Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2012-08

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Träger von REACH Hamburg ist ein Netzwerk Hamburger Firmen, Verbände und Behörden, welches sich vierteljährlich trifft um sich zu aktuellen Themen der REACH Umsetzung auszutauschen. Es besteht die Möglichkeit für weitere Firmen nach Voranmeldung an diesen Treffen teilzunehmen und Mitglied des Netzwerkes zu werden. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

Neues aus der ECHA

1. Neue Leitlinienentwürfe an das CARACAL weitergeleitet

1. Öle und Fette aus genetisch veränderten Organismen sollen unter die Ausnahmen nach Anhang V von REACH fallen

In einem Entwurf zu den Leitlinie für die Ausnahmen gemäß Anhang V der REACH-Verordnung hat die ECHA einen Entwurf an das CARACAL (Ausschuss der zuständigen REACH-Behörden der Mitgliedstaaten – In Deutschland die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin –BauA, sowie das Umweltbundesamt – UBA und das Bundesamt für Verbraucherschutz -BfR) weitergeleitet. Drin schlägt die ECHA vor die Leitlinie dahin gehend zu ändern, als dass nun explizit gesagt wird, dass Öle, Fette und Wachse aus gentechnisch veränderten Organismen explizit in Eintrag 9 – Stoffe aus natürlichen Quellen – der es Anhangs einbezogen sein sollen. Voraussetzung bleibt allerdings auch hier, dass diese nachträglich nicht weiter chemisch modifiziert werden dürfen.
Der Leitlinienentwurf ist hier erhältlich: http://echa.europa.eu/documents/10162/13564/draft_update_of_guidance_for_annex_v_entry_9_2012_clean_en.pdf


2. Leitlinienentwurf zur Zuordnung spezifischer Grenzwerte zur Einstufung und Kennzeichnung unter CLP an CARACAL versendet

Ein zweiter Leitlinienentwurf behandelt die Anpassung der Leitlinie zur Zuordnung spezifischer Grenzwerte für die Einstufung gemäß CLP. Die Zuordnung von spezifischen Grenzwerten ist unter CLP möglich, wenn Testdaten darauf hinweisen, dass Effektschwellen für bestimmte Stoffe deutlich über den in der CLP-Verordnung festgelegten allgemeinen Schwellen liegen oder darunter. Wie experimentelle Daten für bestimmte Einstufungskriterien für die menschliche Gesundheit interpretiert werden sollten, wird in diesem Leitliniendokument dargelegt. Die Änderungen betreffen folgende Gefährlichkeitskriterien:

  • Haut ätzend/reizend
  • Ernsthafte Augenschäden/Augenreizung
  • Reproduktionstoxizität
  • Zielorganspezifische Toxizität (einmalige Exposition)- STOT-SE

Diesen Leitlinienentwurf finden Sie unter: http://echa.europa.eu/documents/10162/13564/draft_guidance_clp_hh_caracal_clean_v3_en.pdf
Das CARACAL ist die letzte Stufe der Leitlinienüberarbeitung. Zuvor werde die Dokumente bereits von einer Expertengruppe mit Vertretern aus Wissenschaft, Industrie und weiteren Interessengruppen, der sogenannten Partner Expert Group und den verschiedenen Ausschüssen der ECHA und der Forum, einem Ausschuss der Vollzugsbehörden – in Deutschland die Länderbehörden) kommentiert.

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2. Update von CHESAR veröffentlicht

Die ECHA hat ein Update des CHESAR-Tools veröffentlicht (Version 2.0.1). Durch das Update wurde ein Fehler behoben, der bei der Erstellung und dem Export eines Datenbank Elements oder eines spERCs verursacht wurde und zur Folge hatte, dass die Verknüpfung mit der UUID (der eindeutigen Identifizierungsnummer der ECHA fehlerhaft war.
Zu den CHESAR Seiten gelangen Sie hier: http://chesar.echa.europa.eu/

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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs

1. Die EU-Kommission strebt eine Umsetzung der Aufnahme von 136 Stoffen auf der Kandidatenliste durch eine Aufnahme bekannter CMR-Stoffe an

