Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2011-10

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus der ECHA


1. ECHA veröffentlicht Plan für die Stoffbewertung 2012-2014

Die ECHA hat einen Plan veröffentlicht, nachdem in den Jahren 2012-14 die Stoffbewertung von 91 Stoffen erfolgen soll (Community rolling action plan – CoRAP).
Der Plan wurde von der ECHA in enger Kooperation mit den Mitgliedsstaaten erarbeitet.  Er wurde auf Basis von Articel von REACH erstellt und musste demnach bis zum 01.Dezember 2011 spätestens fertig gestellt sein. Der Mitgliedsstaatenausschuss wird nun eine Stellungnahme zu diesem Plan abgeben, so dass diese bis Anfang 2012 in seiner endgültigen Fassung verabschiedet werden kann.
Die Liste ist öffentlich verfügbar bei der ECHA unter: http://echa.europa.eu/doc/reach/evaluation/corap_2011.pdf. Sie enthält vorzugsweise solche Stoffe, von denen vermutet wird, dass sie ein Risiko für Mensch oder für die Umwelt darstellen. Die Stoffbewertung unter REACH soll anhand der im Rahmen der Registrierung übermittelten Daten und Risikobewertungen eine Überprüfung des vermuteten Risikos beinhalten. Im Rahmen dieser Überprüfung können die Behörden (durchführende Behörden sind die Behörden der Mitgliedstaaten) weitere Daten von den Registranten einfordern, wenn die verfügbare Datenlage keine abschließende Bewertung zulässt.
Verdachtsmomente die zur Aufnahme auf die Liste geführt haben waren:

  • Mögliche PBT- Eigenschaften (Persistente, Bioakkumulierende und Toxische Stoffe)
  • Krebserregende, Mutagene oder Reproduktionstoxische Stoffe
  • Stoffe mit Verdacht auf Hormonwirkung (endokrine disruptors)

Neben diesen Stoffeigenschaften waren auch die Verwendungsmuster ein Kriterium. Stoffe die in zahlreichen Verwendungen oder in verbrauchernahen Produkten zum Einsatz kommen, sollen auch schwerpunktmäßig untersucht werden.
Neben den Stoffnamen, EC-Nummern und CAS-Nummern enthält die Liste auch das vorgesehene Evaluationsjahr. Für 2012 sind z.B. Methanol, Toluol oder n-Hexan geplant.
Weitere Hintergründe zu den Aktivitäten rund um den CoRAP sind auf einer neu erstellten Internetseite der ECHA zu finden:
http://echa.europa.eu/reach/evaluation/corap_en.asp


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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs


1. EU Kommission verabschiedet Definitionsentwurf und Berichte zu Nanomaterialien unter REACH

Im Rahmen der REACH Registrierungen hat es gegensätzliche Auffassungen gegeben, wie Nanoformen von Stoffen zu behandeln sind. Dabei spielt eine Rolle, dass nach Einschätzung verschiedener Wissenschaftler die Nanoformen eines Stoffes andere toxikologische Eigenschaften haben können, als die Makroform. Von zentraler Bedeutung für eine Klärung, ob und wann ein Stoff bezüglich seiner Nanoformen bewertet werden sollte, war bisher das Fehlen einer einheitlichen Definition des Nanobegriffes. Diesen hat die EU-Kommission nun in Form einer Empfehlung veröffentlicht.
Demnach wird ein Stoff dann zu einem Nanomaterial, wenn mehr als 50 % der Teilchenanzahl einer Größenverteilung von 1 – 100 nm entsprechen. Die Anzahl von 50 % ist deutlich höher als die ursprünglich empfohlene Anzahl von 0,15 % des kommissionseigenen wissenschaftlichen Ausschusses für die Bewertung aufkommender und neuer Gesundheitsrisiken (Scientific Committee for Emerging and Newly Identified Health Risks - SCENIHR). Die Industrie hatte sich für eine Definition basierend auf dem Gewichtsanteil der Teilchen ausgesprochen. Sie befürchtet, dass eine zu weite Auslegung der Definition zu unangemessenen Belastungen der Registranten führt.
Die Definition basiert auf Erkenntnissen, die im Rahmen eines Nano-spezifischen REACH Implementierungsprojekts (RIP-oN) gewonnen wurden. Das Projekt war dreigeteilt. Folgende Themenschwerpunkte wurden behandelt:

  • Stoffidentität (RIP-oN1)
  • Informationsanforderungen zu Nanomaterialien im Rahmen der REACH Registrierung (RIP-oN 2)
  • Stoffsicherheitsbewertung, inklusive Expositionsbewertung und Gefahren/Risiko Charakterisierung (RIP-oN 3)

Bezüglich des RIP-oN 1 Projektes gibt es nur einen Bericht, der verschiedene Empfehlungen enthält, da kein Konsens über einen finalen Bericht erzielt werden konnte.
Die Bericht sind unter folgenden Links im Internet erhältlich
•    http://ec.europa.eu/environment/chemicals/nanotech/pdf/report_ripon1.pdf
•    http://ec.europa.eu/environment/chemicals/nanotech/pdf/report_ripon2.pdf
•    http://ec.europa.eu/environment/chemicals/nanotech/pdf/report_ripon3.pdf


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2. REACH-Info 9: REACH und Recycling

