Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2009-12

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg, ein Projekt, das von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg initiiert wird, um die Wirtschaftsakteure die der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach.hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


1. Neue Kandidatenliste im Januar 2010

Eine Aktualisierung der Kandidatenliste um 15 weitere Stoffe, die die Kriterien als besonders besorgniserregend erfüllen, wird im Januar 2010 erwartet.
Mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung auf der Kandidatenliste gelten die Pflichten zur Information nach Artikel 33, für Stoffe, die in Mengen von mehr als 0,1% in Erzeugnissen enthalten sind, auch für diese Stoffe.
Die Liste der vorgeschlagenen Stoffe finden Sie hier.
Dort sind auch die Dokumente zu finden, die eine Identifizierung des Stoffes als einen SVHC unterstützen. Die Dossier enthalten zudem auch Informationen, wo diese Stoffe enthalten sein können bzw. wofür sie eingesetzt werden.
Hier geht es zur aktuellen Kandidatenliste.


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2. REACH-HH Webseite mit neuen Informationen

Die Umsetzung des REACH Prozesses entwickelt sich immer weiter und die erste Frist zur Registrierung von Stoffen naht. Um den Nutzer des REACH Hamburg Internetauftritts weiterhin aktuell auf dem Laufenden zu halten, hat das REACH Hamburg Team begonnen weitere Themen aufzunehmen.
Neue Themen sind:

  • Einstufung und Kennzeichnung
    Diese Rubrik enthält Informationen rund um die neue CLP–Verordnung (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures), die zusammen mit REACH den neuen Rahmen der Chemikalienpolitik bildet. Nach diesen Regeln müssen Stoffe bereits ab Dezember 2010 eingestuft und gekennzeichnet werden. Zubereitungen sind ab 2015 nach CLP einzustufen und zu kennzeichnen. Die CLP-Verordnung löst die alte Stoffrichtlinie (67/548/EWG) und die Zubereitungsrichtlinie (1999/45/EG) schrittweise ab.
  • Kommunikation in der Lieferkette
    Dieser Bereich stellt Informationen für Registranten und Nachgeschaltete Anwender unter REACH zur Verfügung. Es werden die Themen Sicherheitsdatenblätter und Expositionsszenarien, Kommunikation über Verwendungen im Rahmen einer Registrierung (Use Descriptor System, Übersicht über Branchen, die Verwendungen für ihren Sektor zusammengestellt haben, das „Mapping“, durchgeführt haben) dargestellt.

Die REACH Hamburg-Website ist zu finden unter http://reach.hamburg.de/index.html


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3. ECHA und Bundeshelpdesk mit speziellen Informationsseiten zur neuen Einstufung und Kennzeichnung nach CLP

Die ECHA und das Helpdesk der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) haben zur Unterstützung der Industrie ihr Internetangebot um das Thema "Neue Einstufung und Kennzeichnung nach CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures)" erweitert. Damit heißt das Bundeshelpdesk der BAuA nun auch REACH-CLP-Helpdesk.
Dies sind die CLP-Seiten der ECHA
Und hier finden Sie die CLP-Seiten des nationalen REACH-CLP-Helpdesks.


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4. Neues aus ECHA und Kommission

Überarbeitung Annex II von REACH

Der Annex II von REACH zu Form und Aufbau des Sicherheitsdatenblatts wird bezüglich seiner Anpassung an die Anforderungen aus der CLP-Verordnung überarbeitet. Daraufhin hat sich ein Arbeitskreis der EU auf einem Treffen geeinigt. Da die Vereinbarungen noch den europäischen Rat und das Parlament passieren müssen, ist mit einer Veröffentlichung nicht vor Februar 2010 zu rechnen.
Die Hauptänderungen beziehen sich auf die veränderte Einstufung und Kennzeichnung und die damit einhergehenden Aktualisierungen der Sicherheitsdatenblätter. Danach müssen alle Lieferanten von Stoffen, die eine bisherige Anpassung der Sicherheitsdatenblätter wegen rein formaler Anforderungen (Tausch Kapitel 2 und 3) nicht umgesetzt haben, diese Aktualisierung spätestens zum Dezember 2010 vornehmen.

