Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2013-11

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Träger von REACH Hamburg ist ein Netzwerk Hamburger Firmen, Verbände und Behörden, welches sich vierteljährlich trifft um sich zu aktuellen Themen der REACH Umsetzung auszutauschen. Es besteht die Möglichkeit für weitere Firmen nach Voranmeldung an diesen Treffen teilzunehmen und Mitglied des Netzwerkes zu werden. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

Neues aus der ECHA

1. REACH-Stoffbewertung: Erste Ergebnisse und Aktualisierung der CORAP-Liste

Die Stoffbewertung ist neben der Registrierung, der Zulassung und der Beschränkung ein weiteres wichtiges Element von REACH. Ziel dieses Prozesses ist, zu bewerten ob ausreichend Informationen im Rahmen der Registrierung erhoben wurden, um abschließend die Risiken des Stoffs bewerten zu können. Außerdem wird geprüft, ob durchgeführte Bewertungen angemessen und sachgerecht durchgeführt wurden (anders als bei der Dossierbewertung, die von der ECHA durchgeführt wird und bei der überprüft wird, ob das Dossier formal allen Ansprüchen von REACH genügt). Ist dies nicht der Fall, kann ein Ergebnis einer Stoffbewertung sein, dass zusätzliche Daten gefordert werden, auch über den Rahmen der in den REACH-Anhängen beschriebenen Datenanforderungen hinaus. Weiter beurteilen die Behörden, ob weitere Maßnahmen wie zum Beispiel eine harmonisierte Einstufung oder andere EU-weite Regulierungen folgen sollen.
Verantwortlich für die Durchführung der Stoffbewertung sind die Behörden der Mitgliedsstaaten. Um die Arbeiten zu koordinieren, wurde der sogenannte "Community Rolling Action Plan" (CORAP) eingeführt. Die Mitgliedsstaaten können Stoffe auf diese Liste setzen und somit ihr Interesse kundtun, die Bewertung für diesen Stoff durchzuführen. Der CORAP wird regelmäßig aktualisiert und ist im Internet bei der ECHA einzusehen unter: http://echa.europa.eu/de/information-on-chemicals/evaluation/community-rolling-action-plan/corap-table. Es kann nachverfolgt werden, wann der Stoff bewertet wird, aus welchem Grund der Stoff bewertet wird und welche Behörde dies tut sowie, bei abgeschlossenen Bewertungen, die Ergebnisse der Bewertungen und Hintergrunddokumente zu den durchgeführten Arbeiten.
Derzeit liegen erste abschließende Bewertungen für vier Stoffe vor. Diese und die abschließenden Schlussfolgerungen sind:

  • Toluol, EC 203-625-9, CAS 108-88-3 (Finland):
    Ergebnis der Bewertung war, dass ein Arbeitsplatzgrenzwert von 50 ppm zu hoch sein könnte und es wird vorgeschlagen, entsprechend der Risikobewertung aus dem Jahr 2002, dass ein Wert von 20 ppm für den inhalativen Aufnahmepfad angemessener sein könnte.
  • Ethylen oxid, EC 200-849-9, CAS 75-21-8 (Österreich)
    Für den Stoff wird vorgeschlagen, angemessene Grenzwerte für den Arbeitsschutz und den Schutz von Verbrauchern zu erlassen. Außerdem wird eine Einstufug des Stoffs als hautsensibilisierend Kat. 1 (H317) vorgeschlagen.
  • Tributyl phosphat, EC 204-800-2, CAS 126-73-8 (Ungarn)
    Keine weiteren Maßnahmen über die derzeit  bestehenden hinaus werden vorgeschlagen.
  • m-Tolyliden diisocyanat (TDI), EC 247-722-4, CAS 26471-62-5 (Polen):
    Keine Maßnahmen werden vorgeschlagen, aber es soll geprüft werden, ob möglicherweise weitere Arbeitsschutzgrenzwerte sinnvoll sein könnten.

