Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2011-04

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus der ECHA


1. Meldepflicht zu SVHC in Erzeugnissen bis zum 01. Juni 2011

Produzenten und Importeure von Erzeugnissen im Sinne von REACH sind verpflichtet zum 01. Juni diesen Jahres eine Meldung über die Anwesenheit besonders besorgniserregender Stoffe bei der ECHA durchzuführen. Rechtliche Grundlage der Meldung ist der Artikel 7 (2) von REACH. Darin ist Festgelegt, dass eine Meldung zu erfolgen hat, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Der Stoff ist in einer Konzentration von mehr als 0,1 % (Gewichtsprozent) im Erzeugnis enthalten
  2. In der Summe wird der Stoff zu mehr als einer Tonne pro Jahr in die Erzeugnisse eingebaut, bzw. mit diesen importiert (bezogen auf den jeweiligen Produzenten/Importeur)

Erzeugnisse sind nach REACH alle Gegenstände deren Form und Gestalt wichtiger ist als deren Chemie. Das sind zum Beispiel sehr komplexe Gegenstände wie Autos oder Elektrogeräte, aber auch einfache Dinge wie Folien, Gummidichtungen und ähnliches. Wichtig ist auch Verpackungen in die Betrachtungen mit einzubeziehen. So gilt eine Druckerpatrone oder eine Farbsprühdose als Erzeugnis und Stoffe darin sind meldepflichtig. Der Inhalt, der Toner oder die Farbe sind gesondert zu betrachten und es ist z.B. zu ermitteln ob Registrierpflichten für die darin enthaltenen Stoffe bestehen.
Zu ermitteln sind besonders besorgniserregende Stoffe der Kandidatenliste unter REACH. Diese umfasst Stoffe die krebserregende, mutagen wirkende oder fortpflanzungsschädigende Eigenschaften besitzen, eine besondere Umweltgefahr darstellen da sie dort lange verweilen und sich in Lebewesen anreichern (PBT oder vPvB Stoffe) oder auch andere Eigenschaften besitzen die schädlich sein können (z.B. Hormonwirkung).
Die Kandidatenliste findet man bei der ECHA unter http://echa.europa.eu/chem_data/authorisation_process/candidate_list_table_en.asp
Genauere Informationen zur Kandidatenliste finden Sie auf der REACH-Hamburg Internetseite unter http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=114
Für Stoffe die sich derzeit auf der Liste befinden muss die Meldung bis zum 01. Juni erfolgt sein. Für Stoffe die später aufgenommen werden, muss die Meldung 6 Monate nach der Aufnahme erfolgt sein.
Die Meldung erfolgt über die REACH-IT. Das ist die Internetplattform auf der alle Aktivitäten unter REACH auf elektronischem Weg durchgeführt werden müssen. Dazu muss der Akteur sich zunächst bei diesem Portal anmelden (unter http://echa.europa.eu/reachit/createaccount-it_en.asp)
Anschließend muss der Akteur sich die Software IUCLID in der Version 5.3 (auch Nutzer die bereits IUCLID einer früheren Version installiert haben müssen auf diese Version wechseln, da die REACH-IT nur noch mit dieser Version kompatibel ist) im Internet herunterladen. Das Programm ist kostenfrei erhältlich unter http://iuclid.echa.europa.eu/.
Wichtig: Gegenwärtig gibt es keine andere Möglichkeit die Meldung durchzuführen! Akteure die noch unerfahren mit der Nutzung von IUCLID sind sollten unverzüglich mit den technischen Vorbereitungen beginnen und sich mit dem Programm vertraut machen. Erfahrungen haben gezeigt, dass dies einen gewissen Vorlauf braucht.
In IUCLID 5.3 müssen dann Eingaben zum Stoff, der ungefähren Menge (Mengenband) und dem jeweiligen Erzeugnis gemacht werden. Die Stoffdaten können über eine von der ECHA bereit gestellte Datei importiert werden. Die Dateien zu den Stoffen finden sich auf der Internetseite der ECHA mit der Kandidatenliste.
Die Beschreibung des Erzeugnisses erfolgt unter Verwendung der Elemente des Use Descriptor Systems http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/information_requirements_r12_de.pdf
Dort gibt es zum Beispiel die Erzeugnis Kategorie (Article Category – AC) "Plastics Articles". Darüber hinaus müssen aber noch weitere Angaben gemacht werden um welchen Plastikgegenstand es sich handelt (z.B. ein Computerkabel oder eine Plastikkiste).
Genaue Anweisungen zur Erstellung eines Meldungsdossiers liefert das Data Submission Manual Nr. 20 der ECHA erhältlich unter http://echa.europa.eu/doc/reachit/dsm20/dsm_20_v1.0_en.pdf
Ausnahmen von der Meldepflicht ermöglicht der Artikel 7(6) von REACH, der besagt, dass ein Stoff nicht gemeldet werden muss, wenn dieser bereits für eine Verwendung registriert worden ist. Da die Beschreibung der Verwendung aber häufig hinter dem zurück bleibt, was in der Meldung gefordert wird und der Zugang zu den Daten aus den Registrierungsdossier vielfach noch sehr eingeschränkt möglich ist (siehe auch Meldung zu "Neustes Update der Datenbank registrierter Stoffe"), dürfte im Regelfall eine solche Meldung notwendig werden.
Genaueres zu diesem Sachverhalt liefert auch die neue Fassung der Leitlinie zu Stoffen in Erzeugnissen (siehe Punkt 3 dieses Newsletters). 


