Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2012-04

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Träger von REACH Hamburg ist ein Netzwerk Hamburger Firmen, Verbände und Behörden, welches sich vierteljährlich trifft um sich zu aktuellen Themen der REACH Umsetzung auszutauschen. Es besteht die Möglichkeit für weitere Firmen nach Voranmeldung an diesen Treffen teilzunehmen und Mitglied des Netzwerkes zu werden. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus der ECHA


1. ECHA vor der Veröffentlichung von Updates zu IUCLID, der REACH IT und CHESAR

Wie bereits angekündigt plant die ECHA in Kürze Updates der großen IT Bausteine die Basis für die REACH Umsetzung sind.
Für Ende Mai ist ein Update von IUCLID geplant. Die gegenwärtige Version 5.3.2 wird dann von der Version 5.4 abgelöst werden. Nach Angaben der ECHA werden die Hauptänderungen in Bereichen liegen, die mit der Darstellung bestimmter Informationen im Stoffsicherheitsbericht zu tun haben und ermöglichen einige Informationen, die auch in Sicherheitsdatenblättern enthalten sind zu filtern und zu veröffentlichen. Eng verwoben ist die Veröffentlichung der neuen IUCLID Version mit einem Update der ECHA eigenen REACH IT, die im Spätsommer diesen Jahres vorgenommen werden soll.
Die wichtigste Änderung in IUCLID wird sein, dass nun Informationen aus dem CSR mit Bezug auf die Herstellung und sichere Verwendung im Dossier selber dargestellt werden sollen. Das bezieht sich z.B. auf die Anwendungsbedingungen und die Charakterisierung des Risikos. Dies soll zum einen ermöglichen, dass Firmen im Rahmen einer Registrierung diese Informationen in strukturierter Form miteinander austauschen können und dass es für Behörden leichter wird die getroffenen Annahmen nachzuvollziehen. Gleichzeitig soll so eine Grundlage geschaffen werden, dass diese Informationen auch in strukturierter Form für die Erstellung eigener Sicherheitsdatenblätter genutzt werden können. Für die Veröffentlichung sind vorgesehen: Der Name des Registranten, die Registrierungsnummer und die Ergebnisse der PBT Bewertung nach Anhang XIII.
Während IUCLID für den Nutzer eine Oberfläche bereit stellt um seine Daten und Informationen strukturiert für das Dossier aufzubereiten, ist die REACH IT das Tool der ECHA, welches diese Daten in Form der Dossiers  empfängt um es für die weitere Nutzung vorzuhalten. Damit zieht eine Änderung des einen bezüglich der Datenstruktur meist auch eine Änderung des anderen nach sich. Das führt dazu, dass dann Dossiers die mit älteren Versionen von IUCLID erstellt wurden nicht mehr angenommen werden können, bzw. ggf. eines Updates bedürfen (also sich auch auf bestehende Dokumente bezieht). So ist es auch in diesem Fall. Die neue Version der REACH IT wird nur noch Dossiers annehmen können die in IUCLID 5.4 erstellt wurden. Es ist also wichtig für Nutzer von IUCLID frühzeitig den Wechsel zu vollziehen.
Zur Unterstützung der Nutzer und Klärung offener Fragen hat die ECHA ein Fragen und Antworten Dokument veröffentlicht (nur auf Englisch): http://echa.europa.eu/documents/10162/13651/questions_and_answers_iuclid5_4_en.pdf
Ein weiteres Update, welches im Kontext mit der Veröffentlichung der neuen IT Tools steht, ist die angekündigte Veröffentlichung von CHESAR 2.0 im Juni 2012. Die neue Version des Programms zur Erstellung der Risikobewertung und des Stoffsicherheitsberichts wird dann als Inputdatensatz IUCLID 4 Daten benötigen. Bereits jetzt ist klar, dass es hier weitere Versionsreleases geben wird:

  • 2.0: Datenbezug aus IUCLID 4 und Erstellung der Kapitel 9 und 10 des Stoffsicherheitsberichts
  • 2.1: Anpassung der Risikobewertungsfunktion an die Neuerungen einer neuen Version von ECETOC (TRA) für die Bewertung der Risiken für den Verbraucher und Implementierung der Standardphrasen in Anlehnung an das ES Com Projekt des Europäischen Chemikalienverbandes (CEFIC)zu Phrasen für das Expositionsszenario (siehe auch bei CEFIC: http://www.cefic.org/Industry-support/Implementing-reach/Libraries/). Vorgesehen ist das Update für Ende 2012/Anfang 2013.
  • 2.2: Dies Update soll ermöglichen auch Expositionsszenarien zu erstellen, die für die Kommunikation in der Lieferkette genutzt werden können (bisherige Versionen waren immer nur für den Gebrauch im Stoffsicherheitsbericht gedacht und wurden bei Nachgeschalteten Anwendern vielfach auch nicht als hilfreich angesehen). Vorgesehen ist das Update für Ende 2012/Anfang 2013.