Nach oben

2. Öffentliche Konsultation von Zulassungsanträgen zu DEHP und DBP

Im Rahmen der Antragstellung zur Zulassung eines Stoffs, welcher auf dem Anhang XIV von REACH aufgenommen wurde, stehen die zentralen Inhalte der Anträge für eine Zeitraum von acht Wochen für eine öffentliche Konsultation im Internet auf den Seiten der ECHA zur Verfügung. Jeder, der Informationen zu den Anträgen hat oder die Argumentationen kommentieren möchte, kann dies tun. Die Bewertung des Antrags erfolgt unter Berücksichtigung dieser Kommentare und kann somit auch die Entscheidung der Komission über eine Erteilung einer Zulassung beeinflussen.
Folgende Elemente des Antrags sind im Internet zu finden:

  • Der Name des Antragstellers
  • Die Beschreibung der Verwendung(en), für die der Antrag gestellt wurde
  • Ausszüge aus dem Stoffsicherheitsbericht (Expositionsszenario)
  • Eine Zusammenfassung der Analyse der Alternativen sowie des Substitutionsplans (wenn erstellt)
  • Eine Zusammenfassung der sozioökonomischen Analyse (SEA), wenn diese erstellt wurde

Die veröffentlichten Dokumente enthalten nur Teile, die explizit als nicht vertraulich im Antrag gekennzeichnet wurden. Daneben gibt es (zumindest bisher) immer noch Teile, die als vertraulich behandelt werden und daher nur der ECHA bekannt sind. Über das Ausmaß der Veröffentlichung gibt es durchaus unterschiedliche Auffassungen zwischen Anragstellern und Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden, die sich eine weitergehende Veröffentlichung wünschen würden.
Die derzeit bearbeiteten Anträge sind:

  • Bis(2-ethylhexyl) phthalat (DEHP)
    • Formulierung und Verwendung von DEHP in der Produktion von PVC-Erzeugnissen
    • Verwendung von DEHP in Keramikfolien und Druckpasten für die Produktion von Kondensatoren und Lambdasonden
    • Verwendung von DEHP für Festtreibstoffe und Motorfüllungen von Raketen und taktischen Flugkörpern
    • Formulierung und Verwendung von Recycling-PVC, welches DEHP beinhaltet,für die Produktion von PVC-Erzeugnissen

  • Dibutyl phthalat (DBP)
    • Verwendung von DBP in der Herstellung von Maleinsäureanhydrid
    • Verwendung von DBP in der Herstellung von Treibstoffen für Munition für militärische und zivile Nutzung und pyrotechnische Ladungen für Flugzeugschleudersitzsysteme
    • Verwendung von DBP in Keramikfolien und Druckpasten für die Produktion von  Kondensatoren und Lambdasonden
    • Verwendung von DBP für Festtreibstoffe und Motorfüllungen von Raketen und taktischen Flugkörpern
    • Verwendung von DBP in Spezialfarben für die Herstellung von Raketen und taktischen Flugkörpern.

Zu den Dokumenten und der Möglichkeit, Kommentare abzugeben, kommen Sie unter:
http://echa.europa.eu/addressing-chemicals-of-concern/authorisation/applications-for-authorisation?p_p_id=substancetypelist_WAR_substanceportlet&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p_p_col_pos=3&p_p_col_count=5
Weitere Informationen zu den Zulassungsanträgen finden Sie unter: http://echa.europa.eu/regulations/reach/authorisation/applications-for-authorisation


