Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2011-03

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus der ECHA


1. 2010 Registrierungen – Ergebnisse aus der Dossierbewertung

Das E von REACH umfasst die Evaluation – die Bewertung – der Aktivitäten der REACH Akteure. Sie besteht aus drei Teilen,

  1. einem "compliance check" bei dem überprüft wird ob die eingereichten Informationen in einem Dossier den rechtlichen Anforderungen genügen. Dabei werden mindestens 5 % der eingereichten Dossiers eines jeden Mengenbands überprüft,
  2. einer Überprüfung von Test Vorschlägen,
  3. der Stoffbewertung, bei der überprüft wird ob von den Verwendungen eines Stoffs (zusammen) ein Risiko für Mensch und/oder Umwelt ausgeht.

Die Beiden ersten Überprüfungen werden von der ECHA durchgeführt, wohingegen die Stoffbewertung von den Behörden der Mitgliedsstaaten durchgeführt wird.
Die ECHA hat nun einen Bericht zu ihren Aktivitäten veröffentlicht. Im Jahr 2010 hat die ECHA für 273 Dossiers eine Bewertung durchgeführt. Bei 151 Bewertungen handelte es sich um Prüfungen auf Erfüllung der Anforderungen (Punkt 1), 123 Bewertungen hatten eine Prüfung von Versuchsvorschlägen zum Inhalt (Punkt 2).
Eine wichtige Beobachtung für die ECHA war, dass für viele der eingereichten Dossiers Qualitätsmängel festgestellt wurden. Bei zahlreichen Dossiers wurden zusätzliche Daten nachgefordert oder zumindest eine Kommunikation mit den Registranten aufgenommen, wie die Daten besser aufbereitet werden könnten.
Auch wurden viele Dossiers zu Zwischenprodukten überprüft, um zu sehen ob die Voraussetzungen für die geringeren Datenanforderungen gegeben waren. Insgesamt wurden 11 Dossiers im Detail überprüft und in allen Fällen wurden Daten nachgefordert.
Insgesamt werden im Bericht die entscheidenden Punkte für mögliche Abweichungen identifiziert und als Empfehlung zur besonderen Beachtung den REACH Akteuren mitgeteilt:

  • Die Stoffientität muss klar beschrieben sein;
  • Jegliche Abweichung von Standardtestprogramm muss die Anforderungen des Anhangs XI oder der Spalte 2 der Anhänge VII-X erfüllen und eine klare Rechtfertigung für die jeweilige Abweichung enthalten.
  • Die Studienzusammenfassungen müssen hinreichende Informationen enthalten um eine unabhängige Bewertung zu ermöglichen
  • Einstufung und Kennzeichnung sollten mit möglichen bereits bestehenden harmonisierten Einstufungen und Kennzeichnungen des Stoffs übereinstimmen
  • Testvorschläge für Tests der Anhänge IX und X müssen zunächst eingereicht werden. Eine Durchführung ohne Genehmigung kann ggf. zu rechtlichen Konsequenzen führen
  • Registranten sind verpflichtet Daten zu Tierversuchen zu teilen und vor der Einreichung die Kosten zu diesen Tests zu teilen

Der Bericht enthält darüber hinaus zahlreiche Details zu den hier beschriebenen Themenfeldern, die Registranten eine Hilfe sein könnten bei der Erstellung zukünftiger Dossiers. Der Bericht ist erhältlich bei der ECHA unter http://echa.europa.eu/doc/evaluation_under_reach_progress_report_2010.pdf


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2. Neue Stoffe für die Kandidatenliste in der öffentlichen Konsultation

Die ECHA hat sieben neue Stoffe veröffentlicht die hinsichtlich ihrer SVHC Eigenschaften untersucht werden Ein weiterer Stoff wird überarbeitet. Die Stoffe sind:

