Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2010-07

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg, ein Projekt, das von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg initiiert wird, um die Wirtschaftsakteure die der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach.hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

Neues aus der ECHA

1. Kein Kurzleitfaden zu Stoffidentität: gleicher Stoff – unterschiedliche Kristallstruktur

Die ECHA wollte mit der Veröffentlichung eines Kurzleitfadens "Practical guide 11: How to address specific substance identification issues" am 22. Juni 2010 klar stellen, dass Stoffe mit gleicher chemischer Zusammensetzung aber unterschiedlicher kristalliner Struktur als unterschiedliche Stoffe zu betrachten und daher auch getrennte Registrierungen einzureichen sind.
Am 21. Juli 2010 wurde dieser Kurzleitfaden wieder zurückgezogen:  Rückmeldungen ergaben, dass der Inhalt zu Fehlinterpretationen führen könne. Eine überarbeitet Version soll in Kürze veröffentlicht werden. Die Pressemitteilung der ECHA erhalten Sie unter:
http://echa.europa.eu/news/press_en.asp#press20100721European

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2. Konsultationsverfahrens für acht Stoffe in das Zulassungsverfahrens

Die ECHA hat am 1.7.2010 nun das zweite Konsultationsverfahren für weitere acht priorisierte Stoffe in das Zulassungsverfahren eröffnet. Damit besteht jetzt für alle interessierten Kreise die Möglichkeit bis zum 30.9.2010 Kommentare mittels online-Formular an die ECHA einzureichen (http://echa.europa.eu/consultations/authorisation/draft_recommendations/recommendations_en.asp).
Diese Kommentare werden im weiteren Prozess berücksichtigt und ggf. wird die ECHA ihre Empfehlung zur Aufnahme in den Anhang XIV anpassen. Ein Stoff, der in den Anhang XIV aufgenommen wird, wird zukünftig dem Zulassungsverfahren unterliegen. Es handelt sich um die folgenden Stoffe:

  • Diisobutyl phthalate (DIBP)
  • Diarsenic trioxide
  • Diarsenic pentaoxide
  • Lead chromate
  • Lead sulfochromate yellow (C.I. Pigment Yellow 34)
  • Lead chromate molybdate sulfate red (C.I. Pigment Red 104)
  • Tris (2-chloroethyl) phosphate (TCEP)
  • 2,4-Dinitrotoluene

Die erste Empfehlung der ECHA zur Aufnahme von sieben prioritären Stoffen in den Anhang XIV wurde am 1. Juni 2009 veröffentlicht (http://echa.europa.eu/chem_data/authorisation_process/annex_xiv_rec_en.asp). Hier wurden die folgenden Stoffe empfohlen:

  • 5-tert-butyl-2,4,6-trinitro-m-xylene (musk-xylene)
  • 4,4'- Diaminodiphenylmethane (MDA)
  • Alkanes, C10-13, chloro- (Short Chain Chlorinated Paraffins, SCCP)
  • Hexabromocyclododecan (HBCDD)
  • Bis(2-ethylhexyl)phthalate (DEHP)
  • Benzyl butyl phthalate (BBP)
  • Dibutyl phthalate (DBP)

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3. Ankündigung weiterer SVHC für die Kandidatenliste

Deutschland und Österreich haben angekündigt, am 2.8.2010 für weitere Stoffe die die Kriterien als SVHC erfüllen, Anhang XIV-Dossiers einzureichen. Damit sollen die Stoffe auf die Kandidatenliste für die Zulassung aufgenommen werden. Ebenfalls am 2.8.2010  werden Norwegen und Belgien weitere Dossiers einreichen. Die Liste der Stoffe, für die die Einreichung eines Anhang XV-Dossier geplant ist, finden Sie unter:
http://echa.europa.eu/chem_data/reg_int_tables/reg_int_curr_int_en.asp

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4. Informationsdienst für frühe Leitregistranten

