Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2010-03

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg, ein Projekt, das von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg initiiert wird, um die Wirtschaftsakteure die der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach.hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

1. Neues aus der ECHA

Umstellung der REACH-IT zunächst verschoben

Die angekündigte Umstellung der REACH-IT zum 22. März 2010 wurde auf den 25. März verschoben. Informationen finden Sie auf: http://echa.europa.eu/home_de.asp


8 weitere Stoffe für eine mögliche Aufnahme auf die Kandidatenliste

Nach der Aufnahme von 14 neuen Stoffen auf die Kandidatenliste zu Beginn des Jahres, sind nun weitere Vorschläge zur Aufnahme auf die Kandidatenliste auf der Internetseite der ECHA veröffentlicht worden (http://echa.europa.eu/consultations/authorisation/svhc/svhc_cons_en.asp).
Hier sind auch die vollständigen Dokumente zur Begründung (Annex VX Dokumente) zu finden.
Alle Stoffe sind wegen ihrer krebserregenden, mutagenen oder reproduktionstoxischen (carcinogenic, mutagenic, toxic for reproduction = CMR) Eigenschaften in der Untersuchung. Bei einer Aufnahme der Stoffe auf die Kandidatenliste entstehen für Hersteller und Verwender unter Umständen neue Pflichten unter REACH. Sehen Sie dazu auch im Bereich Materialien - Kandidatenliste auf der REACH-HH Seite.
Es handelt sich um folgende Stoffe:

Trichlorethylen
EINECS-Nr. 201-167-4
CAS-Nr: 79-01-6   

  • Reinigungs- und Entfettungsmittel für Metallteile
  • Lösemittel in Klebstoffen
  • Zwischenprodukt bei der Herstellung chlorierter oder fluorierter organischer Verbindungen


Borsäure

EINECS-Nr. 233-139-2 / 234-343-4
CAS-Nr: 10043-35-3 / 11113-50-1    

  • Weit verbreitete Verwendung, z.B. in:

o    Bioziden
o    Konservierungsmitteln
o    Pflegeprodukten
o    Lebensmittelzusatzstoffen
o    Glas
o    Keramik
o    Gummi
o    Düngemitteln
o    Flammschutzmitteln
o    Farben
o    Industriellen Flüssigkeiten
o    Bremsflüssigkeiten
o    Lötprodukten
o    Filmentwicklern

Dinatriumtetraborat, wasserfrei
EINECS-Nr. 215-540-4
CAS-Nr:
1330-43-4
12179-04-3
1303-96-4   

  • Weit verbreitete Verwendung, z.B. in:

o    Glas und Glasfasern
o    Keramik
o    Detergenzien und Reinigungsmitteln
o    Pflegeprodukten
o    Industriellen Flüssigkeiten
o    Metallurgie
o    Klebstoffe
o    Flammschutzmitteln
o    Bioziden
o    Düngemitteln

Tetrabordinatriumheptaoxid, hydrat
EINECS-Nr. 235-541-3
CAS-Nr: 12267-73-1    

  • Weit verbreitete Verwendung, z.B. in:

o    Glas und Glasfasern
o    Keramik
o    Detregenzien und Reinigungsmitteln
o    Pflegeprodukten
o    Industriellen Flüssigkeiten
o    Metallurgie
o    Klebstoffe
o    Flammschutzmitteln
o    Bioziden
o    Düngemitteln

Natriumchromat
EINECS-Nr. 231-899-5
CAS-Nr: 7775-11-3   

  • Laboratorien (Analysemittel)
  • Herstellung anderer Chromverbindungen


Kaliumchromat
EINECS-Nr. 232-140-5
CAS-Nr: 7789-00-6  

  • Behandlung und Beschichtung von Metallen
  • Herstellung von Reagenzien und Chemikalien
  • Textilherstellung
  • Farbstoff in Keramik
  • Gerbstoff und Beschichtung von Leder
  • Herstellung von Pigmenten/Farben
  • Laboratorien (Analysemittel)
  • Pyrotechnik

Ammoniumdichromat
EINECS-Nr. 232-143-1
CAS-Nr: 7789-09-5   

  • Oxidationsmittel
  • Laboratorien (Analysemittel)
  • Gerben für Leder
  • Textilherstellung
  • Herstellung von photosensitiven Bildschirmen (Kathodenstrahlröhren)
  • Metallbehandlung


