Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2012-01

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Wir wünschen Ihnen mit dieser Ausgabe - auch wenn der Januar bereits fast vorbei ist - einen gutes neues Jahr 2012!

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus der ECHA


1. ECHA veröffentlicht Studie über die Kommunikation von "sicheren Verwendungen"

In einer Studie hat die ECHA das Thema behandelt, wie Informationen zur "sicheren Verwendung" von Chemikalien gegenüber der breiten Öffentlichkeit kommuniziert werden sollten. Dabei wurde auch das Thema behandelt, ob möglicherweise neue Kennzeichnungslabel nötig sein könnten. Die Studie diente als Vorarbeit für die Bewertung, ob die bisher in der CLP festgelegten Elemente ausreichend sind oder wo noch Verbesserungsbedarf bestehen könnte.
Im folgenden werden einige der Haupterkenntnisse zusammengefasst:

  • Die Bemühungen auf nationaler, EU- und Industrieebene zu einem besseren Bewusstsein der Thematik und insbesondere einem besseren Verständnis der CLP Elemente sollten intensiviert werden
  • Die Bemühungen sollten sich an bestimmte nationale Themen, sowie an spezifische Zielgruppen richten
  • Im Zentrum der Aktivitäten sollte die erfahrbare Lebenswirklichkeit von Personen stehen (z.B. Haushaltschemikalien)
  • Die Industrie sollte ermutigt werden, das Aussehen und die Verpackungen der Produkte mehr an die Kommunikation zu Gefahren anzupassen und die Label entsprechend zu gestalten, um so angemessene Handhabung der Konsumenten zu beeinflussen

Als generelles Problem wurde laut ECHA geäußert, dass Konsumenten keine Veranlassung sehen (weder durch eigenes Interesse, noch durch Aufforderung durch Dritte, etwas den Hersteller) die Informationen der Gefahrenkennzeichung genau zu studieren. Vielfach ist der Anlass Produkte zu kaufen eher ein allgemeiner Anschein (z.B. durch die Verpackungsgestaltung), dass ein solches Produkt nicht gefährlich sei. Konsumenten kaufen nicht oft Chemikalien und sind somit nicht mit den Elementen der Kennzeichnung vertraut. Dabei gibt es jedoch einige Ausnahmen, wie z.B. Benzin.
Allgemein wurde der Rat gegeben, die CLP Kennzeichnungselemente nicht mehr zu verändern, sonder den Menschen Zeit zu geben sich daran zu gewöhnen. Es wurde zudem empfohlen, die Studie 2015 bei vollständiger Einführung der CLP-Pflichten für Gemische zu wiederholen.
Die Studie basiert auf einer Umfrage von 26.000 EU Bürgern und Diskussionen mit Fachexperten des Risk Communication Networks der ECHA (http://echa.europa.eu/web/guest/about-us/partners-and-networks/risk-communication-network). Diese ist erhältlich unter: http://echa.europa.eu/documents/10162/17203/clp_study_en.pdf


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2. ECHA kündigt Veröffentlichung des Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnisses für Mitte Februar 2012 an

Die ECHA hat angekündigt, das neue Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis (C&L Inventory) mit Hersteller- und Importeureinstufungen in der Woche um den 13. Februar im Rahmen eines neuen Portals für die Öffentlichkeit verfügbar zu machen.
Das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis basiert auf einer Pflicht der sogenannten CLP-Verordnung zur Einstufung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe und Gemische. Hersteller und Importeure sind danach verpflichtet gefährliche Stoffe gemäß dieser Verordnung oder registrierpflichtige Stoffe in das erwähnte Verzeichnis zu melden.
Die Meldung kann durchgeführt werden über das Portal REACH IT (https://reach-it.echa.europa.eu/reach/public/login.faces ). Dazu muss dort ein Account für die Firma eingerichtet werden, anschließend kann die Meldung erfolgen. Die Pflicht zu Meldung begann am 03 Januar 2011 und besteht fortlaufend.
Weitere Informationen erhalten Sie in deutscher Sprache bei der ECHA unter: http://echa.europa.eu/de/web/guest/regulations/clp/cl-inventory/notification-to-the-cl-inventory
und unter REACH Hamburg: http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=105#c767


