Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2012-11

AKTUELL In eigener Sache -

Diskussionsbeitrag des REACH-Hamburg-Netzwerks zu den Problemen von REACH-Akteuren bei der Kommunikation in den Lieferketten mit erweiterten Sicherheitsdatenblättern

Die Akteure des REACH-Hamburg Netzwerkes haben in zwei Dokumenten ihre Beobachtungen und daraus abgeleitete Empfehlungen für einen besseren Umgang mit erweiterten Sicherheitsdatenblättern in zwei Dokumenten zusammengestellt. Diese sollen als Input in den aktuellen Diskussionen um eine sachgerechte Umsetzung der REACH kommunikationspflichten gemäß Artikel 31 dienen.
In einem ersten Dokument werden Beobachtungen aus dem Tagesgeschäft der Akteure dargestellt und zusammengefasst und die Probleme im Umgang mit der derzeit gängigen Praxis der Kommunikation über erweiterte Sicherheitsdatenblätter dargestellt. Das Dokument erhalten Sie hier.
Das zweite Dokument umfasst eine Reihe von pragmatischen Empfehlungen die nach Ansicht der REACH-Hamburg Akteure zu einer Verbesserung der Situation zur Umsetzung der REACH-Pflichten in Bezug auf die Kommunikation in der Lieferkette mit erweiterten Sicherheitsdatenblättern beitragen könnten. Dieses Dokument ist hier erhältlich.

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Träger von REACH Hamburg ist ein Netzwerk Hamburger Firmen, Verbände und Behörden, welches sich vierteljährlich trifft um sich zu aktuellen Themen der REACH Umsetzung auszutauschen. Es besteht die Möglichkeit für weitere Firmen nach Voranmeldung an diesen Treffen teilzunehmen und Mitglied des Netzwerkes zu werden. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

Neues aus der ECHA

1. ECHA ergänzt Beispiel zum Stoffsicherheitsbericht um dahinterliegende IUCLID 5.4 und Chesar Dateien

Zur Unterstützung von REACH-Akteuren bemüht sich die ECHA bereits seit Längerem, neben den allseits bekannten Leitlinien Dokumenten, verstärkt praktische Umsetzungshilfen anzubieten. Diese sollen dazu dienen, die vielfach als akademische Abhandlungen empfundenen Leitlinien zu veranschaulichen.
Bereits vor einer Weile hat die ECHA zu diesem Zweck einen Beispielstoffsicherheitsbericht (CSR – Chemical Safety Report) veröffentlicht. Dies war nach Ansicht von Akteuren zwar zum Einen schon sehr hilfreich, zum Anderen gab es aber auch den Wunsch die zugehörigen Stoffdaten in Form einer Datei (.iz5), für das unter REACH zu verwendende IUCLID (5.4), zur Verfügung zu haben, um so auch sehen zu können, wie Daten hier dokumentiert werden sollten. Zudem kann ein solches File auch dazu genutzt werden die Funktionen des CHESAR 2.1, als Unterstützungstool für die Stoffbewertung und die Erstellung des CSR, auszuprobieren und zu erlernen.
Diesem Wunsch ist die ECHA nun nachgekommen und hat das passende IUCLID 5.4-File zu dem Beispielstoffsicherheitsbericht veröffentlicht. Zudem gibt es ein passendes CHESAR-File, so dass auch die für die Bewertung vorgenommenen Einstellungen (z.B. Freisetzungsparameter) ersichtlich sind, die nicht im IUCLID-File vorliegen. Insgesamt kann der Nutzer jetzt also den kompletten Weg von den Stoffdaten hin zum fertigen CSR nachvollziehen. Auch der CSR selber wurde überarbeitet. Dabei lag der Schwerpunkt auf den Expositionsszenarien und der Risikocharakterisierung. Einige Daten zu den Studien wurden weggelassen und nur die Angaben in das IUCLID-File aufgenommen, die für den CSR nötig sind.
Das gesamte Beispiel ist bei der ECHA hier zu finden http://echa.europa.eu/support/practical-examples-of-chemical-safety-reports

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2. Moratorium für die Aktualisierung von REACH-Leitlinien vor den Registrierungen 2013