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2. Neustes Update der Datenbank registrierter Stoffe

Daten aus den Registrierungsdossiers werden auf der Internetseite der ECHA veröffentlicht. Diese Datenbank kann und soll künftig genutzt werden um Informationen zu den Stoffeigenschaften der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Es werden zum Beispiel Informationen zur Einstufung und Kennzeichnung sowohl unter CLP als auch unter der "alten" Stoffrichtlinie (67/548/EWG) veröffentlicht. Diese Informationen können z.B. Importeure von Gemischen nutzen um die Einstufung ihres Gemischs zu erstellen (sofern diese nicht von ihrem Lieferant geliefert wird).
Auch Daten zu den einzelnen Endunkten (Physikalisch-Chemisch, Menschliche Gesundheit, Umwelt) sind auf der Seite zu finden und ermöglichen nachgeschalteten Anwendern ggf. eigene Stoffsicherheitsbewertungen für ihre Verwendungen durchzuführen.
Außerdem gibt es in auf der Seite eine Übersicht, welche Anwendungen bewertet wurden und in der Registrierung abgedeckt sind, sowie die Anwendungen in einer Beschreibung in Form des Use Deskriptor Systems.
Die Seite enthält nun 3515 Stoffe (Stand 13.April 2011) und soll weiter ausgeweitet werden. Die meisten SVHCs der Kandidatenliste sind dort ebenfalls zu finden (zum Teil mehrfach) jedoch nicht alle (Stand 14.April 2011).
Die Datenbank ist erreichbar unter: http://apps.echa.europa.eu/registered/registered-sub.aspx


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3. Aktuelles zu Leitlinien und anderen Dokumenten

  • ECHA veröffentlicht aktualisierte Leitlinien zu Stoffen in Erzeugnissen

Anfang April ist die Neufassung der Leitlinie zu Stoffen in Erzeugnissen erschienen. Dieses war vor dem Hintergrund der oben Dargestellten Meldepflichten lange erwartet worden. Gleichwohl bringt die Leitlinie nicht in allen Punkten die gewünschte finale Klärung. So ist immer noch zwischen den Mitgliedstaaten, sowie der Kommission und ECHA strittig, worauf die 0,1 % Schwelle für die Bestimmung von SVHC zu beziehen ist.
Zwar wurde die Fußnote zu den abweichenden Meinungen gestrichen, jedoch wurde sie durch eine Vorbemerkung der ECHA ersetzt, die beim Download der Leitlinie direkt mit herunter geladen wird. Für Akteure aus Deutschland ist es nach wie vor wichtig zu wissen, dass der deutsche Gesetzgeber und die Vollzugsbehörden die Rechtsauffassung vertreten, dass der Bezug auf Erzeugnisse in einem komplexen Erzeugnis zu beziehen ist ("Once an article – always an article" Ansatz) und nicht auf das komplexe Gesamterzeugnis, wie dies in der Leitlinie beschrieben ist. Andere Mitgliedsstaaten die diese Auffassung teilen, vollziehen das Gesetzt bereits in dieser Weise und verfolgen damit einen nationalen Weg (z.B. Frankreich).
Zu finden ist die Leitlinie unter: http://guidance.echa.europa.eu/public-2/getdoc.php?file=articles_en (bisher nur in Englisch)