  • Cobalt dichloride    EC 231-589-4    CAS7646-79-9
  • 2-ethoxyethyl acetate    EC 203-839-2    CAS 111-15-9
  • strontium chromate    EC 232-142-6    CAS02.06.7789
  • 1,2-Benzenedicarboxylic acid, di-C7-11-branched and linear alkyl esters    EC 271-084-6    CAS 68515-42-4
  • Hydrazine    EC 206-114-9    CAS 7803-57-8 und 302-01-2
  • 1-methyl-2-pyrrolidone    EC 212-828-1    CAS 872-50-4
  • 1,2,3-trichloropropane    EC 202-486-1    CAS 96-18-4
  • 1,2-Benzenedicarboxylic acid, di-C6-8-branched alkyl esters, C7-rich    EC 276-158-1    CAS 71888-89-6

Alle Stoffe werden aufgrund ihrer CMR Eigenschaften untersucht. Wenn Sie an den Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stoffen interessiert sind oder Kommentare zur Aufnahme der Stoffe abgeben wollen, besuchen sie die ECHA Internetseite unter: http://echa.europa.eu/consultations/authorisation/svhc/svhc_cons_en.asp


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3. Vorbereitung auf die Zulassung – Angebote der ECHA

Mit der ersten Befüllung des Anhangs XIV im Februar letzten Monats bekommt auch das A von REACH verstärkt Relevanz. Für die neu gelisteten Stoffe müssen, um eine fortgesetzte Verwendung zu gewährleisten je nach Stoff bis 21.08.2014, 21.02.2015 oder 21.08.2015 Zulassungen erteilt worden sein (letzter Antragstermin ist entsprechend mindestens 18 Monate vor dem geschilderten Termin, also ggf. schon Anfang 2013 - z.B.: 4,4’- Diaminodiphenylmethan (MDA) EG-Nr.: 202-974-4 CAS-Nr.: 101-77-9).
Antragssteller einer Zulassung können alle Akteure unter REACH sein, die einen Stoff verwenden, also auch Nachgeschaltete Anwender. Keine Verwendung ist die Anwesenheit eines Stoffs in einem Erzeugnis (der Einbau desselben in das Erzeugnis schon).
Ein Zulassungsantrag ist Aufwendig und erfordert von den Antragsstellern eine gründliche Risikobewertung des Stoffes und seiner Verwendungen und ggf. weitergehende Betrachtungen zu den sozioökonomischen Auswirkungen einer fortgesetzten Verwendung. Solche Betrachtungen sind für viele Verwender von Stoffen neu. Daher hat die ECHA eine Reihe von Unterstützungsmaterialien herausgegeben und eine Internetseite lanciert die den Zulassungsprozess detailliert erklärt. Potentielle Antragssteller sollten sich frühzeitig über die Elemente eines Antrags informieren und erörtern ob und in welchem Rahmen (in Kooperation mit anderen Unternehmen, Stoffherstellern, Verbänden) ein Antrag gestellt werden kann. Die Erfahrungen mit den Registrierungen haben gezeigt, dass solche Prozesse Zeit in Anspruch nehmen. Da die Zulassung in Bezug auf die Anforderungen an das Risikomanagement noch einen Schritt weiter gehen wird hier mindestens ein vergleichbarer Zeitaufwand erwartet.

Folgende Unterstützungsangebote sind bei der ECHA verfügbar:
Neue Webseiten der ECHA zu Zulassungsanträgen http://echa.europa.eu/reach/authorisation_under_reach_en.asp 
Anhang XIV
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2011:044:0002:0006:DE:PDF 
(1) Bitte beachten Sie, dass es laut den Informationen auf der Website der Generaldirektion Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission die Datumsangaben in Anhang XIV in der im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichten Fassung fehlerhaft sind. Alle Datumsangaben (Antragsschluss und Ablauftermin) verschieben sich gegenüber den Angaben in der Tabelle um einen Monat nach hinten. Im Amtsblatt wurde eine entsprechende Berichtigung veröffentlicht. Die Berichtigung ist erhältlich unter http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2011:049:0052:0053:DE:PDF

Leitlinien zur Erstellung eines Zulassungsantrags http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/authorisation_application_en.pdf 
Leitlinien zur sozioökonomischen Analyse – Zulassung http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/sea_authorisation_en.pdf 
Weitere Informationen zu Gebühren http://echa.europa.eu/reach/authorisation_under_reach/authorisation_application/authorisation_fees_en.asp
Ankündigung des Seminars zu Zulassungsanträgen, 12. April 2011 http://echa.europa.eu/news/events/seminar_authorisation_en.asp  


