Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2010-05

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg, ein Projekt, das von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg initiiert wird, um die Wirtschaftsakteure die der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach.hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

1. Neues aus der ECHA

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Chesar, das neue Tool für die Stoffsicherheitsbeurteilung und –berichterstattung, ist jetzt einsatzbereit und verfügbar

Chesar steht als Abkürzung für Chemical Safety Assessment and Reporting Tool ist ein IT-Tool, das Unternehmen für die Durchführung der Stoffsicherheitsbeurteilungen (Chemical Safety Assessment, CSA) und die Erstellung der Stoffsicherheitsberichte (Chemical Safety Report, CSR) einsetzen können. Diese müssen unter REACH- in der Registrierung für Stoffe erstellt werden, die in Mengen von mehr als 10 Tonnen pro Jahr hergestellt bzw. importiert werden.

Zu diesem Zweck wurden die Grundsätze für die Durchführung einer Stoffsicherheitsbeurteilung, die in den aktualisierten REACH-Leitlinien zu Informationsanforderungen und Stoffsicherheitsbeurteilung erläutert werden, in eine IT-Anwendung übersetzt.

Chesar wird als Plug-In Anwendung direkt mit der IUCLID 5.2 Software verknüpft (zunächst nur für die stand-alone Version verfügbar). Dadurch können Angaben die in den einzelnen IUCLID Feldern gemacht wurden um das technische Dossier zu erstellen, direkt in die Eingabefelder von Chesar übernommen werden. Der IUCLID Datensatz liefert also die Datengrundlage für die Stoffbewertung in Chesar. Um sicherzustellen, dass die Daten im IUCLID und in Chesar übereinstimmen, lassen sich die Daten in Chesar nicht mehr verändern. Alle Änderungen an der Datengrundlage erfolgen somit in IUCLID.

Bei folgenden Vorgängen unterstützt Chesar den Nutzer:

  • Durchführung der Stoffsicherheitsbewertung (CSA)
  • Erstellung des Stoffsicherheitsberichtes (CSR)
  • Erstellung des erweiterten Sicherheitsdatenblattes (eSDS)

Chesar hat integrierte Modelle zur Berechnung von Expositionen (z.B. ECETOC TRA, EUSES) lässt aber auch die Eingabe von Ergebnissen aus weiteren externen Modellen oder Messungen zur Expositionshöhe zu.

Durch die Umsetzung des CSR Formats in eine IT gestützte Form ist gewährleistet, dass formale Anforderungen bei der Einreichung der CSR im Rahmen der Registrierung erfüllt werden. Bislang wurde von der ECHA nur ein Word-Dokument zur Verfügung gestellt, das per Hand ausgefüllt werden musste. Dieses konnte als  CSR eingereicht werden. Mit Chesar kann die Industrie nun den kompletten CSR effizient erstellen, inklusive der Expositionsszenarien für das erweiterte Sicherheitsdatenblatt und so den gesamten Lebenszyklus eines Stoffes besser strukturieren (siehe auch Mapping of Uses ECHA Guidance R12 Use descriptor system Abschnitt 5.2)

Chesar ist überdies so ausgelegt, dass mithilfe von Datenaustauschfunktionen bereits vom Registranten durchgeführt oder von Branchenverbänden vorbereitete Beurteilungen ganz oder teilweise wiederverwendet werden können. Es ist zum Beispiel möglich, sogenannte spERCs (specific Environmental Release Classes) in das System einzupflegen und bei der Stoffsicherheitsbewertung zu nutzen. Dies sollte einer branchenübergreifenden Harmonisierung der Verwendungsbeschreibungen und den sicheren Verwendungsbedingungen zugutekommen.

Da Chesar 1.0 bislang nur bei der ECHA getestet wurde, würden die ECHA es begrüßen, wenn Registranten das Tool ebenfalls testen würden. Alle Rückmeldungen werden beim nächsten Chesar-Upgrade berücksichtigt. Chesar 1.0 kann keine kompletten CSR oder Expositionsszenarien für erweiterte Sicherheitsdatenblätter erstellen. Hier wird immer noch zusätzlicher Aufwand durch den Nutzer notwendig sein.