  • ECHA veröffentlicht neue Leitlinie zur Kennzeichnung und Verpackung

In dieser neuen Leitlinie zur CLP-Verordnung wird vorrangig die Frage der angemessenen Kennzeichnung behandelt. Es wird erörtert, wie Etiketten zu gestalten sind, wie die P-Statements (Sicherheitshinweise) auszuwählen sind und Ähnliches.
Zu finden ist die Leitlinie unter: http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/clp_labelling_en.pdf


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4. Neue Version von CHESAR verfügbar

Mit einer neuen Version des CHEASR hat die ECHA das Programm an die Anforderungen des neuen IUCLID 5.3 angepasst.
CHESAR ist ein IT-Tool, das Daten aus IUCLID nutzen kann um die Stoffsicherheitsbewertung (CSA) durchzuführen sowie anschließend einen Stoffsicherheitsbericht (CSR) in vorgegebener Form erstellen zu lassen (in Textform sowie einem elektronischen Austauschformat).
Die Bewertung wird mit bereits integrierten Modellen ECETOC TRA (Arbeiter) und EUSES (Umwelt) durchgeführt. Zudem kann der Nutzer eigene Bewertungsmodelle im Programm erstellen.
Gegenwärtig ist CHESAR die einzige Plattform mit der die Erstellung des CSR möglich ist. Mittelfristig sollen standardisierte Phasen in das Programm eingepflegt werden, um so größere Austauschmöglichkeiten von Informationen zwischen Akteuren zu eröffnen. Mit der Erarbeitung dieser Phrasen ist gegenwärtig eine Industriearbeitsgruppe unter Federführung des BDI befasst (http://reach.bdi.info/380.htm). Ein weiteres Ziel soll zukünftig sein standardisierte Expositionsszenarien für erweiterte Sicherheitsdatenblätter automatisch erstellen zu können.
Die Entwicklung von CHESAR erfolgt unter Leitung der ECHA. Das Programm ist kostenfrei erhältlich unter http://chesar.echa.europa.eu/


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5. REACH- und CLP-Terminologie in 22 EU-Sprachen jetzt online verfügbar

Im Zusammenhang mit REACH und CLP wird vielfach kritisiert, dass große Teile der Hilfestellungen nur auf Englisch verfügbar sind. Um den Akteuren das Leben zu erleichtern, gibt es jetzt eine Datenbank der ECHA mit wichtigen Begriffen, wie z.B. dem Prinzip "No data No market" oder "besonders besorgniserregender Stoff". Diese sind dann erklärt im allen 22 EU-Amtssprachen verfügbar und mit einem Verweis versehen wo diese in den Regularien eine Rolle spielen.
Die Datenbank ist zugänglich unter http://echa.cdt.europa.eu/SearchByQueryEdit.do
Es gibt auch die Möglichkeit die Datenbank in EXCEL zu exportieren und somit lokal verfügbar zu haben.


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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs


1. Veröffentlichung aktualisierter Kriterien zur PBT Identifizierung (REACH Anhang XIII)

Unter REACH werden persistente, bioakkumulierende und toxische Stoffe (PBT) und sehr persistente, sehr bioakkumulierende Stoffe (vPvB) zu den besonders besorgniserregenden Stoffen gezählt. Grund dafür ist ihr dauerhaftes Verbleiben in der Umwelt, bei dem insbesondere Langzeitfolgen für Mensch und Umwelt nur schwer abgeschätzt werden können. Aus diesem Grund greift hier der Vorsorgegedanke von REACH, der z.B. beinhaltet, dass Informationen in der Lieferkette zu solchen Stoffen weitergegeben werden müssen (z.B. in Sicherheitsdatenblättern oder als Informationen zu Stoffen in Erzeugnissen). Außerdem sind PBT Eigenschaften Kriterium einer priorisierten Aufnahme in den Anhang XIV von REACH der zulassungspflichtigen Stoffe und somit auch Gegenstand von Substitutionsbemühungen.
Der neue Anhang XIII unterscheidet künftig zwischen dem Vorgehen, das für die Bewertung von Stoffen in der Registrierung gilt und dem Vorgehen für die Identifizierung von SVHC im Rahmen der Zulassung. Die grundlegenden Kriterien zur Erfüllung des PBT/vPvB Status bleiben gleich. Eine wichtige Neuerung ist jedoch, dass alle relevanten Bestandteile eines Stoffes (z.B. Verunreinigungen mit PBT Eigenschaften wie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe – PAK) und Abbauprodukte eines Stoffes mitberücksichtigt werden müssen.
Für das Screening nach PBT/vPvB Stoffen wurde die Bedeutung des Begriffes "Bioakkumulation" weiter gefasst als bisher. Im alten Anhang war damit lediglich die Aufnahme des Stoffes aus der Umgebung gemeint. Dieser Begriff wurde nun erweitert und berücksichtigt jetzt Effekte, die durch die Aufnahme von Nahrung zustande kommen. Das können z.B. auch Effekte beim Menschen sein, wenn Personen Pflanzen oder Tiere zu sich nehmen und so den Stoff aufnehmen, ohne ihm direkt in der Umwelt ausgesetzt gewesen zu sein.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Bewertung von PBT oder vPvB Eigenschaften war die Ausweitung der Bewertungsgrundlage auf weiterführende relevante Informationen, zum Beispiel aus Umweltmonitoring-Aktivitäten der Behörden.
Für Registranten von Stoffen bedeutet der neue Anhang XIII, dass künftig auch Hinweise auf PBT/vPvB Eigenschaften mit in die Bewertung einbezogen werden müssen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn lediglich kleinere Tonnagebänder eines Stoffs registriert werden. In solchen Fällen reichten die erhobenen Daten nicht aus, um eine abschließende Bewertung des PBT/vPvB Status vorzunehmen (Tests nach den Anhängen VII und VIII). Hier verpflichtet der neue Anhang XIII den Registranten ggf. zur Generierung neuer Daten. Wichtig für bereits bestehende Registrierungen ist, die Überprüfung der Registrierungsdossiers daraufhin, ob die dortigen Schlüsse zum PBT/vPvB Status der Stoffe noch mit den Anforderungen des neuen Anhang XIII übereinstimmen. Kommt der Registrant zu neuen Schlüssen oder sind ggf. Tests nachzureichen ist das Dossier zu aktualisieren. Die Registranten von Stoffen erhalten eine Übergangsfrist von zwei Jahren, um ihre unter REACH geforderten Stoffsicherheitsberichte zu aktualisieren (Stichtag ist der 19 März 2013). Mit der Veröffentlichung der Änderungsverordnung (EU) Nr. 253/2011 im Amtsblatt der Europäischen Union am 15. März 2011 trat der neue Anhang XIII unmittelbar in Kraft.
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2011:069:0007:0012:DE:PDF


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2. UBA veröffentlicht Forschungsbericht zu Nutzen von spERCs in der Umweltbewertung