Im Rahmen der REACH-Info Broschüren Serie hat das nationale REACH-CLP Helpdesk eine weitere Broschüre zu REACH und Recycling veröffentlicht.
Hier sind vor allem die Übergänge vom Stoffrecht zum Abfallrecht erfasst. Abfälle sind zunächst einmal nicht Gegenstand von REACH und auch von der Einstufung gemäß CLP-Verordnung sind sie nicht betroffen. Gleich wohl werden beide Gesetze wieder relevant, wenn ein Stoff durch einen Recyclingprozess hergestellt wird und wieder auf den Markt gebracht wird. In solchen Fällen ist sowohl zu prüfen, ob Registrierungspflichten unter REACH bestehen, sowie auf welche Weise das Rezyklat nach den Regeln von CLP einzustufen und zu kennzeichnen ist. Dabei sieht REACH einige Ausnahmeregeln für Abfälle vor.
All diese Aspekte behandelt die Broschüre. Sie ist erhältlich im Internetauftritt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) unter:
http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/REACH-Info/REACH-Info-09.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Zur Bestellung eines gedruckten Exemplars gelangt man hier:
http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/REACH-Info/REACH-Info-09.html


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3. CEFIC Leitfaden für Nachträgliche Vorregistrierungen

REACH sieht vor, dass Hersteller und Importeure die erstmalig einen Stoff zu mehr als 1 t/Jahr importieren oder herstellen eine nachträgliche Vorregistrierung durchführen können, um so ebenfalls in den Genuss einer Übergangsfrist zu gelangen. Vorraussetzung ist, dass noch mindestens 12 Monate bis zum Ablauf der einschlägigen Frist Zeit ist.
Was genau das bedeutet und welche Schritte ein Hersteller/Importeur in dieser Situation unternehmen muss, erklärt ein Leitfaden des europäischen Chemieherstellerverbands CEFIC.
Der Leitfaden ist unter folgendem Link im Internet erhältlich:
www.cefic.org/Documents/IndustrySupport/REACH%20Implementation/SIEF%20Guidance/Cefic-Late%20-Pre-registration-guidance-051011.doc


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4. UBA Leitfaden für Nachhaltige Chemie

REACH beinhaltet neben der Registrierung von Stoffen auch die weitere Regulierung besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC – substances of very high concern). Ziel ist es diese Stoffe mittelfristig durch weniger gefährliche Stoffe zu substituieren. Dazu dient das Verfahren der Zulassung unter REACH. Weitere Stoffverbote können im Rahmen der Beschränkung erlassen werden. Auch andere Gesetzte führen nach und nach dazu, dass bestimmte Stoffe aus Produkten oder Verfahren verschwinden. So verbietet z.B. die RoHS-Richtlinie (Restriction of Hazardous Substances) die Nutzung bestimmter Stoffe in Elektrogeräten.
Für Firmen bedeuten solche Stoffverbote eine Umstellung bei Produkten und Produktionsprozessen. Um eine frühzeitige und effiziente Umstellung von Industrieakteuren zu unterstützen, hat das Umweltbundesamt einen Leitfaden herausgegeben, der den Unternehmen Ansätze vorstellt, wie sie in eine nachhaltige, Mensch und Umwelt weniger belastende Produktion einsteigen können. Dabei werden auch Ansätze vorgestellt wie Wirtschaftsakteure effizient zusammenarbeiten können, um Belastungen zu reduzieren. Ein Beispiel hierfür ist das sogenannte Chemikalienleasing, bei dem ein möglichst großer Effekt bezahlt wird und nicht ein größtmöglicher Verbrauch. Der Nutzer der Chemikalie maximiert so seinen Chemikalieneinsatz und der Hersteller des Produkts reduziert seinen Rohstoffeinsatz. Gleichzeitig wird die Rücknahme und ein anschließendes Recycling betrachtet.
Weitere Informationen zum Thema nachhaltige Chemie gibt es beim UBA unter:
http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/nachhaltige_chemie/index.htm
Der Leitfaden ist hier erhältlich:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4168.html


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5. BEUC veröffentlicht Studie zu SVHCs Informationen in Erzeugnissen für Verbraucher

Die Verbraucherschutzorganisation BEUC hat eine Broschüre über Erfahrungen von Verbraucheranfragen zu den Informationen nach Artikel 33 von REACH veröffentlicht. Der Artikel 33 räumt allen Verbrauchern in der EU das Recht ein, auf Nachfrage Informationen zu den SVHC der Kandidatenliste (ECHA: http://echa.europa.eu/chem_data/authorisation_process/candidate_list_table_en.asp) zu erhalten.
Die Studie zeigte, dass eine Vielzahl der Handelsunternehmen dieser Informationspflicht immer noch nicht nachkommen kann oder sich dieser Pflicht nach wie vor nicht einmal bewusst ist. Es gab aber auch positive Beispiele, in denen Unternehmen sehr verantwortungsvoll mit den Anfragen umgingen.
Alle Ergebnisse sind nachzulesen unter: http://www.beuc.eu/BEUCNoFrame/Docs/8/FACPEKDAKBHLKFGKCEJJKGEOPDWY9D737K9DW3571KM/BEUC/docs/DLS/2011-09794-01-E.pdf
Vor dem gleichen Themenhintergrund führte die Organisation in Kooperation anderen Verbraucherschutzorganisationen einen Workshop zum Thema "Eliminierung gefährlicher Stoffe aus Verbraucherprodukten" durch. Dabei wurden Gefahrstoffe in Spielzeug, Elektrogeräten und Bauprodukten diskutiert. Die Workshopbeiträge sind jetzt einsehbar unter: http://www.anec.org/attachments/website%20-%20final.htm


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