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4. ECHA Webseite zu Registrierten Stoffen aktualisiert

Daten aus den Registrierungsdossiers werden auf der Internetseite der ECHA veröffentlicht. Diese Datenbank kann und soll künftig genutzt werden um Informationen zu den Stoffeigenschaften der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Es werden zum Beispiel Informationen zur Einstufung und Kennzeichnung sowohl unter CLP als auch unter der "alten" Stoffrichtlinie (67/548/EWG) veröffentlicht. Diese Informationen können z.B. Importeure von Gemischen nutzen die Einstufung ihres Gemischs zu erstellen (sofern diese nicht von ihrem Lieferant geliefert wird).
Auch Daten zu den einzelnen Endunkten (Physikalisch-Chemisch, Menschliche Gesundheit, Umwelt) sind dort zu finden und ermöglichen Nachgeschalteten Anwendern ggf. eigene Stoffsicherheitsbewertungen für ihre Verwendungen durchzuführen.
Die Seite enthält nun 691 Stoffe (Stand 08.März 2011) soll aber in Kürze deutlich ausgeweitet werden.
Die Datenbank ist erreichbar unter: http://apps.echa.europa.eu/registered/registered-sub.aspx


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5. IUCLID 5.3 – Neue Version verfügbar

Eine neue Version von IUCLID ist verfügbar. Es enthält unter anderen Anpassungen an OECD Formate zur Übermittlung von Daten aus Studien. Zudem wurden bereits Anpassungen der CLP Verordnung implementiert (siehe Unten). Außerdem wurden IUCLID so verändert, dass künftig zusätzliche Dossiertypen unterstützt werden:

  • Notifizierungspflicht des Nachgeschalteten Anwender über einen eigenen Stoffsicherheitsbericht einer nicht abgedeckten Verwendung
  • Notifizierungspflicht des Nachgeschalteten Anwender über einen SVHC in Erzeugnissen nach Artikel 7(2)
  • Erstellung von Zulassungsanträgen

Diese neuen Dossiers können erst ab der nächsten Version der ECHA Software REACH-IT eingereicht werden. Bis diese Umstellung passiert ist müssen alle Daten weiterhin mit einer IUCLID Version 5.2 eingereicht werden. Nach der Umstellung der REACH-IT kann eine Einreichung nur noch mit IUCLID 5.3 vorgenommen werden.
Siehe dazu auch ECHA-Nachrichten-Alert zur Interoperabilität von IUCLID und REACH-IT http://echa.europa.eu/doc/press/na_11_05/na_11_05_iuclid_reach-it_20110217_de.pdf .
Die Daten sind von Version 5.2 auf 5.3 übertragbar, jedoch nicht in umgekehrte Richtung. Das Tool ist bereits jetzt verfügbar. Die Plug-Ins müssen zunächst noch aktualisiert werden und werden anschließend ebenfalls zur Verfügung gestellt
Das Tool ist auf der IUCLID Seite nach Anmeldung kostenfrei erhältlich unter: http://iuclid.echa.europa.eu/


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6. Aktuelles zu Leitlinien und anderen Dokumenten

Neu verabschiedete Leitlinien Dokumente der ECHA

Die jeweilige Landessprache können sie auswählen, indem Sie das Auswahlmenü rechts oben am Kopf der Internetseite betätigen und die gewünschte Sprache einstellen.


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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs


1. Kommissionsentwurf für eine Anpassung der CLP Verordnung

Die EU-Komission beabsichtigt eine Anpassung der CLP Verordnung an den wissenschaftlichen Fortschritt. Die entsprechende Änderungsverordnung ist augenblicklich in der Überprüfung durch das Parlament und den Rat.
Die Aktualisierung hat einige Auswirkungen auf den Anhang I der Verordnung, welche die gefährlichen Eigenschaften definiert und Regeln für die Einstufung von Stoffen und Gemischen festlegt. So werden unter Anderem zwei neue Unterkategorien für sensibilisierende Stoffe der Kategorie 1 eingeführt, welche jeweils eigene Schwellenwerte für die Einstufung von Gemischen haben sollen. Bei der chronischen Toxizität gegeneüber Wasserorganismen wird eder Schwerpunkt deutlicher als bisher auf NOEC-Werte (No Observed Effect Concentration) gelegt um die Bewertung eines Stoffs vorzunehmen.
Der Entwurf ist über das Kommissions Comitologie Register erhältlich. Dazu folgen Sie folgendem link http://ec.europa.eu/transparency/regcomitology/index.cfm?do=Search.Search&NewSearch=1&CLX=de  und geben in das Feld "Nummer" diese Zahl ein 010825.
Anschließend starten sie die Suche und wählen das aktuellste Dokument aus.


