Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2010-01

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg, ein Projekt, das von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg initiiert wird, um die Wirtschaftsakteure die der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach.hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


1. Neues aus der ECHA

Zweites Projekt zur Überwachung von REACH beschlossen

Das Forum der Mitgliedstaaten hat beschlossen, ein zweites Projekt zur Überwachung der REACH-Verordnung durchzuführen. Nachdem zunächst bei Importeuren und Herstellern von Stoffen die ordnungsgemäße Durchführung der Vorregistrierung sowie die Konformität von Sicherheitsdatenblättern überprüft wurden (REACH-EN-Force 1), sollen nun auch die Formulierer überprüft werden. Das Projekt startet Anfang 2010, Ergebnisse sollen 2011 nach Ablauf der ersten Registrierungsfrist veröffentlicht werden. Die Ergebnisse des ersten Projektes werden voraussichtlich im März veröffentlicht.


Neue Kandidatenliste veröffentlicht

Am 13.01.2010 wurden weitere 14 Stoffe (SVHC) in die Kandidatenliste aufgenommen, die die Kriterien als besonders besorgniserregend erfüllen. Darunter sind verschiedene Anthracenöle, die als Imprägnierung verwendet werden, keramische Fasern die in Isolierung und Feuerschutz eingesetzt werden, ein weiteres Phtalat (Weichmacher), sowie Pigmente (Chromate) und ein Phosphat, das unter anderem als Flammschutz verwendet wird. Mit der Aufnahme in die Kandidatenliste können sofort Kommunikationspflichten für Produzenten und Importeure von Erzeugnissen relevant werden. Die vollständige Liste mit Informationen zur Einstufung und den möglichen Verwendungen finden Sie unter folgendem Link:
http://echa.europa.eu/chem_data/authorisation_process/candidate_list_table_en.asp



ECHA entwickelt "Plan B" Software für die Registrierung

Die Industrie hat schon mehrfach Befürchtungen geäußert, die REACH-IT könne bei der für die erste Registrierungsfrist erwartete Anzahl der eingereichten Dossiers und der Meldungen zum Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis zusammenbrechen. Die ECHA hat jetzt reagiert und will dem vorbeugen, indem sie eine Back-up-Software entwickeln lässt. Das System soll im August zur Verfügung stehen und bei besonders hohen Zugriffszahlen die REACH-IT entlasten.
Außerdem hat die ECHA eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus Kommission, ECHA und Industrie gebildet, um die Aktivitäten in den SIEF zu beobachten. Momentan haben sich erst 2261 Leitregistranten bei der ECHA gemeldet. Es wird erwartet, dass ca. 5000 Stoffe bis zum 1.12.2010 registriert werden müssen. Grund kann zum einen sein, dass einige SIEFs bereits an der Registrierung arbeiten, ohne einen Leitregistranten bestellt zu haben oder, dass sich das Tonnageband für einige Stoffe stark verkleinert hat und damit erst eine Registrierung zu einem späteren Zeitpunkt erforderlich wird. Die Arbeitsgruppe soll daher versuchen herauszufinden, wie viele SIEFs tatsächlich an der Registrierung arbeiten und welche SIEFs ggfs. noch Unterstützung brauchen.

Datenbank registrierter Stoffe

In der Rubrik ECHA CHEM_registered Substances hat die ECHA jetzt eine öffentlich zugängliche Datenbank mit Informationen zu registrierten Stoffen bereitgestellt. Damit kommt sie der in REACH verankerten Verpflichtung nach, Informationen zu Stoffen und ihrer sicheren Verwendung für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.



Tool für den "completeness check" steht zur Verfügung

Die ECHA hat das lang erwartete Tool für den technischen "completeness check" zur Verfügung gestellt. Damit kann die Industrie selbst prüfen, ob das Registrierungs- oder Notifizierungsdossier vollständig ist, bevor es an die ECHA versendet wird. Das Softwaretool ist eine IUCLID 5-Anbindung unter folgendem Link zu erhalten:
http://echa.europa.eu/reachit/ppord_en.asp 

 

Öffentliche Konsultation für eine harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen

Auf Antrag von Dänemark und UK wurde für drei Stoffe eine einheitliche Einstufung vorgeschlagen. Diese Vorschläge können bis zum 3. März 2010 kommentiert werden.
Das Verfahren zur harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung kann entweder durch die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten oder auch die Industrie eingereicht werden.
Bei den folgenden Eigenschaften wird eine harmonisierte Einstufung eines Stoffes angestrebt. Der Stoff ist:

  •     Krebserregend
  •     Mutagen
  •     Reproduktionstoxisch
  •     Sensibilisierend für die Atemwege
  •     Biozid oder ein Pflanzenschutzmittel oder
  •     Der Stoff hat andere gefährliche Eigenschaften und Lieferanten haben
        ihn unterschiedlich oder falsch eingestuft.