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3. ECHA Unterstützungsseite für Zulassungsanträge

Die ECHA hat in ihrem Internetauftritt eine Sektion zu Unterstützung von Antragsstellern von Zulassungsanträgen eingerichtet. Neben Informationen zum Ablauf der Antragsstellung findet der Nutzer dort auch Formatvorlagen zu den einzelnen mit dem Antrag einzureichenden Dokumenten.
Daneben informiert die ECHA auch darüber, dass es ganz bestimmte Zeiträume für die Einreichung von Zulassungsanträgen gibt, um die Arbeit der Ausschüsse besser koordinieren zu können.
Daneben findet man noch eine große Anzahl weiterer Informationen zu Prozessen und Methoden, die im Rahmen der Antragserstellung eine Rolle spielen könnten.
Die Seite ist zu finden unter: http://echa.europa.eu/web/guest/applying-for-authorisation 


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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs


1. Verband der "Only Representatives" definiert Qualitätsstandards für Alleinvertreter

Alleinvertreter oder "Only Representatives" können unter REACH die Pflichten eines Registranten für Firmen übernehmen, die nicht in der EU ansässig sind. Damit werden Kunden dieser Firmen von Importeuren von Stoffen zu nachgeschalteten Verwendern von Stoffen und haben selber keine Registrierungspflichten unter REACH.
Alleinvertreter sind in der Praxis üblicherweise Beraterunternehmen mit Sitz in der EU, die dann für die "Nicht EU Firma" die Registrierung durchführen. Gleichzeitig übernehmen sie alle weiteren Pflichten des Registranten, die unter REACH entstehen (z.B. Kommunikationspflichten). In der Vergangenheit sind einzelne Alleinvertreter in die Kritik geraten, da im Rahmen von Überwachungsaktivitäten Dokumente zur Registrierung unzureichend oder gar nicht vorlagen. Insbesondere bezog sich dies auf die konkreten Lieferungen in die EU, wobei die Behörden nicht nachvollziehen konnten, welche Liefermengen der "Nicht EU Firma" wirklich durch eine Registrierung abgedeckt waren.
Zukünftig ist abzusehen, dass Alleinvertreter weitere wichtige Funktionen unter REACH übernehmen werden. So wurde kürzlich in einem Bericht der Agentur Chemical Watch vermeldet, dass die EU-Kommission bestätigt hat, dass Alleinvertreter auch Zulassungen im Namen von Nicht-EU Firmen beantragen können.
Um solche Situationen künftig zu vermeiden, hat sich ein Verband der Alleinvertreter gegründet, genannt Only Representative Organisation (ORO). Dieser erarbeitet unter anderem Qualitätsstandards, die für alle Mitglieder des Verbands gelten sollen. Gleichzeitig tritt der Verband offiziell als Stakeholdervertreter gegenüber der ECHA auf.
Informationen zu dem Verband finden Sie unter: http://www.onlyrepresentatives.org/


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2. Zulassungskonsortium für Chromtrioxid ins Leben gerufen

