Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2011-05

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus der ECHA


1. 6. Stakeholder Day der ECHA

Auf dem 6. Stakeholder Day der ECHA am 18. Mai dieses Jahres wurde eine große Bandbreite von Themen abgehandelt, über die Frage der Notifizierung zu Stoffen in Erzeugnissen, Zulassungs- und Beschränkungsanträge/vorschläge, die Weiterentwicklung des CHESAR Tools zur Stoffbewertung oder auch die Veröffentlichung von Daten aus den Registrierungsdossiers.

Die Vortragsfolien sind auf der ECHA Internetseite einsehbar unter http://www.echa.europa.eu/news/events/6th_stakeholders_day_en.asp
In Kürze sollen dort auch Videoaufzeichnungen der Veranstaltung einsehbar sein.


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2. Datenbank registrierter Stoffe – demnächst mit Namen der Registranten

Die ECHA beabsichtigt in Kürze weitere Informationen aus den Registrierungen in der Datenbank der Registrierten Stoffe zu veröffentlichen. Gegenstand dieser Information werden alle Daten sein, die auch in den Sicherheitsdatenblättern veröffentlicht werden, d.h. auch die Namen der Registranten. Es wir jedoch auch die Möglichkeit geben eine Geheimhaltung dieser zusätzlichen Daten zu beantragen. Grundlage dafür ist jedoch immer eine Angabe von Gründen, also Nachteilen die ein Unternehmen dadurch hinzunehmen hätte, wenn die Information veröffentlicht wird.
Die Regelung gilt für alle Stoffe die als gefährlich nach CLP-Verordnung eingestuft wurden. Für ungefährliche Stoffe erfolgt eine Veröffentlichung auf freiwilliger Basis.
Weitere Daten die veröffentlicht werden sind die Registrierungsnummer und Informationen zu PBT und vPvB Eigenschaften (persistente, bioakkumulierende, toxische oder sehr persistente sehr bioakkumulierende Eigenschaften – siehe auch Newsletter 04.11 neuer Anhang XIII zu diesen Eigenschaften).
Zur Datenbank der Registrierten Stoffe gelangen sie hier: http://apps.echa.europa.eu/registered/registered-sub.aspx Gegenwärtig sind die neuen Informationen noch nicht enthalten.


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3. Zwischenprodukte – 86 % der Dossiers fehlerhaft

Die ECHA hat bei einer Durchsicht von Registrierungsdossiers zu den Zwischenprodukten massive Mängel festgestellt. Von 400 Dossiers wiesen 86% Mängel auf.
Unter REACH gilt, dass Zwischenprodukte keiner "Vollregistrierung" unterzogen werden müssen, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten sind. Dies basiert auf der Annahme, dass Zwischenprodukte nur sehr kurz auf dem Markt sind und dann auch schnell wieder umgewandelt werden.
Daher müssen für ein solches Dossier folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • Die Definition des Zwischenprodukts muss eingehalten sein.
  • Ein Grunddatensatz ist ausreichend (also weniger Testdaten sind zu erbringen), wenn sogenannte „streng kontrollierte Bedingungen“ eingehalten werden (beim Hersteller des Zwischenprodukts sowie bei jedem Weiterverarbeiter).