Um das Ziel zu erreichen im Jahr 2012 136 Stoffe auf die Kandidatenliste aufgenommen zu haben, fordert die EU-Kommission die ECHA dazu auf, 38 Dossiers für besonders besorgniserregende Stoffe auszuarbeiten. Bei den Stoffen handelt es sich ausschließlich um bekanntermaßen krebserregende, mutagene oder reproduktionstoxische Stoffe (CMR). Die Stoffe sind alle bereits im Anhang VI der CLP-Verordnung mit einer harmonisierten Einstufung als CMR Stoffe verzeichnet. Formal reicht diese Anforderung gemäß Artikel 57 (2) aus, um ein Dossier zu erstellen. Gleichwohl werden üblicherweise auch Daten zu Herstellung und Verwendung der Stoffe gesammelt, was in diesen Fällen aber wohl erst in Rahmen der weiteren Priorisierung erfolgen wird. Insgesamt wird seitens der ECHA jedoch nicht erwartet, dass viele Kommentare zu den Stoffen eingehen werden. Da die rechtliche Lage eindeutig ist und der CMR-Status der Stoffe nicht kontrovers diskutiert wird. Hier ist wichtig noch mal daran zu erinnern, dass in dieser Phase des Verfahrens Risikoaspekte noch keine Rolle spielen, sondern lediglich die intrinsischen Eigenschaften des Stoffs (als ein Gefahrenaspekt).
Dennoch wird das Vorgehen der Kommission von einigen Industrieverbänden massiv kritisiert. Vor allem die Verbände der Metallwirtschaft treten hier in den Vordergrund, da eine große Anzahl der Stoffe Bleiverbindungen sind (21 Stoffe). Die international Lead Association (ILA) und Eurometaux haben zwei Pressemitteilungen zum Thema veröffentlicht.
Eurometaux: http://www.eurometaux.eu/MembersHome/ManageSite/DocumentManagement.aspx?Command=Core_Download&EntryId=2445
ILA: http://www.ila-lead.org/news/ila-news/2012-08-21/ila-press-release-commission-undermines-credibility-of-reach-candidate-list
Darin kritisieren sie die EU-Komission aufs Schärfste und beklagen vor allem, dass die Effizienz einer solchen Maßnahme im Vorfeld nicht nachgewiesen würde. Üblicher weise führen die Ersteller der Dossiers im Vorfeld eine sogenannte "risk management option" Analyse (RMO) durch, um zu ermitteln wie ein potenzielles Risiko das von einem Stoff ausgeht beherrscht werden kann. Das kann unter REACH neben der Zulassung auch eine Beschränkung sein, kann aber auch weiter gefasst werden, indem z. B. diskutiert wird ob nicht bestimmte Arbeitsplatzgrenzwerte hilfreich sein könnten.
Weiter wird kritisiert, dass es für einige der Bleiverbindungen bereits eine Selbstverpflichtung der Industrie gibt, diese in ihrer Hauptanwendung als Stabilisatoren für Kunststoffe zu substituieren. In den Augen der Verbände ist damit eine zusätzliche Regulierung der Stoffe überflüssig.
Die öffentliche Konsultation zu den Stoffen beginnt am 03. September und wird bis zum 18. Oktober andauern. Zu den Seiten der ECHA für die Konsultation folgen Sie folgendem Link:
http://echa.europa.eu/proposals-to-identify-substances-of-very-high-concern

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2. BAuA veröffentlicht Faltblatt zu REACH und Nanomaterialien

Das deutsche REACH-Helpdesk der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat ein Faltblatt veröffentlicht, das Registranten eine Hilfestellung bieten soll Nanoformen ihrer Stoffe sachgerecht in ihren Registrierungsdossiers zu dokumentieren.
Basis der Broschüre sind die "REACH Implementation Projects on Nanos" (RIPON) die bereits auch in einigen Anhängen bestehender ECHA Leitlinien Eingang gefunden haben (siehe Anhang I der Broschüre).
Hilfestellung gibt das Dokument vor allem zu den Inhalten über Nanoformen von Stoffen, die in IUCLID eingetragen werden müssen, als das sind:

  • Charakterisierung von Nanomaterialien
  • Physiko-chemische Eigenschaften 8
  • Beschreibung der Verwendung des Nanomaterials
  • Im Stoffsicherheitsbericht (CSR) zu dokumentierende Informationen

Das Dokument ist in deutscher Sprache erhältlich beim REACH-CLP Helpdesk unter http://www.reach-clp-helpdesk.de/de/Downloads/Kurzinfo/Kurzinfo%20Characterisierung%20Nanomaterialien.pdf?__blob=publicationFile&v=1
Die Adresse einer englischen Version ist: http://www.reach-clp-helpdesk.de/de/Downloads/Kurzinfo/Kurzinfo%20Characterisierung%20Nanomaterialien%20engl.%20Fassung.pdf?__blob=publicationFile&v=2

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3. Workshopergebnisse zu Stoffen mit endokrinen Wirkungen

Stoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften (substances of very high concern – SVHC) werden unter REACH weiteren Regelungen unterzogen. Neben ihren gefährlichen Eigenschaften werden ihre Verwendungsmuster analysiert und abgewogen, welche Risiken von den Stoffen ausgehen, um dann zu entscheiden, welches Risikomanagement geeignet ist. Prinzipiell gibt es unter REACH die Möglichkeit Beschränkungen zu erlassen oder aber die Stoffe dem Zulassungsverfahren zu unterziehen. Ziel von REACH ist dabei nach und nach die SVHCs durch sicherere Alternativen in Produkten und Prozessen zu ersetzen.
SVHC Eigenschaften sind in Artikel 57 von REACH festgelegt und sind die krebserregenden, mutagen und reprodiktionstoxischen Eigenschaften (CMR) oder die persistenten und Bioakkumulierenden und toxischen Stoffe (PBT) sowie die sehr persistenten und Bioakkumulierenden Stoffe (vPvB). Daneben gibt es noch in Artikel 57 f einen Passus, der besagt, dass auch Stoffe geregelt werden können, die einen gleichermaßen großen Anlass zu Besorgnis geben. Besonders genannt sind dabei die endokrin (hormonähnlich) wirkenden Stoffe (Abk. ECD – Endocirne Disruptors). Erste Stoffe dieser Gruppe wurden bereits in die Kandidatenliste der ECHA aufgenommen oder stehen kurz davor. Die Stoffe greifen in verschiedenen Lebensphasen eines Lebewesens in dessen Stoffwechsel ein und können dort Effekte hervorrufen, wie z. B. Verschiebung des Anteils an männlichen und weiblichen Nachkommen einer Spezies. Problematisch dabei ist, dass hier keine klassischen Dosis-Wirkungsbeziehungen darstellbar sind. Das bedeutet: Der Stoff wirkt nicht stärker, weil mehr von ihm aufgenommen wurde. Vielmehr ist entscheidend, in welcher Phase des Lebens er wirken kann und auch wo in einem Organismus. Zum Teil sind Effekte bei hohen Konzentrationen des Stoffs auch nicht zu beobachten, sondern nur bei sehr geringen oder es treten verschiedene Effekte bei unterschiedlichen Konzentrationen auf (oder auch die gleichen bei sehr hohen und bei sehr geringen, aber nicht dazwischen).
All das macht die Stoffe sehr gefährlich und erschwert eine Bewertung so, wie sie unter REACH vorgesehen ist. Ein sicheres Schutzniveau ist nicht abzuleiten und die klassischen Tests der Anhänge helfen vielfach auch nicht Effekte zu ermitteln. Aus diesem Grund besteht hier noch viel Anlass zur Diskussion und vielfach auch zu Kontroversen hinsichtlich der Interpretation von Befunden (z. B. im Fall von Bisphenol A). Aus diesem Anlass gab es in Schweden bei der dortigen Chemikalienagentur (KEMI) einen Workshop zu diesem Thema dessen Ergebnisse nun publiziert wurden (http://www.kemi.se/en/Content/News/Summary-report-of-Workshop-on-endocrine-disrupting-chemicals/).
Auch die europäische Behörde für Verbraucherschutz (EFSA) hat einen Workshop zu den endokrinen Stoffen durchgeführt: Workshop der EFSA zu endokrinen Stoffen (Juni 2012): http://www.efsa.europa.eu/de/events/event/120614.htm
Das deutsche Umweltbundesamt hat zu diesem Thema gearbeitet. Auf der Internet-Seite des Umweltbundesamtes steht eine Einführung zu endokrinen Stoffen zur Verfügung: http://www.reach-info.de/endokrin.htm. Das Thema wurde bereits in Fachworkshop 2 zu Gefahren von Stoffen, der Workshopreihe REACH in der Praxis, aufgegriffen und wird in Fachworkshop 4 zu Instrumenten erneut mit Hinblick auf die Recherche zu solchen Stoffen aufgegriffen http://www.reach-konferenz.de/WS_4.htm.

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Veranstaltungen

1. Policy Workshop Chronische Krankheiten und EDC´s

Die Veranstaltung ist in englischer Sprache

Eine Veranstaltung der HEAL - Health and environment alliance

Termin: 14. September 2012, 09:30 Uhr bis 13:00 Uhr
Ort: Boulevard Charlemagne 28, 1000 Brussels Belgium

Teilnahmegebühr: Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben

Kontakt: Per Email an wim@env-health.org

Anmeldefrist: 07.09.2012

Anmeldung online: http://heal.tttp.eu/civicrm/event/info?reset=1&id=15

Inhalt und Tagesordnung: Agenda Policy Workshop Chronic Diseases and EDCs (PDF – 539.3 kb)

Hinweis:Anmeldung unbedingt erforderlich. Teilnehmerzahl ist begrenzt.

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