Das erste Upgrade für eine komplette CSR-Erstellung soll im Juli 2010 verfügbar sein.

Weitere Informationen:

Chesar-Website für das Download und Nutzerhandbücher: http://chesar.echa.europa.eu/

ECHA Webinar zum Thema: echa.europa.eu/news/webinars_en.asp

Web-Formular für Rückmeldungen: http://echa.europa.eu/about/contact-form_en.asp

ECHA Leitlinien zu Informationsanforderungen und Stoffsicherheitsbeurteilung: guidance.echa.europa.eu/public-2/getdoc.php

Veröffentlichung von Daten aus den Registrierungen – Was, Wann, Geheimhaltung – Anleitung der ECHA zum Thema erschienen

REACH sieht unter Artikel 119 vor, dass bestimmte Angaben der Registrierungsdossiers für die Öffentlichkeit auf einer Internetseite (http://apps.echa.europa.eu/registered/registered-sub.aspx ) zugänglich gemacht werden sollen.
Dazu gehören z.B. Angaben über die Einstufung und Kennzeichnung des Stoffes, Informationen zu den Ergebnissen der durchgeführten Studien (Endpunkte), die REACH Schwellenwerte (menschliche Gesundheit DNEL, Umwelt PNEC) und die Informationen über die sichere Verwendung (vgl. REACH Artikel 119 (1)).

Andere Angaben des Dossiers können vom Registranten als vertraulich geschützt werden (vgl. dazu REACH Artikel 119 (2)). Dazu ist jedoch eine stichhaltige Begründung darüber bei der ECHA abzuliefern, warum diesem Wunsch entsprochen werden soll. Außerdem hat der Registrant für jede vertraulich behandelte Information eine zusätzliche Gebühr zu entrichten.

Wie der technische Ablauf von der Einreichung des Dossiers bis hin zur Veröffentlichung aufgebaut ist und welche Daten automatisiert veröffentlicht werden, kann in dem neu erstellten Data Submission Manual Part 15: "How to determine what will be published on the ECHA website from the registration dossier" (http://echa.europa.eu/doc/reachit/dsm_15_dissemination_manual.pdf) nachgelesen werden. Firmen, die beabsichtigen Teile ihres Dossiers geheim zu halten, sollten sich vor der Einreichung des Dossiers mit diesen Bedingungen vertraut machen.

Stand der Leitlinienüberarbeitung

Fertig gestellt Leitlinien:

REACH

  • Waste and recovered substances 12.5.2010

In diesem Leitfaden werden die zentralen Regeln zu der Schnittstelle zwischen REACH und dem Abfallrecht erläutert. Was müssen Recycler tun, wenn Stoffe aus dem Recycling erneut auf den Markt gebracht werden. Die Leitlinie basiert im Wesentlichen auf den Inhalten des in den letzten Monaten in der Recyclerbranche viel beachteten CA-Papiers zum gleichen Thema deren grundsätzliche Klärungen sich nun auch in einem offiziellen Leitlinien Dokument wiederfinden. Die fertige Leitlinie ist auf der ECHA Seite unter http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/waste_recovered_en.pdf?vers=12_05_10 zu erhalten.

Weitere Informationen zu REACH und Recycling finden Sie auch auf der REACH Hamburg Internetseite unter den Arbeitshilfen für Branchen http://reach.hamburg.de/62.html

  • Tier 1 – Verbraucher Expositionsbewertung (R.15) 29.04.2010

Die Leitlinie behandelt die Bewertung der Verbraucherexposition im Rahmen der Stoffsicherheitsbewertung. Es werden Neuerungen für die erste Stufe der Expositionsbewertung von Verbrauchern in der Bewertungssoftware ECETOC TRA beschrieben und weitere Bewertungsmodelle vorgestellt.

Die Leitlinie ist zu finden unter: http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/information_requirements_r15_en.pdf?vers=20_08_08

Leitlinien in der Überarbeitung:

  • Format für das Expositionsszenario, Stand 29.04.2010
  • Tier 1 – Expositionsbewertung für Arbeiter (R.14), Stand 23.04.2010
  • "Exposure based adaptation" und "strictly controlled conditions", Stand 16.04.2010
    Diese Leitlinie besteht aus zwei Teilen. Der Erste Teil behandelt die "Exposure based adaption" (zu Beginn von REACH wurde hier der Begriff "Waiving" verwendet) der Testbedingungen. Das bedeutet, dass auf Tests dann verzichtet werden kann (siehe Anhang XI von REACH) wenn die Exposition für einen bestimmten Pfad ausgeschlossen werden kann.