Bereits im Vorfeld der Registrierung gab es zwischen ECHA und der Industrie unterschiedliche Auffassungen, was zum einen ein Zwischenprodukt ist und zum anderen wann ein Stoff unter streng kontrollierten Bedingungen gehandhabt wird. Eine Überarbeitung der Leitlinie wurde jedoch im Rahmen eines Moratoriums von der Registrierung ausgesetzt und dann aber zügig im Dezember 2010 veröffentlicht. Dieser Konflikt spiegelt sich jetzt in der hohen Anzahl nicht ausreichender Dossiers wieder.
Laut ECHA sollen Registranten den Zwischenproduktstatus ihrer Stoffe durch die Angabe der Produkte in denen der Stoff aufgegangen ist belegen und zusätzlich weitere Informationen zum Herstellungsprozess bereit stellen. Außerdem bedarf es einer detaillierten Darstellung der Risikomanagementmaßnahmen und der strengen Kontrolle des Stoffes (Achtung das bezieht sich nicht nur auf den Arbeitsschutz sondern auch auf Umweltpfade, also (Ab)luft und Wasser).
Erste Registranten wurden bereits kontaktet und auch der Industrieverband CEFIC hat für die REACH Akteure ein Dokument mit Informationen zu Zwischenprodukten erstellt, verbunden mit der Aufforderung die Dossiers proaktiv zu überprüfen und zu verbessern wenn nötig.
Die Leitlinien zu Zwischenprodukten finden sie unter: http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/intermediates_de.htm?time=1305641925
Die CEFIC Veröffentlichung finden sie hier: http://www.cefic.org/Documents/IndustrySupport/REACH%20Implementation/Final_QA-SCC_final%20for%20publication20110513.pdf
Ein Übersichtsvortrag zu den Konflikten und unterschiedlichen Auslegungen zu den Zwischenprodukten wurde am 04.Mai 2011 von Herr Prof. Dr. Kristian Fischer auf dem 11. BDI REACH Workshop gehalten. Diesen und andere Vorträge finden Sie auf der Internetseite des BDI unter http://reach.bdi.info/REACH-helpdesk_veranstaltungen.htm


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4. Start von REACH EN-FORCE II und Ausblick auf EN-FORCE III

In Kürze wird das nächste EU-weite Vollzugprojekt zu REACH - EN-FORCE II - mit ersten Firmenüberprüfungen starten. Speziell nachgeschaltete Anwender sollen dabei überprüft werden, nachdem in EN-FORCE I die Registranten überprüft wurden. Zentrales Thema werden die Sicherheitsdatenblätter unter REACH sein.
Von Seiten der ECHA gibt es dazu ein Informationsblatt, dass die Unternehmen auf die Aktivitäten vorbereiten soll. Darin ist eine Übersicht enthalten, welche Aufgaben mit diesem Themenkreis bei den Akteuren verbunden sind und was zu tun ist. Zu finden ist dieses Informationsblatt unter: http://echa.europa.eu/doc/reach/du_fs/du_fact_sheet_de.pdf
Das nächste Vollzugsprogramm REACH EN-FORCE III ist für 2013 geplant und soll sich dann mit den Stoffen in Erzeugnissen im Zusammenhang von Artikel 7 und 33 befassen.


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5. Aktuelles zu Leitlinien und anderen Dokumenten

Der Entwurf einer Leitlinie für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern ist in die nächste Stufe der Abstimmung weitergereicht worden. Jetzt prüfen die Ausschüsse der ECHA das Dokument. Anschließen wird das CARACAL, das Gremium der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten, das Dokument noch prüfen. Es ist noch nicht absehbar, wann eine endgültige Fassung des Dokuments verfügbar sein wird.
Den derzeitigen Stand finden sie unter diesem Link bei der ECHA:
http://guidance.echa.europa.eu/docs/draft_documents/Third_draft_SDS_Guidance_May_10_2011_.pdf


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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs


1. Cadmium Verbot in der EU

Im Dezember 2011 tritt in der EU ein Verbot von Cadmium in Kraft. Dementsprechend wird der bestehende Eintrag des Anhang XVII zu Cadmium geändert. Die Beschränkung gilt für den Einsatz von Cadmium in Schmuck, Lötlegierungen und PVC. Der bestehende Eintrag des Anhang XII erlaubte die Anwesenheit von Cadmium in diesen Verwendungen, wobei bestimmte Verwendungen in PVC bereits beschränkt waren. Um das Recycling von Hart-PVC nach wie vor zu ermöglichen, erlaubt der Eintrag die Anwesenheit von Cadmium in bestimmten Produkten:

  • Profile und Hart-PVC-Platten für den Einsatz im Bauwesen,
  • Türen, Fenster, Fensterläden, Wände, Jalousien, Zäune und Dachrinnen,
  • Boden- und Terrassenbeläge,
  • Kabelführungen,
  • Wasserrohre, ausgenommen Trinkwasserrohre, sofern das Recycling-PVC in der mittleren Schicht eines mehrschichtigen Rohrs verwendet wird und vollständig mit einer Schicht von neu hergestelltem PVC nach Absatz 1 überzogen ist.