Im Rahmen eines Gutachtens, das die Firma Ökopol für das Umweltbundesamt durchgeführt hat, wurde das Vorgehen verschiedener Industrieverbände zur Entwicklung und Dokumentation von sogenannten "specific environmental release categories" (spERCs) analysiert.
Die spERCs stellen spezifischere  Annahmen dar,  als die sogenannten "environmental release categories" (ERCs) der Use Descriptor Systems zur Beschreibung von Verwendungen unter REACH in der Lieferkette. Neben der puren Beschreibung einer Verwendung sind mit der Verwendung eines ERCs oder auch spERCs Annahmen verbunden, welcher Anteil eines eingesetzten Stoffes über einen bestimmten Pfad (Luft, Wasser, Boden) in die Umwelt abgegeben wird. Dabei stellen die ERCs konservative Abschätzungen dar, die ggf. die realen Verhältnisse deutlich überschätzen. Wird jedoch auf dieser Ebene kein Risiko festgestellt gelten natürlich auch Verwendungen als sicher bei denen weniger von dem Stoff freigesetzt wird. Der spERC gilt als eine Verfeinerung des ERC. Somit werden hier weitergehende Einschränkungen vorgenommen, die dazu führen, dass bei den Berechnungen zur Freisetzung geringere Anteile angenommen werden können. Gründe dafür können zum einen die genauere Beschreibung von Anwendungsbedingungen sein, bei denen weniger freigesetzt wird und zum anderen die Anwendung von Risikomanagementmaßnahmen,  die die Freisetzung herabsetzen.
Dargelegt und veröffentlicht werden diese Verfeinerungen in den sogenannten "fact sheets" zu den spERCs, so dass die getroffenen Annahmen für Registranten transparent sind und im Rahmen der Stoffsicherheitsbewertung berücksichtigt werden können. Desweiteren sollen die "fact sheets" Informationen für die Kommunikation in der Lieferkette enthalten (z.B. Angaben zum scaling)
Im Gutachten wurden übergeordnete Fragestellungen bezüglich der Struktur der Informationen in den "fact Sheets" und der Begründungen zur Ableitung der einzelnen spERCs auf einer allgemeinen Ebene analysiert und beschrieben. Die Prüfung führte zu den folgenden Ergebnissen:
Die spERCs werden seitens der Industrie zwar als Konkretisierung der ERCs verstanden.  Nach Auskunft von befragten Verbandsvertretern ist es jedoch notwendig, dass die Bedingungen der spERCs durch die Registranten angepasst werden müssen auf deren spezifische Bedingungen. D.h. der Registrant muss sich versichern, dass von ihm betrachtete Verwendungen unter Bedingungen stattfinden, die getroffene Annahmen zur Freisetzung rechtfertigen. Dieser Anspruch der Organisationen, die mit der Entwicklung der spERCs befasst waren unterscheidet sich von den allgemeinen Erwartungen der REACH Akteure (Behörden, nachgeschaltete Anwender etc.), die nicht an der Entwicklung der spERCs beteiligt sind in Bezug auf den Grad der Konkretisierung der Informationen zu den Verwendungen. Wichtige Punkte sind:

  • In den "fact Sheets" werden die Verwendungsbedingungen zum Teil sehr allgemein formuliert.
  • Es gibt wenig konkrete Hinweise für den Registranten, welche spezifischen Bedingungen angenommen werden und zu kommunizieren sind.
  • Die Verwendungen selbst sind häufig sehr breit definiert, wobei beschreibende Informationen in den verschiedenen Abschnitten der "fact Sheets" z.T. uneinheitlich präsentiert werden.
  • Die Standardwerte werden aus unterschiedlichen Quellen und mit unterschiedlichen Methoden abgeleitet, vielfach ist allerdings die Begründung für die Werte nicht ausreichend dokumentiert.

Ein zentraler Aspekt für die zukünftige Weiterentwicklung der spERCs ist es, eindeutig abzuleiten und darzulegen, ob Emissionsfaktoren mit oder ohne Risikomanagementmaßnahmen gelten. Dies ist in den "fact Sheets" konsistent und verständlich zu beschreiben. Des Weiteren sollten die Informationen zur Beschreibung der Abdeckung der spERCs kürzer und übersichtlicher strukturiert und präsentiert werden. Die Dokumentation der Begründungen für Werte und Annahmen sollte verbessert werden.
Der Bericht ist erhältlich unter: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4085.pdf


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3. UBA veröffentlicht Bericht zu gefährlichen Stoffen in Erzeugnissen

In einem Projekt hat das Umweltbundesamt unter der Leitung des Unternehmens  Forschungs- und Beratungsinstitut Gefahrstoffe GmbH (FoBiG) in Kooperation mit dem Öko-Institut e.V. und Eurofins untersuchen lassen, welche chemischen Stoffen in verbraucherrelevanten Erzeugnissen enthalten sind, die ein Problem für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt darstellen können. Es wurde dabei eine Momentaufnahme erstellt (Welche problematischen Stoffe kommen derzeit in welchen Erzeugnissen vor?), und Prognosen erstellt, zu welchen zu erwartenden Änderungen es unter der neuen europäischen Chemikaliengesetzgebung REACH kommen könnte.
Dazu wurden Definitionen "problematischer Stoffe" analysiert und auf dieser Basis eine Liste mit solchen Stoffen erstellt (Masterliste).
Für die Prüfung der problematischen Stoffe wurde der Untersuchungsgegenstand auf einzelne Branchen eingeschränkt, es wurden folgende Bereiche untersucht:

  • Spielzeuge,
  • Elektro- und Elektronikgeräte,
  • Boden- und Wandbeläge.