Wie bereits vor der letzten Registrierungsdeadline, hat die ECHA auch nun eine sechs Monate dauernde Aussetzung der Überarbeitungsaktivitäten für ihre Leitliniendokumente verkündet. REACH-Akteure sollen somit die Sicherheit haben sich auf den jetzigen Stand der Dokumente beziehen zu können, wenn die Registrierungsdossiers fertig gestellt werden.
Kurz vor dieser Ankündigung sind noch einige Dokumente in überarbeiteter Form veröffentlicht worden:



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3. Erste Ergebnisse des REACH EN-Force 2 lassen auf große Defizite bei den Sicherheitsdatenblättern von Formulieren schließen

Wie die ECHA Anfang Dezember verkündet hat lassen erste Ergebnisse des REACH EN-Force 2 Projekt darauf schließen, dass Sicherheitsdatenblätter Nachgeschalteter Anwender unter REACH vielfach nicht den Anforderungen von REACH entsprechen.
Nach einer Presseerklärung von ECHA lag der Anteil von Sicherheitsdatenblätter die nicht den Anforderungen entsprachen bei 52 %. Die Überprüfungen erfolgten in 29 Ländern, bei denen etwa 1200 Überwachungsaktionen durchgeführt wurden. Vornehmlich wurden die Sicherheitsdatenblätter der Hersteller von Gemischen (Formulierer) angesehen. Von den überwachten Firmen waren etwa 85% den klein- und mittelständischen Unternehmen zuzurechnen.
Weitere Beanstandungen lagen im Bereich von Verstößen gegen (Vor)registrierungspflichten (12 %) und Meldepflichten gemäß CLP (25 %)
Die Ergebnisse werden nun vom FORUM, dem Verbund der Vollzugsbehörden der Mitgliedstaaten (http://echa.europa.eu/de/about-us/who-we-are/enforcement-forum) diskutiert und werden anschließend veröffentlicht (voraussichtlich Frühjahr 2013).

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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs

1. REACH-Kongress 2012 - 5 Jahre REACH – Erfahrungen und Ausblick

Fünf Jahre ist REACH nun in Kraft und somit blicken alle Akteure einmal zurück und fragen sich: Was war gut, was schlecht und was können wir für die Zukunft lernen? Auch in der Verordnung selber ist festgelegt, dass eine solche Rückschau geschehen muss.

  • Artikel 75 (2) legt fest, dass die Arbeit der ECHA betrachtet werden muss;
  • Artikel 138 (6) schreibt vor Überlappungen der REACH Regelen mit anderen EU-Gesetzen zu überprüfen;
  • Artikel 116 (4) besagt schließlich, dass einen allgemeine Bewertung der Situation hinsichtlich von REACH zu erfolgen hat

Daneben ist in REACH festgelegt ob eine Ausweitung der Informationsanforderungen bei Stoffen mit kleinen Volumina erfolgen soll (Artikel 138 (3) und wie die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und der ECHA funktioniert (Artikel 117 (1-3)).
Zu diesem Zweck hat die EU-Kommission eine Reihen von Studien in Auftrag gegeben, welche inzwischen weitestgehend fertig gestellt wurden (vgl. http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/chemicals/documents/reach/review2012/index_en.htm) und aus denen die Kommission derzeit ihrer Positionen für eine Fortentwicklung für REACH ableitet.
In diesem Zusammenhang steht auch eine Veranstaltung des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die am 3. und 4. Dezember in Berlin stattgefunden hat. Sie diente dem Zweck die Weiterentwicklung von REACH unter Beteiligung von Wirtschafts-, Umwelt- und Verbraucherverbänden sowie den Behörden voranzutreiben und dem BMU eine Grundlage aus den berichteten Erfahrungen zu liefern, auf die sich eine deutsche Position für die weiteren Verhandlungen bei der REACH-Überprüfung gründen kann.
Das Programm der Veranstaltung, sowie die dort gehaltenen Vortragsfolien der Veranstaltung werden sie (in Kürze) auf den Internetseiten des REACH-CLP Helpdesks Deutschlands finden, unter: http://www.reach-clp-helpdesk.de/de/Veranstaltungen/2012/Veranstaltungen12-1203.html
Im weiteren wird dort auch ein Bericht zur Veranstaltung veröffentlicht werden.

