranstaltungsreihe "REACH in der Praxis" eine Veranstaltung zur Einführung der neuen Regeln in die betriebliche Praxis durchgeführt. Die Vortragsunterlagen können dort bezogen werden. Es sind auch weitere Materialien zum Thema von Verbänden und Berufsgenossenschaften dort verfügbar.


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Weitere Seiten zum Thema CLP

VCI (REACH und CLP) 

BG Chemie (CLP Informationen, unter anderem ein online basiertes Tool zur Umstufung von alter zu neuer Regelung)


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