Neben der übergreifenden Masterliste wurden auch spezifische Listen von problematischen Stoffen generiert, mit den für diese drei Beispielsbereiche/Produktgruppen wichtigen problematischen Stoffen.
Folgende Gründe führten zur Zuordnung eines Stoffs als "problematisch" zu einer der Listen

  1. Liste 1 : regulierte problematische Stoffe, entnommen aus vorliegenden Regelwerken, aus Branchenempfehlungen, Gütesiegeln oder Checklisten von Unternehmen und dadurch als relevant eingeordnet,
  2. Liste 2 : in Tests ermittelte problematische Stoffe, zusammengetragen aus laboranalytischen Nachweisen, wenn ein bestimmter Stoff in einem Spielzeug, einem Elektrogerät, einem Bodenbelag usw. gefunden wurde.

Viele problematische Stoffe kommen übergreifend in mehreren Branchen oder Erzeugnisgruppen vor, wenn gleiche Materialien Verwendung finden. So treten zum Beispiel "polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe" (PAK) in elastischen Kunststoffen sowohl in Spielzeugen, wie auch in Elektrogeräten oder in Bodenbelägen als Verunreinigung auf.
Das Projekt verknüpft die Informationen zu auftretenden problematischen Stoffen, zur gegenwärtigen Rechtslage und zu den erwarteten Änderungen unter REACH mit einer Schwachstellenanalyse, die die Möglichkeiten zur Verbesserungen thematisiert (z.B. durch Änderungen in REACH, durch flankierende einzelstaatliche Maßnahmen, durch Aktivitäten auf Ebene der Handelshäuser und Verbraucher). Die vorliegenden Listen werden dabei als orientierendes Hilfsmittel verstanden die Akteuren aus Wirtschaft und Behörden Anhaltspunkte liefert ob es insgesamt zu einer Verringerung im Vergleich zum gegenwärtigen Zustand gekommen ist.
Der Vollständige Bericht ist erhältlich beim UBA unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4092.html



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Veranstaltungen


1. ChemSec Lädt sie ein zur Konferenz Endokrin wirksame Stoffe – ein deutscher Dialog

Veranstalter:ChemSec, International Chemical Secretariat in Zusammenarbeit mit dem BUND, gefördert durch das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Umweltbundesamt
Termin: Donnerstag, 26 Mai 2011, 13.00 - 17.30 Uhr
Ort: Centre Monbijou Berlin, Oranienburger Str. 13/14 (U6 Oranienburger Tor, S-Bahn S5, S7, S9, S75 Hackescher Markt, S1, S2, S26 Oranienburger Straße)
Info & Anmeldung: Um sich für die Konferenz anzumelden, füllen Sie bitte das Anmeldformular aus unter www.chemsec.org/registration-berlin
Anmeldeschluss 12. Mai 2011
Ansprechpartner:
sonja@chemsec.org (inhaltlich)
und
johanna.hausmann@email.de, Konferenzkoordination
ChemSec
Box 7005
402 31 Göteborg, Schweden
+46 31 711 04 95
www.chemsec.org
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos
Zielgruppe: Diese Konferenz ist besonders relevant für Umweltmanager, Hersteller, Händler Behörden, Medizin, Medien, Politiker, Verbraucher, den Verbraucherschutz, Nichtregierungsorganisationen, u. a.
Sie erhalten

  • praktische Beispiele für die Herausforderung von Unternehmen bei der Substitution von EDCs.
  • Ein Update zu den neuesten wissenschaftlichen und politischen Entwicklungen zu EDCs.
  • Neueste Erkenntnisse zu gesundheitlichen Auswirkungen von EDCs.

Zentrale Themen: Die Beweise mehren sich, dass endokrin wirksame Substanzen die Gesundheit und Umwelt schädigen. Die EU hat das Ziel dieser Gefährdung entgegenzutreten, hat sich aber bisher weder auf Kriterien für eine Definition von EDCs noch auf Verfahren, die sich ihrer Präsenz in Produkten- und Umwelt widmen, einigen können. Beides ist wesentlich für eine wirksame Regulierung und den Umgang mit diesen Stoffen in der Praxis.
Welche Stoffe gelten als EDCs? Wo ist die Ursache für das zögernde politische Handeln? Welche Informationen brauchen Unternehmen? Welche Gesundheitsschäden verursachen EDCs? Gibt es Möglichkeiten der Substitution? Welche Rolle spielt die neue SIN List 2.0, die hier erstmals in Deutschland vorgestellt wird?
Vorstellung der neuen SIN LIST 2.0
Die SIN-Liste verwendet REACH - Kriterien um besonders besorgniserregende Substanzen zu identifizieren und ist ein Werkzeug, das von Unternehmen genutzt wird, um ihre Kunden zu schützen und der Chemikalienregulierung einen Schritt voraus zu sein. Bei der Veranstaltung wird die SIN-Liste Version 2.0 auch in Deutschland vorgestellt. Sie umfasst nun auch Substanzen, die aufgrund ihrer endokrinen Eigenschaften ausgewählt wurden.