Solche Produkte müssen jedoch künftig mit einem Hinweis versehen sein (Piktogramm oder Aufdruck).
Die vollständige Änderungsverordnung  (EU) Nr. 494/2011 vom 20 Mai 2011 finden sie auf den Seiten der EU-Kommission unter http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2011:134:0002:0005:de:PDF


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2. EU-Umweltkommissar spricht über den Nutzen der NGO SIN-List

Die NGO ChemSec hat Anfang Mai eine neue Version der SIN-List vorgestellt. In der neuen Version 2.0 wird ein größerer Schwerpunkt auf die sogenannten Endokrinen Disruptoren gelegt. Das sind Stoffe, die eine Wirkung auf das Hormonsystem von Lebewesen ausüben. Diese Stoffe kommen damit in Frage unter REACH zu besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC) zu werden und in die Kandidatenliste aufgenommen zu werden. Dabei fallen diese Stoffe unter den Paragraphen 57 (f) von REACH, also einer "ähnlichen" Besorgnis.
Die neue SIN-List wurde in Deutschland am 26. Mai im Rahmen einer Konferenz in Berlin vorgestellt.
Der EU-Kommissar für das Umweltressort, Potocnik, würdigte die Liste in einer Rede als eine Quelle für mögliche Stoffe, die künftig von der Kommission geregelt werden könnten. Das ambitionierte Ziel weitere 90 Stoffe bis zum Ende des nächsten Jahres auf die Liste zu setzen erfordere auch die Prüfung dieser Liste.
Die vollständige Rede des Kommissars ist zu lesen unter: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/11/344&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en


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3. Der "ESCom Standard" ist jetzt auf der Cefic-Website verfügbar

Unter REACH sind alle Akteure, die verpflichtet waren einen Stoffsicherheitsbericht zu erstellen und im Rahmen dessen Expositionsszenarien erstellt haben, diese als Anhang den Sicherheitsdatenblättern beizufügen. Gegenwärtig führt dieses zu großen Problemen bei den Empfängern von Sicherheitsdatenblättern, da diese dadurch ausgesprochen Umfangreich werden (bis hin zu mehreren hundert Seiten).
Außerdem führten mehrmalige Änderungen des Formats für die Expositionsszenarien zu starken Verzögerungen bei der Entwicklung eines einheitlichen Standards. Dieser ist jedoch unabdingbare Basis für einen effizienten automatisierten Austausch von REACh Informationen. Aus diesem Grund arbeitet die chemische Industrie unter der Federführung der Verbände CEFIC und DUCC schon seit einiger Zeit unter Hochdruck an einem elektronischen Austauschformat, sowohl für die 16 Kernkapitel des Sicherheitsdatenblattes, als auch für die Expositionsszenarien. Jetzt ist das Format für die ES fertig gestellt worden. Gleichzeitig wurde auch ein Katalog mit Standardphrasen erstellt. Es handelt sich dabei um ein XML Austauschformat.
Ein solches einheitliches Format ist Vorraussetzung dafür den elektronischen Austausch von Sicherheitsdatenblättern zu ermöglichen und so die Umfangreichen Daten handhaben zu können. Es wird allgemein erwartet, dass nun IT-Entwickler auf Basis dieses Formates ihre Software zur Erstellung und Verarbeitung von Sicherheitsdatenblättern weiter entwickeln werden, so dass möglichst bald Lösungen am Markt verfügbar sein können.
Das Format ist auf der CEFIC Seite erhältlich unter: http://www.cefic.org/Industry-support/Implementing-reach/IT-Tools/