Chromtrioxid (EC-Nr. 215-607-8, CAS-Nr. 1333-82-0) wurde in der dritten Priorisierungsrunde der ECHA zur Aufnahme auf den Anhang XIV der zulassungspflichtigen Stoffe vorgeschlagen.
Zulassungspflicht bedeutet, dass ein Stoff nach einem festgelegten Datum nur noch dann verwendet werden darf, wenn für diese Verwendung eine Zulassung besteht. Dieses bedeutet, dass auch ein nachgeschalteter Anwender einen solchen Stoff nur dann verwenden darf, wenn er selber eine Zulassung für diese Verwendung besitzt oder sein Lieferant eine Zulassung für diese Verwendung besitzt und er im Rahmen der ihm übermittelten Zulassungsbedingungen den Stoff verwendet. Wichtig ist, dass die gesamte Lieferkette von einer Zulassung abgedeckt sein muss. Es nützt nichts, wenn für die eigene Verwendung eine Zulassung vorliegt, der Lieferant jedoch keine eigene Zulassung für seinen Schritt hat (z.B. es besteht eine Zulassung für die Endanwendung aber nicht für den Formulierungsschritt davor).
Für Chromtrioxid ist das festgelegte Datum laut des Vorschlags der ECHA gegenwärtig noch nicht festgelegt und wird abhängig davon sein, wann die EU-Kommission die Vorschläge in einer Änderungsverordnung zu REACH umsetzt. Da die Erstellung eines Zulassungsantrags jedoch ausgesprochen aufwändig ist, hat sich nun analog zu den Aktivitäten bei den Registrierungen ein Konsortium gegründet, welches einen Zulassungsantrag für REACH erarbeiten will. Gegenwärtig befinden sich 23 Gruppen (Firmen, Verbände) in dem Konsortium. Es wird dazu eingeladen, dem Konsortium ebenfalls beizutreten. Unternehmen, für die dies infrage käme, müssen sich jedoch beeilen, da eine Aufnahme zunächst bis Mitte März begrenzt ist.
Abgedeckt werden sollen folgende Verwendungen:

  • Formulierung von Gemischen
  • Funktionelle Chrom Beschichtung (Functional chrome plating)
  • Dekorative Beschichtung
  • Andere Oberflächenbehandlungen MIT verbleibendem Chrom VI im Endprodukt
  • Andere Oberflächenbehandlungen OHNE verbleibendes Chrom VI im Endprodukt
  • Verwendung als Katalysator
  • Verwendung in kleinem Labormaßstab

Kosten werden gemäß eines Kostenmodells gestaffelt nach Firmengröße geteilt werden. Große Firmen sollen dabei deutlich mehr bezahlen, um so vor allem KMU zu ermutigen an den Zulassungsaktivitäten teilzunehmen. Die Fertigstellung der Arbeiten wird für Mai 2014 angestrebt und soll bereits im Mai dieses Jahres starten.
Kontakt für das Konsortium ist bei der Anwaltsfirma McKenna Long & Aldridge LLP Frau Ursula Schliessner tel. 0032-2-2781224
Weitere Hintergrundinformationen können sie hier erhalten (ZIP File)



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3. "REACH in der Praxis" wird fortgesetzt

Umweltbundesamt begleitet auch die 2. Registrierungsphase aktiv durch Fachworkshops


Im Juni 2013 endet die Registrierungsperiode für Chemikalien mit einer Produktionsmenge von mehr als 100 Tonnen pro Jahr. Diese Stoffe werden zum Großteil von kleinen und mittleren Unternehmen auf den Markt gebracht. Für sie stellt die sachgerechte Umsetzung der rechtlichen Anforderungen von REACH eine besondere Herausforderung dar.
Dazu werden Umweltbundesamt (UBA) und Bundesumweltministerium (BMU) die erfolgreiche Workshopreihe "REACH in der Praxis" 2012 und 2013 mit acht Fachworkshops zu verschiedenen Aspekten der Umsetzung von REACH fortsetzen.
Bereits seit 2006 bieten Umweltbundesamt (UBA) und Bundesumweltministerium (BMU) unter dem Titel "REACH in der Praxis" Fachkonferenzen zu ausgewählten Schwerpunktthemen der Umsetzung der EU-Chemikalienverordnung REACH an. An den bislang 17 Veranstaltungen nahmen insgesamt mehr als 1.600 Expertinnen, Experten und Interessierte teil. In intensiven Diskussionen zwischen Expertinnen und Experten der verschiedenen beteiligten Gruppen wurden wichtige Frage geklärt und Anstöße für die weitere Ausgestaltung von REACH erreicht.
Neben fachlichen Inhalten werden die Workshops erneut ein Diskussionsforum zwischen Praktikerinnen und Praktikern aus (kleinen und mittleren) Unternehmen, Expertinnen und Experten der Behörden aus Bund und Ländern und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Forschungs- und Beratungseinrichtungen zur REACH-Umsetzung sein. Ziele sind, mögliche Probleme und Klärungsbedarf frühzeitig zu erkennen und praxisgerechte Lösungen zu finden.
In der ersten Jahreshälfte 2012 sollen in drei Fachworkshops gezielt relevante Erfahrungen und Informationen für Registranden der 2. Registrierungsperiode verfügbar gemacht werden:

  1. Lessons learned und offene Fragen,
    13.02.2012 im Bundespresseamt, Berlin
    Startworkshop zur Auswertung der Erfahrungen aus der ersten Registrierungsphase und zur Diskussion zentraler offener Fragen in Hinblick auf die 2. Registrierungsphase
  2. Bewertung von Stoffeigenschafte
    21.03.2012 in der Landesvertretung des Landes Sachse-Anhalt, Berlin
    Fachworkshop über Methoden und Instrumenten zur Schließung von Informationslücken über die Eigenschaften von Stoffen
  3. Umweltbezogene Expositionsbewertung in der Registrierung
    06.06.2012 im Bundespresseamt, Berlin
    Fachworkshop zur Vorstellung der einschlägigen Methoden und Konzepte und der Diskussion ihres Entwicklungsstandes

 
Die weiteren fünf Fachworkshops sollen sich mit der Risikobewertung allgemein, den Risiken ausgewählter Chemikalien und den Herausforderungen der Riskokommunikation für Formulierer, nachgeschaltete Anwender und Behörden befassen.
Die Workshop Reihe konzipieren und organisieren das UBA, Ökopol und das Öko-Institut gemeinsam.
Das vorläufige Programm des Auftaktworkshops finden Sie in ausführlicher Form hier 
Detaillierte Informationen zu den Fachworkshops und eine online-Anmeldemöglichkeit zu allen drei Workshops finden sich unter www.reach-konferenz.de; Hier finden sich auch die Dokumentation der Veranstaltungen aus der vorangegangenen Workshop-Reihe.
Weitere Informationen zu umweltbezogenen REACH-Fragen finden sich beim UBA unter http://www.reach-info.de/


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Veranstaltungen


1. REACH/CLP Konferenz zum Thema Vollzug

Eine Veranstaltung der Europäischen Kommission in Brüssel

Termin: 01. März 2012
Ort: Brüssel (Charlemagne Gebäude, 170 Rue de la Loi, 1049 Brussels, Belgium
Info & Anmeldung:Die Anmeldung und weitere Informationen sind unter folgender Internetadresse zu finden: http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/chemicals/reach/events/index_en.htm#h2-1

Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt. Im Falle einer Überbuchung werden die Informationen der Anmeldeunterlagen zugrunde gelegt, um eine ausgewogene Teilnehmerzusammensetzung aller Interessensgruppenvertreter zu erhalten und einen maximalen Nutzen aus der Veranstaltung ziehen zu können.

Zielgruppe:
Vollzugsbehörden und zuständige Behörden für die REACh und CLP Umsetzung, Firmen – insbesondere KMU, Industrieverbände, Gewerkschaften, Nicht Regierungs Organisationen (NGO), Vertreter von Nicht-EU Mitgliedsstaaten, Importeure und Alleinvertreter (OR)


Thema:

  • Vollzugsfragen von REACH und CLP und Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen.
  • Beispiel „guter Praxis“ für den REACH/CLP Vollzug
  • Vorstellung aktueller Vollzugsaktivitäten



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Bereiten Sie sich auf die Meldung an das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vor!