Um einen Expositionspfad auszuschließen, ist die Einhaltung  von "strictly controlled conditions" nachzuweisen. Dieses Konzept findet sich ursprünglich im Zusammenhang mit isolierten Zwischenprodukten unter REACH (Artikel 17 und 18) und wird deshalb im zweiten Teil der Leitlinie über Zwischenprodukte erläutert.

  • Leitlinie zur Ableitung von  DNELs/DMELs aus Humandaten, Stand 30.04.2010
  • Leitlinie zu Stoffen in Erzeugnissen, Stand 21.04.2010

Die jeweils aktuellen Stände der Leitlinien und den Stand der Diskussion finden Sie unter: http://guidance.echa.europa.eu/guidance4_en.htm

CLP

Leitlinie zur Erstellung eines Dossiers zur Harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung Endversion von 18.05.2010

2. Neuigkeiten von anderen Behörden/Verbänden/NGO´s

Updates für das IUCLID Technical Completeness Check (TCC) und das Chemical Safety Report (CSR) Plug in veröffentlicht

Es wurden neue Versionen von zwei Plug-In Anwendungen für IUCLID 5.2 veröffentlicht. Beide Anwendungen wurden schon in diesem Jahr veröffentlich und nun konnten einige Fehler behoben werden.
Mit dem TCC Tool kann der Nutzer von IUCLID überprüfen, ob seine Eingaben in IUCLID ausreichend sind um die automatische Dossierkontrolle der ECHA im Rahmen einer Registrierung zu passieren. Dies ist wichtig, um vor einer Einreichung zu überprüfen ob ein Dossier vollständig ist. Man simuliert dort also eine Einreichung des Registrierungsdossiers.
Mit der CSR Anwendung konnten Daten aus der IUCLID Datenbank in das Format des Stoffsicherheitsberichts exportiert werden um anschließend manuell weiter bearbeitet zu werden. Hier ermöglicht die neue Anwendung Chesar (siehe 1. Meldung) weitere Möglichkeiten zur Unterstützung des Erstellers eines solchen Berichts.
Die Änderungen und Anwendungen sind auf der IUCLID Internetseite der Kommission zu finden: http://iuclid.echa.europa.eu/index.php?fuseaction=home.news&type=public&id=34

Bericht Informationsveranstaltung: REACH für Anwender - Update-Veranstaltung: Aktuelle Informationen zum Thema Expositionsabschätzung für den Stoffsicherheitsbericht

In einer Veranstaltung zu "Aktuelle Informationen zum Thema Expositionsabschätzung für den Stoffsicherheitsbericht" informierte die BAuA über aktuelle Entwicklungen zu Methoden und Instrumenten zur Bewertung von Stoffen unter REACH. Die Veranstaltung fand am 22. April 2010 in Berlin statt.
Ziel war es, den Teilnehmern aus Wirtschaft und Verwaltung praxisnahe Hilfen bei der Erstellung von Expositionsszenarien im Rahmen des Stoffsicherheitsberichtes aufzuzeigen und sie dadurch im Prozess der Erstellung der Registrierungsdossiers unter REACH zu unterstützen.
Experten aus unterschiedlichen Themengebieten gaben während ihrer Präsentationen und der nachfolgenden, regen Diskussion Antworten auf die zahlreichen Fragen der Teilnehmer.
Die Vorträge können Sie auf den Internetseiten des nationalen REACH-CLP Helpdesks herunterladen:

Gemische unter REACH und Expositionsabschätzungen durch nachgeschaltete Anwender – Dirk Bunke (Öko-Institut e.V. Freiburg) http://www.reach-clp-helpdesk.de/cae/servlet/contentblob/992698/publicationFile/62821/100422-1-Bunke.pdf