Leitfäden in der Überarbeitung

Folgende Leitfäden finden sich zurzeit in der Überarbeitung:

  •     Leitfaden für die Ausnahmen von der Registrierung nach Anhang V 
        (Fassung 21.12.2009)    Abfall und recycelte Stoffe (Fassung 
        21.12.2009)
  •     Expositionsbewertung am Arbeitsplatz (Fassung 16.12.2009)
  •     Expositionsbewertung beim Verbraucher (Fassung 11.12.2009)
  •     Expositionsbewertung Umwelt (Fassung 11.11.2009)
  •     Stoffe in Erzeugnissen (Fassung 28.10.2009)
  •     Vorschläge zur Einstufung und Kennzeichnung (Fassung 22.01.2010)
  •     Risikokommunikation (Fassung 14.01.2010)

Die Leitfäden und die Kommentare dazu finden Sie unter:
http://guidance.echa.europa.eu/guidance4_en.htm


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2. Neuigkeiten von der CEFIC

Die CEFIC stellt eine Reihe nützlicher Informationen und Tools zur Verfügung.

  • Ein Positionspapier zur Anforderung, dass der Alleinvertreter eines nicht-EU Herstellers die Liste der Importeuren, die damit zu nachgeschalteten Anwendern werden, im IUCLID 5 Dossier aktualisieren muss (Artikel 8). Die CEFIC hält diese Anforderung für zu aufwändig und fordert eine Änderung des Textes in eine „kann“ (may) Bestimmung.
    Cefic paper list of importers in IU5-updated



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3. Exposure scenario der Reifen und Gummi-Industrie

Der europäische Verband der Reifen- und Gummi-Industrie hat generische Expositionsszenarien für Stoffe auf ihre Internetseite zur Verfügung gestellt.


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4. Aktivitäten von NGOs

Die Umwelt- und Verbraucherorganisation BUND plant eine Aktion zur Sensibilisierung von Verbrauchern über das Informationsrecht nach Artikel 33 über besonders besorgniserregende Stoffe der Kandidatenliste in REACH. Dazu werden 30.000 Faltblätter gedruckt, in denen die Organisation Verbraucher über das neue Recht informieren will, Hersteller anzuschreiben und Informationen über SVHC, die in Konzentrationen über 0,1% enthalten sind zu erhalten. Nähere Informationen gibt es unter:
http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/chemie/reach/reach_fuer_verbraucher/


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5. Studie über die Auswirkungen der 0,1% Schwelle bei SVHC in Erzeugnissen

Der ECHA-Leitfaden zu Stoffen in Erzeugnissen (Guidance on substance in article) enthält in seiner jetzigen Form die Auslegung, dass die im Artikel 7 und 33 genannte 0,1Gew%-Schwelle immer auf das gesamte Erzeugnis zu beziehen ist, nicht etwa auf Bauteile oder Materialien.
Dieser Auslegung hatten einige Mitgliedstaaten widersprochen ("dissenting views"), da sie die Schutzziele von REACH durch eine mögliche Verdünnung der SVHC in Erzeugnissen gefährdet sehen.
Unter Leitung der schwedischen Behörde KEMI wurde ein Projekt durchgeführt, das mögliche Auswirkungen genauer untersucht hat. Nun sind die Ergebnisse der Studie hier erhältlich.


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6. Vergangene Veranstaltung

Aus der Reihe des BMU/UBA REACH in der Praxis fand am 14. Januar 2010 die  Veranstaltung zu "REACH und Erzeugnissen" statt.
Die Präsentationen sind unter http://reach-konferenz.de/ einsehbar.


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7. BAuA Veranstaltung: Datenanforderungen und Teststrategien

Termin: 09.03.10   11:00 bis 16:15

Ort: Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Friedrich-Henkel-Weg 1-25, 44149 Dortmund

Info und Anmeldung: www.reach-helpdesk.de

Veranstaltungsart: Informationsveranstaltung

Zielgruppe: Die Informationsveranstaltung richtet sich an Unternehmen, die mit der Einreichung eines Registrierungsdossiers beschäftigt sind.

Vorkenntnisse: REACH-Kenntnisse

Teilnahmebedingungen: Die Teilnehmergebühr beträgt 50 €.
Über das Anmeldeformular können Sie sich online bis zum 26. Februar 2010 anmelden (sofern die Informationsveranstaltung nicht bereits ausgebucht ist).

Es besteht die Möglichkeit, vor Ort an einem kostenpflichtigen Mittagimbiss/-essen teilzunehmen.


Um den Registrierungsprozess zu unterstützen, führt der Helpdesk der BAuA eine weitere REACH-Veranstaltung zu den Anforderungen an ein Registrierungsdossier durch.

Die geplante Themen sind:

  •      Datenschutz,Vertraulichkeit und Zugangsberechtigung
  •      Stoffidentität und gemeinsames Dossier
  •      Ökotoxikologie - Beispiele für intelligente Teststrategien
  •      Füllen von Datenlücken - Stoffkategorien und QSAR-Ansatz der OECD
  •      Datenlücken erkennen und beheben
  •      Prüfung der Registrierungsdossiers auf Erfüllung der Anforderungen

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