Fokus des nächsten REACH-Enforcement-Projekts

Das Forum der Mitgliedstaaten hat vereinbart, die erste Ebene der nachgeschalteten Anwender (also Akteure unter REACH, die ihre Stoffe direkt von den Registranten beziehen), zum Schwerpunkt des zweiten REACH Enforcement Projekts zu machen.
Nachdem im ersten Projekt, das zurzeit ausgewertet wird, vornehmlich Registranten überprüft wurden, sollen im zweiten Projekt vor allem Formulierer von Gemischen überprüft werden. Das Projekt soll nach der ersten Registrierungsphase 2010 starten, so dass die Inspektionen im Jahr 2011 erwartet werden können. Das Forum für den Austausch von Informationen zum Vollzug in den Mitgliedsstaaten koordiniert ein Netzwerk von Vertretern aus Vollzugsbehörden. Das Forum führt unter anderem Projekte zur Überwachung durch, koordiniert den Austausch von Überwachungsbeamten und entwickelt Strategien zur Überwachung.

Übersetzung der ECHA CLP Leitlinie

Die Leitlinie zur Einführung in die CLP Verordnung der ECHA ist jetzt in 22 europäischen Sprachen erhältlich. Dies ist die deutschen Version des Dokuments.
Der zweite, umfangreichere Teil zur Anwendung der Regeln zur Einstufung und Kennzeichnung ist bisher noch nicht in einer Übersetzung erhältlich.

Entwurf Leitlinie zur Expositionsabschätzung von Konsumenten erschienen

Die Leitlinie zur Expositionsabschätzung bei Verbrauchern (Leitlinie zu Informationsanforderungen und zur Erstellung eines  Stoffsicherheitsberichts, R15) wurde überarbeitet.
Sie befindet sich nun im Stadium der Abstimmung bei der PEG (Partner Expert Group) der ECHA. Der Entwurf kann, wie alle anderen Entwürfe der Leitlinien, nun eingesehen werden.

 


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5. Handreichung für Kunstoffrecycler

Seit dem 1. Juni 2007 ist die neue europäische Chemikalienverordnung REACH  in Kraft. REACH verpflichtet sowohl Hersteller und Importeure, als auch die sogenannten nachgeschalteten Anwender von (chemischen) Stoffen zu umfangreichen Pflichten in Bezug auf die Sicherheitsbeurteilung und Informationsweitergabe in den Lieferketten.
Abfälle sind grundsätzlich von diesen Anforderungen ausgenommen. Doch da nach geltender Rechtsauffassung beim Recycling ein neuer Lebenszyklus der in den Verkehr gebrachten Stoffe beginnt, tragen Recycler, mit speziellen Ausnahmen, die gesamten REACH Pflichten eines Stoffherstellers.
Aufgrund der Besonderheiten des Recyclings, insbesondere der schwankenden und in Teilen unbekannten Zusammensetzung der eingesetzten Abfälle, resultieren aus diesen Pflichten relevante Rechtsunsicherheiten für die beteiligten Marktakteure. Vor diesem Hintergrund wurde von Umweltbundesamt (UBA) und Akteuren der Kunststoffindustrie gemeinsam ein Forschungsvorhaben initiiert, welches im Oktober 2009 erfolgreich abgeschlossen wurde.
Im Rahmen dieses Vorhabens führte die Ökopol GmbH eine systematische Analyse der geltenden Anforderungen durch und entwickelte auf dieser Basis eine Handreichung für die sachgerechte Umsetzung der REACH Pflichten beim Kunststoffrecycling. Dies erfolgte in enger Abstimmung mit den zuständigen Bundesoberbehörden UBA und BAuA, direkt betroffenen Kunststoff Recyclingunternehmen, sowie Unternehmen die Rezyklate einsetzen.
Im Folgenden ein kurzer Überblick über die Ergebnisse:

  • REACH und Abfallrecht (Beginn und Ende der Abfalleigenschaft)
    Da REACH grundsätzlich für alle chemischen Stoffe, nicht aber für Abfälle gilt, sind Beginn und Ende des Status eines Materials als Abfall von zentraler Bedeutung für die Klärung der jeweiligen Pflichten.  Bis zum Vorliegen EU-weit einheitlicher Grenzziehungen aus der Ausgestaltung der neuen Abfallrahmenrichtlinie, bleibt hier vielfach nur die konkrete Klärung „vor-Ort“, in Form einer Einzelfallbetrachtung.
  • Registrierungspflichten unter REACH
    Wie bereits ausgeführt gelten unter REACH für Recycler, prinzipiell die gleichen Regeln, wie für jeden anderen Hersteller von Stoffen. In den Erwägungsgründen zu REACH hat der Gesetzgeber jedoch deutlich gemacht, dass er die Verwertung von Abfällen unterstützen möchte. Daher wurde im Artikel 2(7d) das sog. „Recyclingprivileg“ eingeführt, mit dem besondere Ausnahmen von den Registrierungspflichten geschaffen wurden. Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme dieser Regelung, insbesondere die Festlegung der Stoffidentität sowie die Reichweite der Ausnahmen, werden erläutert.
  • Sachgerechte Ermittlung von Informationen zu recycelten Stoffen
    REACH bzw. die neue Verordnung zur Einstufung und Kennzeichnung („CLP-Verordnung“) verpflichten die Inverkehrbringer von chemischen Stoffen, das Gefährlichkeitsprofil dieser Stoffe (bzw. von Gemischen) zu bestimmen und auf dieser Basis eine entsprechende Einstufung und Kennzeichnung vorzunehmen, um die sichere Verwendung ihrer Produkte zu unterstützen
    Bis auf die zukünftig erforderliche Übermittlung dieser Informationen an die europäische Chemikalienagentur sind dies keine grundlegend neuen Anforderungen. Doch wie in der Vergangenheit, wirft die exakte Bestimmung der Inhaltsstoffe von Abfallgemischen und Recyclingmaterialien viele Fragen auf.
    Die Handreichung zeigt verschiedene Wege zur sachgerechten Ermittlung von Stoffinformationen auf und illustriert anhand praktischer Beispiele  insbesondere Möglichkeiten zum pragmatischen Umgang mit abfallstromspezifischen Verunreinigungen, sowie einer hinreichenden Dokumentation der Wahrnehmung der REACH Pflichten.
  • Weitergabe REACH konformer Informationen an die Kunden
    Ein zentrales Element von REACH ist die Kommunikation zwischen den Akteuren über die (gefährlichen) Eigenschaften der verwendeten bzw. gehandelten chemischen Stoffe, Gemische und Erzeugnisse. Die Handreichung informiert über die unterschiedlichen Dokumente wie Sicherheitsdatenblätter oder Sicherheitshinweise sowie die Pflichten zu ihrer Erstellung und Weitergabe.
    Die Handreichung wurde am 01. Dezember 2009 im Rahmen eines Workshops im Bundespresseamt in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Handreichung, die Vortagsunterlagen und weitere relevante Materialien können auf der Konferenzwebseite zur Veranstaltung heruntergeladen werden.
    Die Handreichung ist auch erhältlich auf REACH-HH.

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6. UBA: REACH in der Praxis Fachworkshop 10

Fachworkshop 10: REACH-Anforderungen zu den besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC) in Erzeugnissen und ihre Umsetzung

Termin: 14.01.2010
Veranstalter: Umweltbundesamt, mit Unterstützung durch Adelphi Research, Ökopol, UMCO, Öko-Institut e.V., Freiburg und sofia-Darmstadt

Ort: Presse- und Besucherzentrum, Reichstagufer 14, 10117 Berlin

Kosten: die Teilnahme am Workshop ist kostenlos.

Inhalte:

Zielgruppe
Der Workshop richtet sich sowohl an Hersteller und Importeure von Erzeugnissen, als auch an Handelsunternehmen. Darüber hinaus ist die Thematik für Mitarbeiter aus den mit dem Vollzug von REACH und der Marktausicht befassten Behörden der Bundesländer von Interesse.
Die Veranstalter behalten sich vor, Teilnehmer aus diesen Zielgruppen bei der Vergabe der begrenzten Plätze bevorzugt zu behandeln.

