Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2012-06

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Träger von REACH Hamburg ist ein Netzwerk Hamburger Firmen, Verbände und Behörden, welches sich vierteljährlich trifft um sich zu aktuellen Themen der REACH Umsetzung auszutauschen. Es besteht die Möglichkeit für weitere Firmen nach Voranmeldung an diesen Treffen teilzunehmen und Mitglied des Netzwerkes zu werden. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus der ECHA


1. ECHA Praxisleitfaden für nachgeschaltete Anwender

Im Laufe der Zeit hat die ECHA neben ihren ausführlichen Leitliniendokumenten eine Reihe von Praxisleitfäden veröffentlicht, die einzelne Themen aufgreifen und kurz und knapp die wichtigsten Grundlagen und Pflichten für den jeweiligen Themenkreis erläutern. So sollen die Nutzer schnell eine Idee davon erhalten, ob ein bestimmtes Thema für die relevant ist. Muss ein Akteur ein bestimmtes Thema in seiner betrieblichen Praxis vertiefen, finden sich in den Praxisleitlinien Verweise auf die ausführlicheren Kapitel der jeweiligen Leitlinien und andere Dokumente und Quellen. Eine Übersicht zu allen Praxisleitfäden findet sich bei der ECHA unter http://echa.europa.eu/practical-guides. Bei einem Wechsel der Spracheinstellungen der Webseite zu Deutsch erhalten die Nutzer der Seite die jeweils deutschen Dokumente (soweit verfügbar).
Neu in der Reihe der Praxisleitfäden ist nun ein Dokument, welches sich speziell an die nachgeschalteten Anwender richtet. Thematisiert wird die Vorgehensweise solcher Akteure beim Erhalt der Sicherheitsdatenblätter und der Expositionsszenarien (ist eine Verwendung abgedeckt oder nicht?). Ein kurzer Abschnitt erläutert das Prinzip des Scaling und ein weiterer Abschnitt geht auf die Pflicht der nachgeschalteten Anwenders ein, wenn ein eigener Stoffsicherheitsbericht erstellt werden muss. Außerdem werden einige Beispiele aufgeführt, die den nachgeschalteten Anwendern vermitteln sollen, wie in bestimmten Situationen zu verfahren ist, wenn in Sicherheitsdatenblatt und Expositionsszenario bestimmte Informationen enthalten (bzw. nicht enthalten) sind und was die Handlungsoptionen für den nachgeschalteten Anwender in diesen Fällen sein können. Die Leitlinie finden Sie (momentan nur auf Englisch) unter http://echa.europa.eu/documents/10162/13655/du_practical_guide_13_en.pdf.
In Ihrer Presseerklärung zur Veröffentlichung des Praxisleitfadens bittet die ECHA-Akteure die sich mit REACH befassen auch darum, weitere nützliche Beispiele "aus der Praxis" an die ECHA weiterzuleiten, bei denen die Akteure Beobachtungen gemacht haben, die besondere Probleme gemacht haben oder auch um besonders positive Erfahrungen zu schildern. Solche Beispiele sind wichtig um weitere Unterstützungsangebote für die REACH-Akteure zu entwickeln, da die Behörden über diese Erfahrungen nicht aus erster Hand verfügen (können). Die Übermittlung von Beispielen soll über die Kontaktseite der ECHA erfolgen, zu erreichen unter http://echa.europa.eu/web/guest/contact.


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2. ECHA Workshops für Antragssteller von Zulassungen