CHESAR - Werkzeug zur Erstellung des Stoffsicherheitsberichtes im Rahmen von REACH – Andreas Ahrens (ECHA) http://www.reach-clp-helpdesk.de/cae/servlet/contentblob/1004898/publicationFile/64019/100422-2-Ahrens.pdf

Ecetoc Targeted Risk Assessment (TRA) - Worker Tool – Nico Adler (CFCS-Consult GmbH) http://www.reach-clp-helpdesk.de/cae/servlet/contentblob/992730/publicationFile/62823/100422-3-Adler.pdf

Möglichkeiten der Expositionsabschätzung für den Arbeitsplatz, EMKG-Expo-Tool – Martin Tischer (BAuA) http://www.reach-clp-helpdesk.de/cae/servlet/contentblob/992700/publicationFile/62824/100422-4-Tischer.pdf

Messung und Abschätzung von Hautbelastungen durch Gefahrstoffe – Dagmar Holthenrich (BAuA) http://www.reach-clp-helpdesk.de/cae/servlet/contentblob/992734/publicationFile/62825/100422-5-Holthenrich.pdf

Validierung des Stoffenmanager Expositionsmodells mit Hilfe von Daten aus der IFA Expositionsdatenbank MEGA – Dorothea Koppisch / Roger Stamm (Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)) http://www.reach-clp-helpdesk.de/cae/servlet/contentblob/992744/publicationFile/62826/100422-6-Koppisch-Stamm.pdf

Exposition von Verbrauchern: Besonderheiten und Instrumente zur Expositionsbewertung unter REACH –  Gerhard Heinemeyer (BfR) http://www.reach-clp-helpdesk.de/cae/servlet/contentblob/1003154/publicationFile/63837/100422-7-Heinemeyer.pdf

Die Umweltexpositionsbewertung an einem praktischen Beispiel – Nanette Aust (UBA) http://www.reach-clp-helpdesk.de/cae/servlet/contentblob/992748/publicationFile/62828/100422-8-Aust.pdf

CEFIC veröffentlicht Übersicht über SPERCS zur Nutzung in der Stoffsicherheitsbewertung

Zahlreiche Industrieverbände haben zur Unterstützung ihrer Mitglieder spezifische Annahmen zur Abschätzung der Umweltexposition für typische Anwendungen von Stoffen in ihren Branchen zusammen getragen. Diese  sogenannten "SPERCS" (specific Environmental Release Classes) verfeinern die Annahmen der "Environmental Release Categories" des Use Descriptor Systems und ermöglichen so den Firmen genauere Expositionsbewertungen durchzuführen als auf der Stufe des Tier 1 vorgesehen. Die CEFIC hat zahlreiche SPERCS von einzelnen Verbänden nun in einem EXCEL Datenblatt zusammen gestellt und auf der CEFIC Internetseite verfügbar gemacht. Unternehmen, die Stoffsicherheitsbewertungen für Stoffe durchführen, können diese dort erhalten http://cefic.org/files/downloads/SPERC-Overview-Table-Final-for-publication-April%202010.xls.
Wichtig werden diese Parameter speziell vor dem Hintergrund des neu entwickelten Tools der ECHA zur Stoffsicherheitsbewertung Chesar, in das diese Annahmen eingepflegt werden können.
Einzelne "Fact Sheets" mit Begründungen zu den Annahmen der SPERCS werden augenblicklich erarbeitet und sollen auch bald verfügbar gemacht werden. Hier kann ein Akteur überprüfen, ob die Grundannahmen, die den einzelnen Werten der SPERCS zu Grunde liegen, auch auf seine Bedingungen zutreffen und er die SPERCS so verwenden kann.