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2. ChemSec kündigt neue Version der SinList für Mai 2011 an

Die Nichtregierungsorganisation ChemSec hat für den 3. Mai 2011 eine neue Version der SinList angekündigt. Vorgestellt werden soll diese im Rahmen einer Veranstaltung in Brüssel, bei der es um die Berücksichtigung der sogenannten Endocrine Disrupters oder endokrin wirksamer Stoffe gehen soll.
Endokrin wirksame Stoffe beeinflussen das Hormonsystem von Lebewesen und können so zu Schäden führen. Die wissenschaftliche Bewertung solcher Stoffe ist ausgesprochen schwierig. Daher sind Maßnahmen zur Regulierung von Stoffen die solche Eigenschaften besitzen häufig sehr umstritten (z.B. das Bisphenol A in Kunststoffen).
Unter REACH können endokrine Stoffe als besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) geregelt werden und unter Verwendung von Artikel 59 (f) auf die Kandidatenliste aufgenommen werden.
ChemSec beabsichtigt mit der Veranstaltung einen Input zur Debatte um diese Stoffe zu geben. Auch die Überarbeitung der SinList wird einige neue Stoffe enthalten, die aus diesem Grund dort aufgenommen wurden.
Informationen zu der Veranstaltung und zur SinList gibt es unter: http://www.chemsec.org/news/news-2011/686-public-hearing-on-endocrine-disrupters-and-launch-of-sin-20


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Veranstaltungen


1. 2. Sankt Augustiner Expertenfreff "Gefahrstoffe"

Veranstalter: Gemeinschaftsveranstaltung des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) mit Unfallversicherungsträgern, in diesem Jahr mit der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI), der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen und der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
Termin: 05.07.-06.07.2011, Dienstag 9:00 bis 18:00 Uhr, Mittwoch 8:30 bis 14:30 Uhr
Ort: Dorint Parkhotel Bad Neuenahr, Am Dahliengarten 1, 53474 Bad Neuenahr
Info & Anmeldung: Anmeldungen per Email an das Veranstaltungssekretariat anika.decker@dguv.de
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangsdatums berücksichtigt. Die Teilnahme wird per Email bestätigt.
Kosten: Die Teilnehmergebühr beträgt bei Anmeldung bis zum 31.05.2011 : 290,00 €, ab dem 01.06.2011 330,00 € und beinhaltet:

  • zweitägige Vortragsveranstaltung
  • Pausenbewirtung, Getränke, zwei Mittagsbuffets
  • Dinner am Abend des ersten Veranstaltungstages
  • Übernachtung vom 05.-06.07.2011 im Veranstaltungshotel inkl. Frühstück
  • Teilnehmerunterlagen auf Wechseldatenträger

Zimmerreservierung: Die Übernachtung ist in der Teilnahmegebühr enthalten. Für zusätzliche Übernachtungen wenden Sie sich bitte direkt an das Dortin Parkhotel.
Veranstaltungsart: Informationsveranstaltung mit Präsentationen mit ausreichend Raum für Diskussionen und "Netzwerkpflege" 
Zielgruppe: Praktiker des Arbeitsschutzes und der Arbeitsmedizin
Vorkenntnisse: keine

Zentrale Themen:

  • Grenzwerte im internationalen Rahmen
  • Risikokommunikation in der Gesellschaft
  • Gefahrstoffmanagement im öffentlichen Bereich
  • arbeitsmedizinische Vorsorge 
  • verschiedene aktuelle Fragen aus der Praxis

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Bereiten Sie sich auf die Meldung an das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vor!