Kaliumdichromat
EINECS-Nr. 231-906-6
CAS-Nr: 7778-50-9   

  • Chromherstellung
  • Behandlung und Beschichtung von Metallen
  • Herstellung von Reagenzien und Chemikalien
  • Laboratorien (Analysemittel)
  • Reinigung von Laborglasgefäßen
  • Gerben von Leder
  • Textilherstellung
  • Photolithographie
  • Holzbehandlung
  • Korrosionshemmer in Kühlsystemen


ECHA stellt erste Erfahrungen mit Registrierungsdossiers vor und berichtet über wiederkehrende Mängel

Die ECHA hat im Jahr 2009 bereits eingegangene Registrierungsdossiers bewertet und die Ergebnisse in einem Bericht am 01. März 2010 auf ihrer Internetseite veröffentlicht (http://echa.europa.eu/doc/progress_report_2009.pdf)

Immer wiederkehrende Mängel waren:

  •  Es gab keine ausreichende Beschreibung der Stoffidentität:

Hier ist es wichtig, dass die Registranten die Informationen nach Annex VI Abschnitt 2 vollständig zusammentragen. Das muss jeder Registrant und individuell für seinen Stoff machen, damit stellt er sicher, dass die Angaben des Dossiers auch auf seinen Stoff zutreffen. Nur für einen Stoff der diesen Angaben entspricht, gilt dann die Registrierung.

  • Es gab starke Qualitätsunterschiede bei den Studienzusammenfassungen

Folgende Kritikpunkte wurden bemängelt:
o    Aussagekraft, Verlässlichkeit, Wiederholbarkeit kann nicht beurteilt werden
o    Schlechte Darstellung der Studienergebnisse
o    Unklare oder unzureichende Detailtiefe zum Testmaterial
o    Fehlende Begründung für die Wahl der Key Study
o    Fehlende Schlussfolgerungen

  • Bei Abweichungen vom Standardprüfprogramm (Waiving) fehlten häufig die Begründungen, warum dieses zulässig war.
  • Die Stoffsicherheitsberichte waren nicht immer konsistent und vollständig. Es wurden z.B. nicht alle Verwendungen wirklich bewertet oder die Verwendungsbedingungen (operational conditions = OC) waren nicht ausreichend beschrieben.

ECHA Webinare

Zur Unterstützung der Registranten bietet die ECHA Webinare an. Die Teilnahme ist zwar auf die federführenden Registranten beschränkt, Sie haben jedoch im Nachgang die Möglichkeit, eine Aufzeichnung der Veranstaltung anzusehen und die Vorträge nachzuvollziehen.
Zu folgenden Themen wurden bereits Webinare gehalten:

  • Allgemeine Regeln der Dossiererstellung und -übermittlung
  • Informationsanforderungen – Teil I

Qualifizierte Studienzusammenfassungen, Weight of Evidence Ansatz, in vitro Daten

  • Informationsanforderungen – Teil II

QSARs, waiving Informationsanforderungen, read-across, Kategorien und QSARs

  • Stoffidentität
  • Technical completeness check (TCC tool)
  • Chemical Safety Assessment (CSA) und CSR - Teil I

Sie finden die Präsentationen und Aufzeichnungen unter http://echa.europa.eu/news/webinars_en.asp?EventID=24282392&FirstName=olaf&LastName=wirth&Email=wirth%40oekopol.de.
Die nächste Veranstaltung wird am 26. März stattfinden, zum Thema: Chemical Safety Assessment (CSA) und CSR – Teil II Chemical Safety Assessment und Reporting tool (Chesar)

Leitfäden in der Überarbeitung
Folgende Leitfäden finden sich zurzeit in der Überarbeitung:

  • Tier 1 – Expositionsabschätzung am Arbeitsplatz (R.14) (Fassung 16.03.2010)
  • Tier 1 – Expositionsabschätzung für Verbraucher (R.15) (Fassung 26.02.2010)
  • Expositionsbewertung Umwelt (Part B Kapitel 8) (Fassung 03.03.2010)
  • Expositionsszenarien für die Lebenszyklusphase Abfall (Fassung 26.02.2010)