Zulassungsanträge werden für eine stetig steigende Zahl von Akteuren aus verschiedenen Industriesektoren (nicht nur der chemischen Industrie) immer relevanter. Die ersten Stichtage für eine fristgerechte Abgabe der Anträge sind bereits der 21. Februar, sowie der 21.August 2013 (vgl. Liste der zulassungspflichtigen Stoffe http://echa.europa.eu/web/guest/addressing-chemicals-of-concern/authorisation/recommendation-for-inclusion-in-the-authorisation-list/authorisation-list). Dabei wird immer klarer, dass ein Zulassungsantrag zahlreiche Informationen enthält die über das "normale" Wissen über das eigene Geschäft und die eigenen Prozesse hinausgeht. Gleichzeitig sollten sich potenzielle Antragsteller darüber bewusst werden, inwieweit ein Stoff zentral für die Fortsetzung einer Marktaktivität ist, damit nach dieser Klärung, sofern dann nötig, der Prozess der Antragserstellung möglichst effektiv gestaltet werden kann.
Zur Unterstützung der Akteure plant die ECHA nun zwei Workshops. Der erste Workshop wird sich mit den einzelnen Elementen des Zulassungsantrags befassen. Ziel dieses Workshops soll sein den Akteuren ein Verständnis zu vermitteln, wie ein Zulassungsantrag unter REACH gestellt wird. Außerdem sollen die Teilnehmenden verstehen, welche Anforderungen durch die einzelnen Elemente (Stoffsicherheitsbericht, Analyse der Alternativen und sozioökonomische Analyse) an sie gestellt werden und sie bei einer vernünftigen Zeitplanung ihrer Aktivitäten unterstützen. Das Seminar wird in Anlehnung eine bereits durchgeführte Veranstaltung aus dem Jahr 2011 durchgeführt (Vorträge und Aufzeichnung der Veranstaltung unter http://echa.europa.eu/view-article/-/journal_content/29918d49-912a-4768-92b6-31a30ba71f28).
Die Veranstaltung wird vom 1. - 2. Oktober 2012 in Helsinki stattfinden. Weitere Informationen und Anmeldung erfolgen unter http://echa.europa.eu/view-article/-/journal_content/01678d80-ba25-431a-91f3-36205feebb95.
Die zweite Veranstaltung wird sich speziell an die praktischen Aspekte der Analyse von Alternativen und der sozioökonomischen Analyse richten. Diese Veranstaltung wird im Zeitraum vom 2. bis zum 3. Oktober stattfinden. Es wird zeitlich möglich sein, an beiden Veranstaltungen teilzunehmen. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung sind zu finden unter http://echa.europa.eu/view-article/-/journal_content/ab8d609b-c321-4bda-839a-58721763bd8d.
Die Zahl der Teilnehmer ist auf ca. 30 begrenzt. Bei einer größeren Nachfrage werden zunächst Firmen bevorzugt, die mit einem Stoff des gegenwärtigen Anhangs XIV zu tun haben. Die Anmeldefrist ist der 27. August 2012.


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3. Öffentliche Kommentierungsphase für neue zulassungspflichtige Stoffe (Anhang XIV REACH)

Gegenwärtig läuft eine Kommentierungsphase für 10 weitere Stoffe, welche zur Aufnahme auf die Liste der zulassungspflichtigen Stoffe in der Diskussion stehen. Bei dem sogenannten Prozess der Priorisierung wurden folgende Stoffe von der Kandidatenliste ausgewählt:

  • Formaldehyd, oligomeres Reaktionsprodukt mit Anilin (technisches MDA)
  • Arsensäure
  • Dichromtris(chromat)
  • Strontiumchromat
  • Kaliumhydroxyoctaoxo-dizinkat-dichromat
  • Pentazinkchromat-octahydroxid
  • 1,2-Bis(2-methoxyethoxy)ethan (TEGDME; triglyme)
  • N,N-Dimethylacetamid
  • 1,2-Dichlorethan
  • 2,2'-Dichlor-4,4'-methylendianilin

Bei einer Kommentierung sollte das Ziel dieser Kommentierungsrunde noch mal vergegenwärtigt werden. Es ist nicht Ziel Argumente für oder gegen eine gefährliche Eigenschaft in den Diskussionsprozess einzubringen. Dies ist bereits in der Identifizierung besonders besorgniserregender Eigenschaften geschehen, also bei der Aufnahme auf die Kandidatenliste. In diesem Prozess geht es darum Verwendungsbezogene Informationen zu sammeln, die für oder gegen eine Aufnahme auf den Anhang XIV sprechen. Solche Informationen können z. B. mengenbezogene Angaben zu einzelnen Verwendungen sein oder Informationen zu Alternativen zu dem Stoff. Weiter sind auch solche Informationen von Interesse die helfen die Zulassungsbedingungen genauer zu spezifizieren, etwa die begründete Einbeziehung von Ausnahmen oder die Anpassung von Fristen (etwa aufgrund fehlender Alternativen oder langer Substitutionsdauern in bestimmten Prozessen).
Eine Kommentierung kann über die Website der ECHA erfolgen, indem die dort vorgesehenen Formularseiten genutzt werden, die in der Detailansicht zu jedem Stoff verfügbar sind. Die Seiten der öffentlichen Konsultation sind zu finden unter http://echa.europa.eu/web/guest/addressing-chemicals-of-concern/authorisation/recommendation-for-inclusion-in-the-authorisation-list/consultation-on-the-draft-of-20-june-2012-of-echas-4th-recommendation