In ihrem aktuellen Newsletter beschreibt die ECHA, dass die Menge der vor der Registrierungsfrist 2010 eingehenden Registrierungsdossiers immer noch weit unter der erhofften Anzahl liegt. Daher versucht sie nun unter anderem mit Maßnahmen wie einem besonderen telefonischen Auskunftsdienst für solche Leitregistranten, die die Einreichung des Dossiers vor dem 30. November beabsichtigen, zu erreiche, dass die Dossiers zügig eingereicht werden. Um diesen Dienst nutzen zu können, müssen die Leitregistranten sich bei der ECHA anmelden und das "Joint Submission Object" in der REACH-IT anlegen, welches die Voraussetzung für die Einreichung einer gemeinsamen Registrierung ist. Mehr dazu unter:
http://echa.europa.eu/doc/press/pr_10_14_early_lead_registrants_20100624.pdf

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5. Neue IT-Tools und Anleitungen Aktualisierung von IUCLID 5.2

Auch IUCLID 5.2 ist jetzt aktualisiert worden. Mit der Version 5.2.1 wurden einige Fehler korrigiert und Verbesserungsvorschläge, die über das IUCLID 5 Helpdesk eingebracht wurden, umgesetzt. Die Installation wird daher empfohlen. Allerdings ist unbedingt zu beachten, dass Dossiers, die in der neuen Version erstellt werden, auch nur in die neue Version importiert werden können! Dossiers, die in älteren Versionen erstellt wurden, können aber natürlich in die neue Version importiert werden.
Mehr dazu unter
http://iuclid.echa.europa.eu/

Neue Version des TCC-IT-Tools

Die ECHA hat das IT-Tool zur Vollständigkeitsprüfung überarbeitet. Mit dem sogenannten TCC-Tool (Technical Completeness Tool) für IUCLID 5, kann vor Einreichung bei der ECHA überprüft werden, ob das Registrierungsdossier bzw. die Meldung zum Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vollständig ausgefüllt ist. Sie finden das Tool unter:
http://iuclid.echa.europa.eu/

IT-Tool, zur Prüfung, welche Informationen veröffentlicht werden

Am 30.06.2010 wurde ein weiteres IUCLID 5 plug-in veröffentlicht. Mit dem Tool kann simuliert werden, welche Informationen aus dem Registrierungsdossier, das in IUCLID 5 erstellt wurde, im Internet von der ECHA veröffentlicht werden. Es steht sowohl für die Einzelplatz- als auch die Server-Version von IUCLID 5 zur Verfügung. Sie können das plug-in hier herunter laden:
http://iuclid.echa.europa.eu/

Erstes update des Chesar-Tools

Am 7.7.2010 ist die Version 1.1 des ECHA-Tools zur Erstellung des Chemikaliensicherheitsberichts zum Download bereitgestellt worden. Mit dieser Version ist jetzt die Erstellung eines vollständigen Stoffsicherheitsberichtes (Chemical Safety Report (CSR)) als Text- und xml-Format möglich, wenn die Gefährlichkeitsbeurteilung und die Expositionsbewertung eines Stoffes abgeschlossen sind. Um die Konsistenz zwischen den im CSR erstellten Expositionsszenarien (ES) und dem Dossier sicher zu stellen, können die identifizierten Verwendungen auch direkt in IUCLID 5, Sektion 3.5, exportiert werden. Allerding können mit dieser Version immer noch keine ES erstellt werden. Außerdem ist das Tool auch nicht geeignet, um mit der IUCLID 5 Server Version installiert zu werden. Das nächste update ist für den Herbst 2010 geplant. Sie erhalten das Tool und entsprechende Anleitungen unter
http://chesar.echa.europa.eu/

Leitlinien zu Informationsanforderungen und Stoffsicherheitsbeurteilung

Jetzt ist auch das Kapitel "Teil D: Erstellung von Expositionsszenarien" in deutscher Sprache verfügbar. Sie finden die Leitlinien unter folgender Seite:
http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/information_requirements_de.htm

Anleitung zur Einreichung des Stoffsicherheitsberichtes
Die ECHA hat eine neue Anleitung "Data Submission Manual 19: How to submit a CSR as part of a joint submission?" erstellt, in der erläutert wird, wie ein Stoffsicherheitsbericht als Teil der gemeinsamen Registrierung eingereicht wird.
Sie erhalten weitere Informationen und die Anleitung unter folgender Internetadresse:
http://echa.europa.eu/help/help_docs_en.asp

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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs

1. Beschränkung von PAK in Verbraucherprodukten angeregt

Das Auftreten von PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) in hohen und extrem hohen Gehalten in Verbraucherprodukten und Spielzeug wurde in den vergangenen Jahren wiederholt durch Untersuchungen verschiedener Institutionen wie Stiftung Warentest, TÜV Rheinland, Bundesinstitut für Risikobewertung gezeigt.
In den Untersuchungen fielen vor allem Importprodukte durch hohe PAK-Gehalte z. B. in Gummigriffen auf. Während für Weichmacheröle, die zur Herstellung von Reifen verwendet werden, Beschränkungen bestehen, existieren für andere Produkte keinerlei Grenzwerte. Um das Problem möglichst schnell anzugehen, haben jetzt die zuständigen deutschen Behörden ein Beschränkungsdossier erstellt und an die EU Kommission übermittelt, mit dem Vorschlag PAK in Verbraucherprodukten und Spielzeug nach dem vereinfachten Verfahren zu beschränken (REACH Artikel 68(1)). Lesen Sie dazu auch
http://www.reach-clp-helpdesk.de/cln_134/reach/de/Aktuelles/Aktuelles.html

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2. VCI-Praxisführer für Gemische

Der von VCI und dem Öko-Institut e.V. (in Zusammenarbeit mit FoBiG) erstellten "REACH Praxisführer zur Expositionsbewertung und zur Kommunikation in den Lieferketten Teil III: REACH und Gemische" liegt jetzt in englischer Sprache und in deutscher Übersetzung vor.
Der Praxisführer richtet sich vor allem an Hersteller von Gemischen, aber auch an Registranten, die die Verwendung ihrer Stoffe in Gemischen abdecken wollen. Er enthält ein in der Industrie abgestimmtes Konzept, wie Gemische bewertet und erweiterte Sicherheitsdatenblätter (eSDB) erstellt werden sollten. Den neuen Praxisführer erhalten Sie hier
http://cefic.org/templates/shwPublications.asp?HID=750

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3. CEFIC veröffentlicht Leitfaden zu SPERCs

Die CEFIC (European Chemical Industry Council ) hat einen Leitfaden zur Erstellung der sogenannten Specific Environmental Release Categories (SPERCs) – den spezifischen Umweltfreisetzungskategorien erstellt. Dieser soll die Akteure unterstützen, die Stoffsicherheitsbeurteilung durchzuführen und die Kommunikation in der Lieferkette einheitlich zu gestalten.
Ein Katalog mit SPERs wurde bereits von acht verschiedenen Industriesektoren wie z. B. Textil, Lösemittel erstellt. Allerdings sind noch keine Beispiele für eine "Beste Praxis" enthalten, da für dieses neue Feld erst einmal die theoretischen Methoden erarbeitet werden mussten.
Die SPERCs enthalten sektorspezifische konservative Annahmen über Freisetzungen in die Umwelt und Effizienzen üblicher Risikomanagementmaßnahmen und Anwendungsbedingungen. Hintergrundmaterial dazu (factsheets), welches eine Begründung für die Auswahl der getroffenen Annahmen enthält, wird erstellt und soll in Kürze veröffentlicht werden.  Mehr dazu unter
http://cefic.org/templates/shwPublications.asp?HID=750&T=806

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4. CEFIC Leitfaden zu Zwischenprodukte und streng kontrollierte Bedingungen aktualisiert

Die CEFIC hat ihren insbesondere von Behörden kritisierten Leitfaden zu streng kontrollierten Zwischenprodukten aktualisiert. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der ECHA Leitfaden zu Zwischenprodukten sich noch im Konsultationsverfahren befindet und die Interpretation, was streng kontrollierte Bedingungen sind weiterhin zwischen Industrie und Behörden diskutiert wird. Illustriert wird die Auslegung der Industrie mit Beispielen.
Sie finden die Dokumente und weitere Informationen unter:
http://cefic.org/templates/shwPublications.asp?HID=750