Worum geht es hierbei?
Die Anforderungen unter REACH betreffen die folgenden Bereiche

  • Erzeugnisse mit beabsichtigter Freisetzung von Stoffen (Art. 7(1) und (6))
  • Erzeugnisse, die besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) der Kandidatenliste enthalten (Art. 7(2 - 4) und (6))
  • Informationspflichten für Erzeugnisse, die SVHC der Kandidatenliste enthalten (Art. 33)
  • Die Registrierung von Stoffen in Erzeugnissen, wenn die ECHA dies entscheidet (Art. 7(5)).

Inhalte und Ziele des Fach-Workshops
Der Fach-Workshop dient der Orientierung und Anleitung von Unternehmen bei der Umsetzung dieser neuen Anforderungen und stellt dar, wie der Stand der laufenden Prozesse und die bisher erreichten Klärungen auf nationaler und EU-Ebene sind.
Die Relevanz von problematischen Stoffen in Erzeugnissen wird anhand von beispielhaften Produktgruppen und Materialien aufgezeigt und erste Hinweise gegeben wie diese identifiziert werden können.
Eine zentrale Herausforderung für die Marktakteure ist die Gewinnung sachgerechter Informationen zu den potentiell problematischen Stoffen von den Vorlieferanten in den Wertschöpfungsketten. Hier werden grundsätzliche Möglichkeiten für Akteure in unterschiedlichen Marktsituationen dargestellt und praktische Umsetzungsbeispiele präsentiert
Die Anforderungen der Informationsweitergabe an die Kunden (gewerbliche Kunden und Verbraucher) sowie der internen Dokumentation bedürfen ebenfalls pragmatischer Lösungen. Auch hier werden entsprechende betriebliche Beispiele vorgestellt und diskutiert.
In einem weiteren Tagungspunkt sollen die Teilnehmenden über die bestehenden Ansätze zur Kontrolle und Überwachung der erzeugnisbezogenen REACH-Anforderungen durch die Behörden informiert werden.


Die Anmeldung ist online möglich unter http://www.reach-konferenz.de/anmeldung.htm


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7. 3-tägiges Seminar: REACH für nachgeschaltete Anwender (Downstream User)

Pflichten nach Titel V (nachgeschaltete Anwender) und Stoffbewertung

Termin: 02.02.10/09:00 - 04.02.10/16:00
Veranstalter: HAUS DER TECHNIK e.V.
Ort: Essen
Kosten:
HDT Mitglieder: € 1690,00 unter Angabe der Mitgliedsnummer
Nichtmitglieder: € 1790,00 einschließlich veranstaltungsgebundener Arbeitsunterlagen sowie Mittagessen und Pausengetränke

Inhalt:

  •  Rechte und Pflichten für nachgeschaltete Anwender gemäß Verordnung (EG) 1907/2006 [REACH ], Titel V. Anhang zum erweiterten Sicherheitsdatenblatt (Expositionsszenario). Struktur und Aufbau des Stoffsicherheitsberichtes gemäß Verordnung (EG) 1907/2006 [REACH ], Anhang I
  •  Umwelt- und humantoxikologische, sowie physikochemische Daten für den Stoffsicherheitsbericht. Vorstellung und Ableitung des PNEC- und DNEL-/DMEL-Wertes. PBT und vPvB-Kriterien und -abschätzung
  •  Einstufung und Kennzeichnung
  •  Grundlagen der Expositionsabschätzung, Modelle zur Durchführung und Vorstellung von Berechnungstools
  • Übung zum Erstellen eines Stoffsicherheitsberichtes für nachgeschaltete Anwender gemäß Verordnung (EG) 1907/2006 [REACH ], Anhang XII.

Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt. Es wird um rechtzeitige Anmeldung gebeten.
Hier finden Sie die Anmeldung und das detailliertes Programm.


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