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4. REACH-IT update für den 11 Juli geplant

Die neue Veröffentlichung der neuen Version von REACH-IT ist für heute, den 11. Juli geplant. Nach dieser Aktualisierung wird das System nur noch Dossiers annehmen, die mit IUCLID 5.4 erstellt wurden. Von daher ist wichtig, dass alle Nutzer von IUCLID nun ebenfalls von der Vorversion 5.3 auf die Version 5.4 umrüsten. Das gilt auch für Aktualisierungen bereits bestehender Registrierungsdossiers (vgl. REACH-Hamburg NL 2012-04 http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=145).


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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs


1. CEFIC veröffentlicht Papier zu Mehrfachregistrierungen derselben Stoffe

Unter REACH gilt grundsätzlich der Grundsatz "One Substance One registration" (OSOR). Eine Abweichung ist grundsätzlich nur in besonderen begründeten Fällen möglich, dem sogenannten "opt-out". Gründe dafür sind in Artikel 11Abs. 3 a-c genannt (unverhältnismäßig hohe Kosten, Offenlegung von Geschäftsgeheimnissen, abweichende Meinung hinsichtlich der Interpretation von Testergebnissen mit dem Lead Registranten), in jedem Fall ist die Begründung bei einer gesonderten Einreichung jedoch anzugeben. Zumindest war dies ursprünglich so gedacht. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass für zahlreiche Stoffe zwei und mehr Dossiers eingereicht wurden, ein Zustand, den die ECHA auch entsprechend bemängelt hat. Als Reaktion auf die Erfahrungen aus der ersten Registrierungsphase hat der Verband der Europäischen Chemiehersteller (CEFIC) nun ein Papier herausgegeben, das diesen Sachverhalt noch mal aufgreift.
In dem Papier macht der Verband noch mal deutlich, dass die Pflicht zur Datenteilung in jedem Fall bestehen bleibt und dies ggf. zu Folgen für den individuellen Einreicher führen könnte: a) durch Maßnahmen der Behörden und b) durch ein Interesse der regulären SIEF-Teilnehmer der gemeinsamen Einreichung die einen Nachteil durch ihren erhöhten Aufwand vermuten und den Einreicher ggf. zu einer Kostenbeteiligung an ihrer Registrierung bewegen wollen. Ein ähnlicher Sachverhalt könnte gegeben sein, wenn vermutet wird, dass Einreicher einer gemeinsamen Einreichung unerlaubterweise für ein zu großes Mengenband registriert haben, als ihnen gemäß "Letter of Access" zustünde.
Das Papier zu den einzelnen Szenarien und dem Vorgehen finden Sie bei CEFIC unter http://www.cefic.org/Documents/IndustrySupport/REACH%20Implementation/SIEF%20Guidance/Paper_on_individual_submissions_for_the_same_substance120604_final.pdf


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2. Neue EU-Biozid-Verordnung verabschiedet

Im Rahmen der neuen Rechtssetzungen in der europäischen Chemikalienpolitik ist nun ein weiterer Baustein hinzugekommen. Mit der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 wurde eine neue Verordnung zu Bioziden erlassen. Das Gesetz tritt am 01. September 2013 in Kraft. Durch die Ablösung der alten Richtlinie 98/8/EG durch eine europäische Verordnung soll eine weitere Harmonisierung der Regelungen für Chemikalien erreicht warden, da die Verordnung wieder sofort in allen Mitgliedsstaaten gültig ist (wie REACH oder CLP auch).
Die Verordnung regelt die Antragsstellung für Biozidwirkstoffe und Biozidprodukte. Die Verantwortung für die Koordination des Bewertungsprozesses der Anträge werden künftig ebenfalls eine Aufgabe der ECHA sein. Die Verordnung ist im Amtsblatt erschienen und erhältlich unter http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:167:0001:0123:DE:PDF



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Veranstaltungen


1. REACH in der Praxis

Fachworkshop 4: Instrumente zur umweltbezogenen Risikobewertung

Eine Veranstaltung des Umweltbundesamt (UBA) /Bundesumweltministerium (BMU)
Organisation: Ökopol GmbH (Hamburg) & Öko-Institut e.V. (Freiburg)