Informationen zu den Update von IUCLID sind zu finden unter: http://iuclid.eu/
Informationen zu CHESAR sind zu finden unter: http://chesar.echa.europa.eu/


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2. ECHA kündigt die Veröffentlichung von Namen der Registranten an

Ab der 2. Jahreshälfte wird die ECHA die Namen der Registranten veröffentlichen, welche nicht erfolgreich als vertraulich beantragt wurden. Damit kommt sie einer Forderung nach, die seit langem von Umweltverbänden gestellt wurde und weswegen sie bereits eine Klage angestrengt hatten, die aber bisher noch nicht entschieden ist.
Laut ChemSec, einer Nichtregierungsorganisation die auch die sogenannte SINList potentieller Kandidatenstoffe herausgibt (http://www.chemsec.org/), geht der Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig wird beklagt, dass noch zusätzliche Informationen im Sinne einer transparenten Umgehensweise mit den Registrierungsdaten nötig wären. So fordern sie eine Veröffentlichung von:
•    Allen Namen von Herstellern (Registranten), nicht nur solcher die Stoffe mit einem Sicherheitsdatenblatt herstellen. Die ECHA-Erklärung kann dahingehend gelesen werden.
•    Die Veröffentlichung von Herstellungs- oder Importmengen
Als Begründung wird angegeben, dass in der Vorgängerdatenbank der EU, ESIS (http://esis.jrc.ec.europa.eu/home.php) die Namen der Hersteller auch öffentlich gewesen seien und Daten unabhängig von Einstufung veröffentlicht wurden.
Die ECHA hat inzwischen erklärt, die aggregierten Mengen der registrierten Stoffe bekannt geben zu wollen. Für Zwischenprodukte werden diese Informationen nicht veröffentlicht. Dabei richtet sich die Art der Information nach der Anzahl der Registranten und ob diese, die Informationen als "vertraulich" gekennzeichnet hatten. Bei weniger als vier Registranten wird nur eine größer als… Information bekannt gegeben.
Zum genauen Vorgehen der ECHA sehen sie die Presseerklärung unter http://echa.europa.eu/web/guest/view-article/-/journal_content/81cace06-43bf-4756-aa10-784f3561ea4c


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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs


1. Umwelt- und Verbraucherschutzverbände forder die EU Umweltmister auf Maßnahmen hinsichtlich hormonell wirksamer Stoffe zu ergreifen

Hormonell wirksame Stoffe (endocrine Disruptors - ECD) werden heute allgemein als Problem für die Gesundheit des Menschen und die Umwelt gesehen. Von daher gelten sie als Stoffe mit gleichermaßen besorgniserregenden Eigenschaften und können somit als Kandidatenstoffe unter REACH Artikel 57 f identifiziert werden. Bisher wurde ein Stoff aus diesem Grund für die Kandidatenliste vorgeschlagen (von Deutschland) und aufgenommen. Gleichwohl ist der Nachweis solcher Eigenschaften schwierig und wird nicht im Rahmen der Risikobewertung bei einer REACH-Registrierung standardisiert erbracht. Von daher wird bei vielen Stoffen kontrovers über das Vorhandensein der Eigenschaft diskutiert.
In einem offenen Brief haben die Umweltorganisationen:

  • CHEM Trust (Chemicals, Health and Environment Monitoring Trust)
  • ChemSec
  • ClientEarth
  • Comisiones Obreras (CCOO)
  • Danish Ecological Council
  • European Environmental Bureau (EEB)
  • Health and Environment Alliance (HEAL)
  • Health Care Without Harm Europe
  • Pesticide Action Network (PAN) Europe
  • Réseau Environnement Santé (RES)
  • Swedish Society for Nature Conservation
  • Women in Europe for a Common Future (WECF)

die EU Umweltminister anlässlich einer Tagung (zum 7. EU Umwelt Aktionsprogramm – EAP) aufgefordert Schritte hinsichtlich dieser Stoffe, sowie Nanomaterialien und zum Schutz vor Chemikaliengemischen zu ergreifen, und dabei den Vorsorgegedanken anzulegen. Der Text des Brief ist hier zu finden http://www.chemsec.org/images/stories/2012/news/120406_NGO_letter_7_EAP_to_environment_ministers.pdf
Vor diesem Hintergrund ist z.B. auch das Vorgehen von Schweden zu sehen, das nun Bisphenol A für die Lebensmittelverpackung von Lebensmitteln für unter Dreijährige verbietet. Bisphenol A steht seit langem in Verdacht ein ECD zu sein und wird immer wieder kontrovers diskutiert. Es ist eine der weltweit am meisten zum Einsatz kommenden Chemikalien und steht nach Aussagen der NGOs im Verdacht eine Reihe ernster Krankheiten auszulösen. Dies bestreiten die Hersteller des Stoffes. Weiter überlegt Schweden das Verbot auf Thermopapier (Kassenzettel), Spielzeuge und die Neuauskleidung von Trinkwasserrohren auszuweiten.
Zur Presseerklärung der schwedischen Regierung: http://www.sweden.gov.se/sb/d/15926/a/190565