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5. SIN-list neu gestaltet

Die Nichtregierungsorganisation Chemsec hat ihre SIN-List (Substitute-It-Now http://www.sinlist.org/ ) um weitere Informationen ergänzt. Einer übersichtlichen Datenbank können zu den Stoffen jetzt Informationen zu möglichen Verwendungen, den möglichen Gesundheits – und Umweltgefahren, den Schnittstellen zu anderen relevanten EU-Listen und dem Produktionsvolumen entnommen werden.
Neben den Informationen zu den möglichen Verwendungen, die Erzeugnisse wie z. B. Elektronik, Baustoffe oder Materialien wie z.B. Plastik, Metall enthalten, ist sicher auch das erwartete Registrierungsdatum interessant. Hier stützt sich Chemsec auf Angaben der ECHA. Das Registrierungsdatum kann vor allem für Importeure/Produzenten von Erzeugnissen relevant werden: Ist ein SVHC der Kandidatenliste in Konzentrationen von >0,1% (w/w) und in Mengen von mehr als 1t/a enthalten pro Importeur/Produzent enthalten, muss dieser ab 2011 bei der ECHA notifiziert werden. Dies allerdings nur, wenn der Stoff nicht bereits für diese Verwendung registriert wurde (Artikel 7(5). Wird der Stoff jedoch aufgrund der in der EU hergestellten Menge erst 2013 oder 2018 registriert, so wird die Verwendung auch erst dann registriert. Ein Importeur muss dann ggf. aber vorher melden und kann sich nicht auf eine bereits in der Registrierung abgedeckte Verwendung berufen. Die SIN-list Datenbank finden Sie unter
http://w3.chemsec.org/

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6. Ergänzung der ETUC-Liste

Auch die Europäische Gewerkschaftsorganisation ETUC (European Trade Union Confederation) hat weitere 29 Stoffe auf ihre SVHC-Liste aufgenommen. Die Liste enthält jetzt 334 Stoffe, die aus Sicht der Gewerkschaft hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit für den Arbeitsplatz prioritär in das Zulassungsverfahren aufgenommen werden sollten. Mehr dazu erfahren Sie unter:

www.etuc.org/a/7479

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Veranstaltungen

1. 5.Stakeholders`Day

Termin: 4. Oktober 2010

Veranstalter: ECHA

Ort: Helsinki in der "CongressWind of the Helsinki Fair Centre" (Messukeskus)

Veranstaltungstyp: Informationsveranstaltung (Vorträge mit der Möglichkeit Fragen zu stellen)

Zielgruppe:           Industrie, Registranten

Inhalte:

  • Aktuelle Informationen zu Registrierung und Dossierbewertung durch die ECHA. Es werden häufig festgestellte Probleme bei den bisher eingegangenen Dossiers dargestellt und Ratschläge zur Verbesserung sowie Beispiel für eine "Beste Praxis" gegeben.
  • Ein Überblick über das Zulassungsverfahren sowie Musterbeispiele von Industrievertretern und nationalen Behörden zu diesem Verfahren werden den Teilnehmern vorgestellt.
  • Die Veranstaltung kann ebenfalls über das Internet im web-stream life verfolgt werden. Die Aufzeichnung der Veranstaltung wird bis 1 Jahr nach der Veranstaltung im  Internet zur Verfügung stehen. Auch die Präsentationen werden bereitgestellt.

 

Teilnahmebedingungen: kostenlos, Veranstaltungssprache ist Englisch

Detailinformation: Weitere Informationen zu der Veranstaltung und Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter

http://echa.europa.eu/news/events/5th_stakeholders_day_en.asp

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2. UBA REACH in der Praxis Workshop-Reihe - weitere Veranstaltungen

Konferenzankündigungen

Fachworkshop Nr. 11
Zugang und Nutzung der REACh-Daten durch die Umweltbehörden
Datum: 31.08.2010
Ort: UBA Berlin, Bismarkplatz
Anmeldung bitte an: anmeldung@reach-konferenz.de
Weitere Informationen werden demnächst auf der Webseite http://www.reach-konferenz.de/ zur Verfügung gestellt.

Fachworkshop Nr. 12
Sozioökonomische Analyse unter REACH
Datum: 13.09.2010
Ort: Presse- und Besucherzentrum, Reichstagufer 14, 10117 Berlin
Anmeldung bitte an: anmeldung@reach-konferenz.de
Weitere Informationen werden demnächst auf der Webseite http://www.reach-konferenz.de/ zur Verfügung gestellt.

Fachworkshop Nr. 13
Abschlussworkshop
Datum: 28.09.2010
Ort: Landesvertretung Sachsen-Anhalt in Berlin
Anmeldung bitte an: anmeldung@reach-konferenz.de
Weitere Informationen werden demnächst auf der Webseite http://www.reach-konferenz.de/ zur Verfügung gestellt.

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Bereiten Sie sich auf die Meldung an das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vor!