Die Leitfäden und die Kommentare dazu finden Sie unter:
http://guidance.echa.europa.eu/guidance4_en.htm

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2. Aktivitäten der deutschen Behörden

Übersetzung des ECHA Dokuments - Leitlinien zur sozioökonomischen Analyse– Beschränkungen

Die Bundesstelle für Chemikalien, hat eine Übersetzung der Leitlinie zur sozioökonomischen Analyse (SEA) als Instrument bei der Beschränkung von Stoffen veröffentlicht. Die Sozioökonomische Analyse ist eine Entscheidungshilfe für die REACH Akteure, in der Vorteile und Nachteile eines Stoffes gegeneinander abgewogen werden sollen. Überwiegen die Nachteile, kann dies ein Grund sein einen Stoff in seiner Verwendung zu beschränken. Beschränkte Stoffe findet man in der REACH Verordnung im Anhang XVII. Ersteller der SEA in der Beschränkung sind die Behörden der Mitgliedsstaaten oder die ECHA (auf Aufforderung der Kommission).
Die SEA kommt zudem bei der Beantragung von Zulassungen für Stoffe des Anhangs XIV zum Einsatz. Eine eigene Leitlinie der ECHA steht für diesen Prozess noch aus. Der Ersteller einer SEA bei der Zulassung wird in der Regel der Antragssteller sein.

Die Leitlinie der EACH finden sie hier http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/sea_restrictions_en.pdf

Die deutsche Übersetzung der Bundesstelle für Chemikalien hier http://www.reach-clp-helpdesk.de/cae/servlet/contentblob/931424/publicationFile/59518/Leitlinien-zur-soziooekonomischen-Analyse-Beschraenkungen.pdf 

Veranstaltung der BAuA zu REACH-Registrierung: Datenanforderungen und Teststrategien

Am 09. März 2010 fand in den Räumen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund eine Veranstaltung zum Thema Datenanforderungen und Teststrategien statt.
Nach einer kurzen allgemeinen Einführung, stellten zwei Juristen der BAuA die Grundprinzipien zum Schutz von Daten und Schutz von geistigem Eigentum und Zugang zu Studien im Kontext mit REACH vor.
Anschließend stellte Herr Haas von der BAuA Zeitläufe und die technische Realisierung bestimmter Fragestellungen bei der Dossiereinreichung vor. Zudem gab er noch eine Übersicht konkreter Fragen im Kontext mit SIEF-Teilungen, Zwischenprodukten und Anhang V Ausnahmen. In diesem Kontext wurde z.B. nochmals ausdrücklich gesagt, dass hydrierte (gehärtete) Fettsäuren nicht durch die Ausnahme des Anhang V, als nicht chemisch modifizierte Stoffe aus natürlichen Rohstoffen abgedeckt sind.
Frau Stock vom Umweltbundesamt beschrieb das Vorgehen, wenn bei der Erstellung des Registrierungsdossiers von den allgemeinen Datenanforderungen abgewichen werden soll. Anschließen stellte Herr Diederich von der OECD das Instrument der Stoffkategorien und QSARs zum Schließen von Datenlücken vor. Herr Lehonardt von EVONIK Industries veranschaulichte die Vorgehensweise der Datensammlung und dem damit verbundenen Füllen von Datenlücken anhand von Beispielen aus der Praxis.
Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Herr Fedtke von der ECHA die Ergebnisse der Dossierbewertungen aus dem Jahr 2009 und gab Anregungen zur Verbesserung künftiger Dossiers 2010. Zu Beginn seines Vortrags erläuterte er zudem den Prozess der Evaluation (Bewertung, das E von REACH). Er machte insbesondere klar, welchen Prüfauftrag die ECHA bei der Registrierung hat und welchen die Mitgliedsstaaten. Wichtig ist, klar zu unterscheiden, dass die ECHA eine formale Prüfung der Dossiers durchführt, die Mitgliedsstaaten eine Prüfung der Daten zu den Stoffen. Die Registrierung (und somit die Marktfähigkeit) hängt zunächst einmal von der formalen ECHA-Prüfung ab. Erst in weiteren Schritten wird dann über Qualität und Inhalt der Daten befunden (Prüfung durch die Mitgliedsstaaten).
Die gesamten Vorträge sind als Dokumentation unter folgender Internetadresse zu finden: http://www.reach-clp-helpdesk.de/cln_104/sid_A72A28F33DA1C5B809CE016B29F21A50/reach/de/Veranstaltungen/2010/Veranstaltungen10-0309.html