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2. CEFIC veröffentlicht Leitfaden zur Zulassung für Akteure in den Lieferketten

Unter der Federführung von CEFIC dem europäischen Verband der Chemieindustrie und einigen Branchenverbänden nachgeschalteter Anwender, wurde ein Leitfaden erstellt, welcher nachgeschaltete Anwender in ihren Aktivitäten in der Zulassung unterstützen soll.
Anders als von der Registrierung unter REACH, die vornehmlich Hersteller und Importeure adressiert, sind nachgeschaltete Anwender ebenso vom Prozess der Zulassung betroffen, wenn nicht gar in größerem Umfang als der Stoffhersteller selber. Wird ein Stoff zulassungspflichtig (d.h. er gelangt auf den Anhang XIV von REACH), sind sämtliche Verwendungen innerhalb der EU ab einem bestimmten Datum (sunset date) ohne gültige Zulassung verboten. Das bedeutet will ein nachgeschalteter Anwender eines Stoffs diesen über das sunset date hinaus verwenden, muss er zuvor einen Zulassungsantrag gestellt haben und dadurch eine Erlaubnis zur Fortführung der entsprechenden Verwendung erlangt haben.
Der Prozess der Antragsstellung ist umfangreich und aufwendig, daher gilt: Verwender eines (möglicherweise) besonders besorgniserregenden Stoffs (krebserregend, mutagen, reproduktionstoxisch, persistent, bioakkumulierend, toxisch, näheres siehe auch REACH-Hamburg http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=114) sollten frühzeitig ihre Strategie festlegen, wie mit dem Stoff langfristig verfahren werden soll (z.B. Substitution des Stoffs, Einstellung eines bestimmten Produkts, Vorbereitung einer Antragsstellung, Gespräche mit Lieferanten und Kunden, etc.).
Der vorliegende Leitfaden soll den nachgeschalteten Anwendern von Stoffen in aller Kürze die wichtigsten Regeln und Pflichten in Verbindung mit dem Zulassungsprozess nahe bringen. Zudem enthält er Flow-Charts zu einzelnen Teilprozessen und erklärt den Zulassungsprozess. Dabei wird auch immer auf die relevanten ECHA Dokumente verwiesen.
Erhältlich ist der Leitfaden unter http://www.cefic.org/Documents/IndustrySupport/REACH%20Implementation/REACH-Authorisation-Guidance-for-Downstream-Users.pdf

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3. Leitfaden zur Substitution besonders besorgniserregender Stoffe erschienen

Die US-Initiative BizNGO (Business NGO Working Group for Safer Chemicals and Sustainable Materials, http://www.bizngo.org/index.php) hat mithilfe der Initiative Clean Production Action (CPA http://www.cleanproduction.org/Home.php) einen Leitfaden erarbeitet, der Unternehmen schrittweise zu einer Produktion führen soll, die weitgehend frei von besonders besorgniserregenden Stoffen, bzw. gefährlichen Stoffen sind.
Der Leitfaden basiert im wesentlichen auf der vier Prinzipien:

  • Kenntnis und Aufklärung der verwendeten Produktchemie
  • Bewertung und Vermeidung von Gefahren
  • Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung im Sinne der Vermeidungsaktivitäten
  • Unterstützung öffentlicher Initiativen und Industriestandards zur Verbesserung einer Vermeidung

Besonders besorgniserregende Stoffe schließen hier nicht nur die Kandidatenstoffe unter REACH ein, sondern sind in einem breiteren Verständnis der Problematik adressiert, also einem grundsätzlichen Bekenntnis weniger gefährliche Stoffe anwenden zu wollen. Gleichwohl schlägt das gestufte Verfahren vor zunächst die "wirklich" gefährlichen Stoffe zu ersetzen und dann nach und nach die Produktion umzustellen.
Der Leitfaden richtet sich direkt an Unternehmen und ist erhältlich unter http://www.bizngo.org/guide.php


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