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2. Neue Version von ECETOC (TRA)

ECETOC (TRA), das weit verbreitete Tool zur Expositionsabschätzung und Risikocharakterisierung, wurde aktualisiert. Die neue Version 3 ist nun erschienen. Dabei gibt es nur noch die voll integrierte Form (Arbeitsschutz, Umwelt und Verbraucher in einem Tool) und das Verbrauchermodul als alleine stehendes Tool.
Wie bereits weiter oben erwähnt soll dieses Tool in CHESAR integriert werden und wurde in Zusammenarbeit mit der ECHA weiterentwickelt.
Die Änderungen werden in Kürze als Ergänzung der ECETOC Technical Reports 93 und 117 erscheinen (Report 114). Mehr Informationen und Download des Tools unter: http://www.ecetoc.org/tra


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3. BAuA veröffentlicht Listen von Unternehmen zur Umsetzung der betrieblichen Pflichten hinsichtlich Gefahrstoffen

Die BAuA hat als Informationsquelle einige Listen mit Unternehmen zusammengestellt und nun aktualisiert auf denen Unternehmen verzeichnet sind, die bestimmte Aufgaben mit Bezug zu Gefahrstoffen und somit auch zu REACH unterstützen.

Firmen die gerne in diese Listen Aufgenommen werden möchten finden hier auch entsprechende Ansprechpartner bei der BAuA.


4. ZVO Aktivitäten zur Unterstützung der Mitglieder bei der REACH Umsetzung

Der Zentralverband Oberflächentechnik hat auf die rechtlichen Veränderungen im Chemikalienrecht, aber auch anderer Umweltpolitischen Fragestellungen (z.B. erneuerbare Energiengesetz – EEG) reagiert und eine politische Interessensvertretung für seine Mitglieder gegründet. Gerade REACH ist für die Branche eine große Herausforderung, da bereits zahlreiche verwendete Stoffe aus dem Bereich der Oberflächentechnik einer Beschränkung unterliegen oder auf der Kandidatenliste stehen und auch schon in der ersten Phase der Zulassung Anträge gestellt werden müssen.
Um in Gesprächen zu den Stoffen frühzeitig eingebunden zu sein und die Last dieser Aktivitäten ein wenig von den Mitgliedsunternehmen zu nehmen, wurde das neue Gremium eingerichtet. Der ZVO arbeitet seit dem 1. April 2012 mit der EUTOP International GmbH (www.eutop.eu und www.eutop.de) zusammen. EUTOP vertritt die Interessen privater Unternehmen und Organisationen gegenüber den Institutionen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten.
Um genauere Informationen zu dieser Aktivität des ZVO zu erhalten besuchen Sie bitte den Internetauftritt des ZVO: http://www.zvo.org/interessenvertretung.html
Eine Sammlung von Fragen und Antworten zum Thema gibt es hier: http://www.zvo.org/interessenvertretung/fragen-antworten.html
Ganz praktisch bereitet der ZVO zudem einen Zulassungsantrag für zwei Stoffe unter REACH vor, Chromtrioxid und Chromsäure. Die geschieht in Form eines Zulassungskonsortiums. Interessenten können gegenwärtig gegen Zahlung eines Beitrags von 2.000,- € Mitglied in diesem Konsortium werden. Dies sind jedoch nicht die Kosten für die gesamte Zulassungsbeantragung. Das Startgeld dient der Deckung der Allgemeinkosten, die das Konsortium arbeitsfähig machen (Personal, Infrastruktur). Spezielle Kosten, die zum Beispiel aufgrund der Datenerhebung für spezielle Anwendungen auftreten, müssen die jeweils betroffenen Firmen aufbringen. Teilgenommen werden kann über eine Teilnahmeerklärung, die hier zu finden ist http://www.zvo.org/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=fileadmin/zvo/Allgemeine_PDFs/Formular%20AKC%20Chrom.pdf&t=1334911467&hash=fcb6a6560f11461f0d58de05cd0721bb0efc393e
Eine detailliertere Übersicht von Informationen hat der ZVO in Form von Fragen und Antworten auf seiner Homepage publiziert: http://www.zvo.org/reach/fragen-antworten.html
Interessenten sollten beachten, dass sich bereits ein weiteres Konsortium unter der Führung der Stoffhersteller gegründet hat (REACH-Hamburg berichtete http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=141#c1158


Bereiten Sie sich auf die Meldung an das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vor!