Programm:

  • Begrüßung Einführung
    Sonja Haider, ChemSec Deutschland
  • Endokrin wirksame Chemikalien in verbrauchernahen Produkten; Kontroverse Bisphenol A
    Dr. Heribert Wefers, BUND, Referent für Technischen Umweltschutz beim BUND im Bereich Umweltchemie
  • EDCs – politische Prozesse in Deutschland und Europa
    Dr. Frauke Stock, Umweltbundesamt (UBA)
  • EDCs und ihre gesundheitlichen Folgen
    Prof. Dr. Ibrahim Chahoud, Charité Berlin, Leiter des WHO Collaborating Centre for Developmental Toxicology, Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Charité
  • Aus der Unternehmenspraxis: Gesundheitsschutz und Umgang mit Produktinhaltsstoffen bei IKEA
    Mareke Wieben, IKEA, Leitung Umwelt, Qualität und Gesundheit
  • Aus der Unternehmenspraxis: Substitution von EDCs
    Vincent Letertre, Technischer Direktor, NATRUE, Verband für Naturkosmetik, angefragt
  • SIN List 2.0
    Anne-Sofie Andersson, ChemSec, Direktorin von ChemSec, arbeitet im internationalen Kontext mit Firmen und Gesetzgebern zu Chemikalienfragen
  • Panel Diskussion,
    Leitung: Stephanie von Hayek

Die Panel Diskussion ermöglicht einen breiten Austausch aller Teilnehmer darüber, wie die Zukunft des Umgangs mit EDCs aussehen könnte.


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2. Praxishandbuch REACH 2011, ISBN 978-3-452-27377-2 In Vorbereitung für April 2011

Der Herausgeber:
Prof. Dr. Martin Führ lehrt u. a. deutsches und europäisches Umweltrecht an der Hochschule Darmstadt. Er gehört seit 2008 dem Verwaltungsrat der Europäischen Chemikalienagentur ECHA an und hat eine ganze Reihe anwendungsorientierter Forschungsvorhaben zu REACH durchgeführt und dabei mit Unternehmen und Verbänden kooperiert. Der Herausgeber gehört zudem zu den Autoren des GK-BImSchG, was gewährleistet, dass die Querbezüge zu den praxisrelevanten Fragen des Anlagenrechts berücksichtigt werden.
Das neue Praxis-Handbuch
Das Handbuch bietet den REACH-Verantwortlichen in den Unternehmen, aber auch Anwälten, Behörden, Arbeitnehmern und Verbrauchern erstmals eine umfassende Erläuterung von REACH im deutschen Sprachraum. Die einzelnen Kapitel folgen einer einheitlichen Gliederung. Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Anwaltschaft erläutern die zentralen Herausforderungen und weisen den Weg zu den verschiedenen Anhängen und untergesetzlichen Konkretisierungen ("Guidance Documents").
Aus dem Inhalt:
A. Einführung und Stoffbegriff
B. REACH-Mechanismen: Registrierung, Bewertung,
C. Weitere Anwendungsfragen
D. Rechtsschutz, Sanktionen, Zuständigkeiten, Sorgfaltspflichten
Die Autoren
Die Autoren sind überwiegend juristische, aber auch naturwissenschaftliche Experten aus Praxis und Wissenschaft. Sie bürgen mit ihrer Erfahrung und ihrem Spezialwissen für die Qualität dieses Werkes.
Den vollständigen Flyer zu diesem Buch finden sie hier
Verlag: Wolters Kluwer Deutschland GmbH • Postfach 2352
56513 Neuwied • Telefon 02631 8012222 • Telefax 02631 8012223
info@wolterskluwer.dewww.wolterskluwer.de
2011, ca. 630 Seiten, gebunden, ca. € 68,–


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Bereiten Sie sich auf die Meldung an das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vor!