VCI-REACH-Praxisführer zur Expositionsbewertung und zur Kommunikation in den Lieferketten: Neuer Teil zur Bewertung von Gemischen

Der VCI hat zusammen mit dem Öko-Institut e.V. (in Zusammenarbeit mit FoBiG) den REACH Praxisführer zu Expositionsbewertung und Kommunikation in den Lieferketten um einen weiteren Teil ergänzt, der sich mit der Bewertung von Gemischen befasst.
Viele Stoffe werden in Gemischen eingesetzt. Und deshalb sind für die REACH-Registrierung auch Verwendungen eines Stoffes in Gemischen im Stoffsicherheitsbericht zu berücksichtigen und Expositionsszenarien für diese Verwendungen gefährlicher Stoffe zu erstellen. Damit bestehen nicht nur neue Anforderungen für Hersteller/Importeure, sondern auch für nachgeschaltete Anwender, die Gemische herstellen (Formulierer). Der neue Praxisführer-Band hilft bei der Erfüllung dieser Anforderungen. Er gibt Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Wie kann ein Registrant in seiner Stoffsicherheitsbewertung die Verwendung eines Stoffes in Gemischen berücksichtigen– bezogen auf zugehörige Expositionsszenarien?
  • Wie sollte ein Formulierer bei der Bewertung eines Gemisches praktisch vorgehen? Wie kann er geeignete Risikomanagement-Maßnahmen und Anwendungsbedingungen für das von ihm hergestellte Gemisch ermitteln?
  • Wie können Expositionsszenarien für Gemische entwickelt werden und wie können diese in erweiterten Sicherheitsdatenblättern berücksichtigt werden?

Erhältlich ist dieser Teil des VCI-Praxisführers (bisher nur in Englisch, deutsche Fassung in der Erstellung)  unter folgender Internetadresse: http://www.vci.de/Default2~cmd~get_dwnld~docnr~125022~file~Part%5FIII%2Epdf.htm

Eine Übersicht über den gesamten Praxisführer und alle Dokumente finden Sie unter:
http://www.vci.de/default~cmd~shd~docnr~125022~lastDokNr~102474.htm

Projekt zur Unterstützung von Recyclern bei der Erstellung von Sicherheitsdatenblättern für Kunststoffrezyklate ins Leben gerufen

Vier Verbände der Kunststoffindustrie haben ein Projekt aufgesetzt, um Recycler von Kunststoffen bei der Erstellung von Sicherheitsdatenblättern zu unterstützen. Hintergrund des Projektes ist der Umstand, dass Recycler von der REACH-Registrierung ihrer recycelten Stoffe unter bestimmten Voraussetzungen ausgenommen sind, jedoch eine Einstufung und Kennzeichnung der Stoffe vornehmen müssen und REACH-konforme Sicherheitsdatenblätter liefern müssen.
Im Fall von Stoffen die "normal" unter REACH registriert werden, bilden die Daten aus der Registrierung die Grundlage für Informationen die in der Lieferkette weitergereicht werden. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich für die Recycler dabei durch die stark schwankende Zusammensetzung der Eingangsmaterialien und Verunreinigungen der Rezyklate aus der Herstellung (z.B. zugefügte Additive), der Nutzung (z. B. Restanhaftung von Stoffen in Behältern) oder der Abfallphase (z. B. Durchmischung mit Fremdkunststoffen). Somit ergeben sich z. T. Unterschiede zwischen Recyclingkunststoffen und den primären Kunststoffen bezüglich ihres Gefährlichkeitsprofils. Erschwerend kommt unter REACH hinzu, dass nicht die Kunststoffpolymere registriert werden sondern die Bestandteile des Kunststoffs, also die Monomere und die Additive.

Um nun die nötigen Informationen für die Recycler bereit zu stellen, wollen die Verbände European Plastics Converters (EuPC), European Plastics Recyclers (EuPR), PlasticsEurope und Vinyl 2010 in einem Projekt namens "Safety Datasheets for Recyclates project" (SDS-R) passende Sicherheitsdatenblätter für Recycler erstellen.
Diese sollen dann über eine Internetseite zur Verfügung gestellt und dort heruntergeladen werden können. Die Datenblätter sollen auch historisch verwendete Inhaltststoffe berücksichtigen und mit toxikologischen Daten für die Additive hinterlegt werden. Recycler werden Informationen zu den von ihnen recycelten Produkten eingeben müssen, um so ein für sie passendes Datenblatt zu erhalten. Recycler sollten sich also frühzeitig darum kümmern, wie ihre Eingangsströme zusammengesetzt sind und mit welchen einstufungsrelevanten Inhaltsstoffen sie in welchem Umfang rechnen müssen.
Es wird erwartet, dass erste Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte 2010 zur Verfügung stehen werden.