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3. Neuigkeiten von anderen Behörden

Niederländische Behörden überprüfen Only Representative und stellen große Mängel fest

Der Informationsdienst Chemical Watch vermeldet auf seiner Internetseite, dass die niederländischen Behörden gegen Only Representatives (OR) vorgegangen sind, welche die Anforderungen von REACH aufgrund unzureichender Ressourcen nicht erfüllen konnten. Nach Ansicht der niederländischen Behörden sollte ein OR folgende Dinge nachweisen können:

  • Ein Dokumentensystem mit den importierten Mengen und abgedeckten Verwendungen
  • Eine vollständige Liste der EU Kunden innerhalb derselben Lieferkette des Nicht EEA-Herstellers (European Economic Area)
  • Informationen zu den Sicherheitsdatenblättern

Die zuständigen Behörden ermitteln, der untersuchte OR hat nun in den Niederlanden eine Bestrafung zu erwarten. Die Behörden in den Niederlanden kündigen an, weitere OR überprüfen zu wollen.

4. BAuA Veranstaltung: REACH für Anwender - Update-Veranstaltung

Termin:
22. April 2010
Ort:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Nöldnerstraße 40/42
10317 Berlin
Veranstalter:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Veranstaltungstyp:
Informationsveranstaltung (Frontalvorträge mit Diskussion)
Zielgruppe:
Firmen im Prozess der Dossiererstellung zur Registrierung
Vorkenntnisse:
Vorkenntnisse sollten vorhanden sein

Inhalt:

  • CHESAR – Werkzeug zur Erstellung des Stoffsicherheitsberichtes im Rahmen von REACH, Andreas Ahrens ECHA
  • Gemische unter REACH und Expositionsabschätzungen durch nachgeschaltete Anwender,
    PD Dr. Dirk Bunke, Öko-Institut e.V.
  • Ecetoc Targeted Risk Assessment (TRA) – Worker Tool,
    Nico Adler, CFCS-Consult GmbH
  • Möglichkeiten der Expositionsabschätzung für den Arbeitsplatz, EMKG-Expo-Tool,
    Dr. Martin Tischer, BAuA
  • Messung und Abschätzung von Hautbelastungen durch Gefahrstoffe,
    Dr. Dagmar Holthenrich, BAuA
  • Validierung des Stoffenmanager Expositionsmodells mit Hilfe von Daten aus der IFA Expositionsdatenbank MEGA
    Dr. Roger Stamm, Dr. Dorothea Koppisch, IFA
  • Exposition von Verbrauchern: Besonderheiten und Instrumente zur Expositionsbewertung unter REACH,
    PD Dr. Gerhard Heinemeyer, BfR
  • Die Umweltexpositionsbewertung an einem praktischen Beispiel
    Nannett Aust, UBA
  • Daneben sollen wissenschaftliche Poster präsentiert werden

Ziel/Ergebnis:
Das Ziel ist es, praxisnahe Hilfen bei der Erstellung von Expositionsszenarien im Rahmen des Stoffsicherheitsberichtes aufzuzeigen.

Teilnahmebedingungen:
125 EUR, Kostenbeitrag für die Teilnahme (inkl. Mittagessen, Kaffee und Softgetränke)
Kontakt:
Kontakt (fachlich):
Dr. Gudrun Walendzik
Tel. 0231 9071-2080
E-Mail:  walendzik.gudrun@baua.bund.de
Kontakt (Organisation):
Elke Büdeker
Tel. 0231 9071-2322
Fax 0231 9071-2611
E-Mail:  sek4.6@baua.bund.de

Detailinformationen und Anmeldung:
Anmeldefrist: 09.04.2010
Link zu Onlineanmeldung (http://www.baua.de/cln_137/sid_2A1FD5B8CC4813E9CBA1F2D5C5CB56F2/de/Aktuelles-und-Termine/Veranstaltungen/2010/Anmeldung-REACH-Tagung-2/Anmeldeformular.html )

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