Termin: 25.09.2012   10:00 Uhr - 17:00 Uhr
Ort: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung / Presse- und Besucherzentrum, Reichstagufer 14, 10117 Berlin

Teilnahmegebühr: Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben

Ansprechpartner:

Dr. Olaf Wirth
Tel. 040 391002-0
E-Mail: wirth@oekopol.de


Anmeldung onnline unter:

http://www.reach-konferenz.de/anmeldung_WS4.htm

Zielgruppe:
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Unternehmen, welche 2013 Stoffe registrieren müssen und die bisher noch keine Erfahrungen mit eigenen Registrierungen gemacht haben, sowie an "alte Hasen", die Ihre Erfahrungen mit anderen teilen möchten und neue Entwicklungen im Bereich der IT-Instrumente zur Risikobewertung kennenlernen wollen.
Auch Unternehmen, die ihre Registrierungen von externen Beratern durchführen lassen oder die im Rahmen einer "Joint Submission" die Risikobewertung weitgehend dem "Lead Registrant" überlassen, wird die Teilnahme empfohlen. Erfahrungen zeigen, dass es notwendig und hilfreich ist, wenn die Registranten Rückfragen von Kunden und/oder Behörden selbst beantworten können.


Inhalt:
Der Fach-Workshop gliedert sich inhaltlich in die folgenden Abschnitte:

  • Vorstellung der "offiziellen" IT-Basis-Anwendungen der ECHA:
  1. IUCLID (nun in der Version 5.4)
  2. REACH IT

Hier wird insbesondere ein Überblick gegeben, was diese Instrumente beinhalten, und wie sie miteinander zusammenhängen.

  • Erläuterung des ECHA Tools zur strukturierten Erstellung von Stoffsicherheitsberichten CHESAR, in seiner aktuellen Überarbeitungsstufe
  • Darstellung der Funktionalitäten der (weiteren) IT-gestützten Instrumente zur Unterstützung der umweltbezogenen Expositionsbewertung EUSES und ECETOC TRA.
  • Ausführungen zu stoffgruppenspezifischen Bewertungsinstrumenten, wie MEASE für die Bewertung von Metallen sowie PetroRisk für die Mineralölfraktionen

Aufbauend auf diesen Instrumenten-Überblick werden für ausgewählte Schnittstellenprobleme bestehende Lösungsansätze und Lösungsbestrebungen erläutert. Dazu zählen beispielsweise die Standards für die IT-gestützte Expositionsszenarienübermittlung oder die Standardphrasenkataloge für das Sicherheitsdatenblatt und die Expositionsszenarien.
Im Workshop werden in Bezug auf die verschiedenen IT-basierten Instrumente Kenntnisse zur Funktionalität vermittelt. Bedienerwissen einzelner Tools ist nicht Gegenstand der Veranstaltung.

Hintergrund und Ziele:
Die vorangegangenen zwei Fachworkshops der REACH in der Praxis Reihe hatten die Bewertung der Stoffeigenschaften (WS 2, http://www.reach-konferenz.de/WS_2.htm) und die umweltbezogene Expositionsbewertung (WS 3, http://www.reach-konferenz.de/WS_3.htm) zum Thema.
Dabei wurde herausgearbeitet, dass es sich bei der Stoffsicherheitsbeurteilung unter REACH um einen eng verzahnten, gestuften Prozess handelt. Dabei dienen häufig die Ergebnisse eines Arbeitsschrittes als Input für einen darauf folgenden Schritt. Über die inhaltlichen Konzepte und Methoden hinaus, die Gegenstand der vorausgegangenen Workshops waren, stehen eine Reihe von Instrumenten zur Unterstützung der REACH-Akteure zur Verfügung. Um diese zumeist IT-gestützten Instrumente zielgerichtet einsetzen zu können, ist es jedoch sehr wichtig zu verstehen, was die Instrumente jeweils leisten, wo ihre Grenzen liegen und welche Schnittstellen zu anderen Hilfsmitteln bestehen.
In Fachworkshop 4 werden die Teilnehmer einen systematischen Überblick über die Instrumente erhalten, die für die umweltbezogene Stoffsicherheitsbeurteilung relevant sind. Damit sollen die Akteure in die Lage versetzt werden gezielt zu entscheiden, wann und welche Instrumente sie für die eigenen Bewertungs- und Registrierungs-Aufgaben verwenden.


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Bereiten Sie sich auf die Meldung an das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vor!