Nach oben

3. ECHA veröffentlicht eine Aktualiserung der Leitlinie für die Anwendng der CLP-Kriterien

Die ECHA hat die Leitlinie für die Anwendung der CLP-Kriterien aktualisiert. Die CLP-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:353:0001:1355:de:PDF) regelt, als Schwesterverordnung zu REACH, die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen. Dabei werden Daten aus den Registrierungsdossiers unter REACH zugrunde gelegt, umgekehrt werden die CLP-Kriterien angewendet, wenn im Registrierungsdossier eine Einstufung für einen Stoff eingetragen wird. Die CLP-Verordnung stellt eine Umsetzung des auf UN-Ebene entwickelten Globally Harmonised System (GHS) dar (http://www.unece.org/trans/danger/publi/ghs/ghs_welcome_e.html). Dort wird dieses Sxstem fortlaufend weiterentwickelt, so dass auch die CLP-Verordnung bereits einige Male angepasst wurde und somit auch die Leitliniendokumente einer Anpassung an die technische Entwicklung unterliegen (Adaptation to Technical Progress - ATP). Die jetzt gemachten Änderungen setzten ATP 2 und 4 um (ATP 3 umfasste keine Änderungen hinsichtlich der Kriterien).
Eine Übersicht über alle vorgenommenen Änderungen ist zu Beginn des Dokuments zu finden. Das Dokument selbst finden Sie unter: http://echa.europa.eu/documents/10162/13562/clp_en.pdf

Nach oben

Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs

1. CEFIC veröffentlicht Dokumente zur Unterstützung der REACH-Umsetzung

Der Europäische Verband der Chemischen Industrie (CEFIC) hat ein neues und ein aktualisiertes Dokument zur Unterstützung der REACH-Akteure veröffentlicht.
Neu ist ein Dokument, welches Erstellern von Sicherheitsdatenblättern Hilfestellung gibt, wann in Sicherheitsdatenblätten von Verwendungen abgeraten werden soll und wie dieses geschehen kann.
Neben der typischen Situation für diese Vorgehensweise - ein Akteur hat eine Risikobewertung der Verwendung gemacht und kommt zu dem Schluss, die Verwendung ist nicht sicher - werden auch noch andere Situationen geschildert, in denen das Abraten einer Verwendung sinnvoll sein kann. Dazu gehört z.B., dass der Stoff aus technischen Gründen für bestimmte Verwendungen nicht in Frage kommt. Das Dokument ist im Internet erfältlich unter
http://www.cefic.org/Documents/IndustrySupport/REACH-Implementation/Guidance-and-Tools/FAQ-When-and-how-do-I-have-to-report-uses-advised-against-in-my-SDS.pdf
Das Zweite Dokument, welches einer Aktualisierung unterzogen wurde, ist die Sammlung von Verbandsaktivitäten zur Unterstützung von branchenspezifischen Verwendungsbewertung im Rahmen einer Stoffsicherheitsbewertung. Darin finden sich Informationen darüber, welche Fachverbände ein sogenanntes Use Mapping durchgeführt, Expositionsszenarien entwickelt oder auch spezifische Umweltfreisetzungskatergorien (spezial environmental release categories - spERCs) entwickelt haben. Für letztere ist vor allem interessant, dass einige Verbände die spERCs nun auch in Formaten zur Verfügung stellen, die direkt in das ECHA-Tool CHESAR zur Bewertung von Stoffen importiert werden können. Zudem haben erste Verbände nun auch mit der Entwicklung von Faktoren für die Bewertung der Verbraucherexposition, sogenannter Specific Consumer Determinants (SCEDs), begonnen.
Die Übersicht in Form einer EXCEL Tabelle finden Sie hier:  http://www.cefic.org/Documents/IndustrySupport/REACH-Implementation/Guidance-and-Tools/Overview-associations-activities.xls
Als Kontakt für die Aufnahme neuer Verbandsaktivitäten wird die CEFIC-Mitarbeiterin Concetta Napoli (cna@cefic.be) genannt.