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Veranstaltungen


1. Aktuelles zum Gefahrstoffrecht 2011

Veranstalter: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Termin: 08. Juni 2011, 09:00 - 17:00 Uhr
Ort: Friedrich-Henkel-Weg 1-25, 44149 Dortmund
Info & Anmeldung:
Telefonisch :Erhard Kirschke, Tel. 0231 9071-2219
per Fax oder Emaill: Fax 0231 9071-2299, veranstaltungen@baua.bund.de
per Post :Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Friedrich-Henkel-Weg 1-25 44149 Dortmund
Kosten: 150,00 € incl. Tagungspauschale
Zielgruppe: Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Gewerbeaufsichtspersonen, Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaften, betriebs- und Personalräte, führungskräfte.
Zentrale Themen:
Aktualisierung der Kenntnisse zum Gefahrstoffrecht und zu angrenzenden Rechtsgebieten für betriebliche Verwender und Sicherheitsfachkräfte
Im Rahmen der Veranstaltung sollen die vielfältigen Änderungen des Gefahrstoffrechtes und die Auswirkungen auf die betriebliche Praxis vorgestellt werden. Dies werden insbesondere sein:

  • Überblick der Entwicklungen unter REACH
  • Sicherheitsdatenblatt
  • Neufassung Gefahrstoffverordnung + TRGS 400
  • Biomonitoring
  • Neues aus dem Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS)
  • Innerbetriebliche Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
  • TRGS 510 - Lagerung
  • TRGS 800 - Brandschutzmaßnahmen
  • Arbeitsschutz in der Nanotechnologie

Referenten:
Mitarbeiter des Fachbereichs 4 "Sicherheit und Gesundheit bei chemischen und biologischen Arbeitsstoffen" der BAuA

 


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2. 12. BDI-REACH-Workshop

Veranstalter: BDI, Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Termin:
12. Oktober 2011, 09:30 - ca. 18:30 Uhr
Ort: Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Haus der Deutschen Wirtschaft , Breite Straße 29, 10178 Berlin
Info & Anmeldung:
Die Anmeldeunterlagen und das Programm sind hier oder auf dem BDI-Helpdesk REACH zu finden.
http://reach.bdi.info/REACH-helpdesk_veranstaltungen.htm
Anmeldeschluss ist der 27. September 2011
Kosten: 380,00 €  incl. 19 % MwSt., die Teilnehmerzahl ist begrenzt
Zentrale Themen:
Auf der Veranstaltung werden die Themen "Vollzug von Artikel 33 der REACH-Verordnung" und die Auswirkungen auf komplexe Erzeugnisse betrachtet. Außerdem sind die Schlussfolgerungen aus einem neuen Gutachten zu den "Specific Environmental Release Categories" (SPERCs) zu diskutieren und die Pflichten der Hersteller unter REACH bedürfen vertiefender rechtlicher Betrachtung. Nicht zuletzt sind die Erfahrungen aus den SIEFs (Substance Information Exchange Forum) angesichts der näher rückenden 2. Registrierfrist auszuwerten.


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3. REACH Umsetzung im Arbeitsschutz

Veranstalter: Bundesministerium für Arbeit und Sozials (BMAS), Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI)
Termin:
10. November 2011, 10:00 - 17:00 Uhr
Ort: Bundespresseamt, Reichstagufer 17, 10117 Berlin
Info & Anmeldung:
per Email unter : reach-symposium@bmas.bund.de
Anmeldeschluss ist der 30. September 2011
Kosten: die Teilnahme ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist begrenzt
Inhalt und Zentrale Themen:
Das Programm könne Sie hier einsehen und runterladen.


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Bereiten Sie sich auf die Meldung an das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vor!