Nach oben

2. Die Europäische Union setzt das 7. Umweltaktionsprogramm in Kraft

Das EU-Parlament und der Rat haben am 20. November 2013 das 7. Europäische Umweltaktionsprogramm in Kraft gesetzt (http://ec.europa.eu/environment/newprg/pdf/PE00064_en.pdf).
Das Programm legt die Strategie der EU für Umweltmaßnahmen bis 2020 fest und befasst sich mit Themen wie z.B. den CO2-Emissionen, Ressourcen-Strategien und nicht zuletzt auch den Wirkungen von Chemikalien auf die Umwelt und den Menschen.
Aus dem Programm lassen sich folglich auch einige Schwerpunkte für die weitere REACH-Umsetzung ableiten.
Das Thema der Nanomaterialien wird aufgegriffen und eine Weiterentwicklung der Instrumente zur wissenschaftlichen Bewertung der Risiken solcher Stoffformen angestrebt.
Ein weiterer Schwerpunkt, der im Zusammenhang mit Chemikalien an zahlreichen Stellen des Programms aufgegriffen wird, ist die weitere Erforschung und das Risikomanagement potentieller endokriner Disruptoren (Stoffe, die auf den Hormonhaushalt von Lebewesen wirken können). Hier wurden bereits erste Stoffe in die Kandidatenliste aufgenommen, für die eine Besorgnis gemäß Artikel 57 f besteht. In wieweit dieses Vorgehen auch Anwendung auf andere Stoffe finden soll, wird sicher Gegensatnd weiterer Diskussionen sein, auch im Rahmen von REACH, hat aber auch Bedeutung für andere Rechtsgebiete wie die Biozidverordnung (Verordnung (EU) Nr. 528/2012, http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:167:0001:0123:de:pdf oder auch die Pflanzenschutzverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:309:0001:0050:de:PDF). Während die Biozidverordnung Ausnahmen für besorgniserregende Stoffe kennt (etwas anders definiert als in REACH, aber auch mit einer Öffnungsklausel für weitere Kriterien versehen – Artikel 28), sind besorgniserregende Wirkstoffe in Plfanzenschutzmitteln immer verboten (hier mit direktem Bezug zu endokrinen Wirkungen).
Aus dem Programm lassen sich auch Schlüsse ziehen, in welchen Bereichen entsprechende gesetzgeberische Aktivitäten zu erwarten sind. Das gibt den Akteuren die Möglichkeit, sich frühzeitig auf entsprechende Prozesse vorzubereiten.
Weitere Informationen sind bei der EU-Kommission Generaldirektion Umwelt erhältlich http://ec.europa.eu/environment/newprg/index.htm

Nach oben

3. BAuA führt Veranstaltung zur sozioökonomischen Analyse unter REACH durch

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) hat eine Informationsveranstaltung zu den Methoden der sozioökonomischen Analyse (SEA) und deren Anwendung unter REACH durchgeführt.
Die SEA, bzw. deren Methoden, bekommen unter REACH und auch in anderen regulatorischen Regelwerken eine immer größere Bedeutung. Unter REACH findet die SEA dann eine Anwendung, wenn Risiken von Stoffen durch Risikomanagement nicht angemessen kontrolliert werden können (z.B. bei besonders besorgniserregenden Stoffen ohne Schwellenwert – Zulassung oder bei EU-weiten Risiken, die im Rahmen einer Beschränkung geregelt werden sollen. Nicht immer lassen sich in solchen Fällen das Interesse der Gesellschaft nach einer prosperierenden Wirtschaft und dem Umwelt- bzw. Gesundheitsschutz miteinander vereinen und die SEA kann dann das Instrument sein, die Abwägung zwischen den beiden unterschiedlichen Betrachtungsweisen vergleichbar zu machen und so die Entscheidung objektivieren.
Da dieses Instrument im Bereich der Chemikalienregulation noch recht neu ist, herrscht bei den Akteuren eine relativ große Verunsicherung hinsichtlich seiner Ausgestaltung. Die Veranstaltung stellte einige Ansätze vor, mit denen z.B. Annahmen zu ökonomischen Effekten auf die Wirtschaft aber auch auf die Gesellschaft im allgemeinen numerisch erfasst werden können. Dabei wurden vor allem Methoden diskutiert, die eine Monetarisierung, also die Umrechnung in Geldwerte, abdeckten. Es wurde aber auch ein Ansatz vorgestellt, der versuchte, anders eine Vergleichbarkeit zwischen Parametern herzustellen. Die vorgestellten Ansätze konzentrierten sich im Wesentlichen auf die Bewertung von Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Es wurde deutlich, dass die Bewertung von Wirkungen in der Umwelt ungleich schwieriger ist und sehr viel häufiger auf Basis einer qualitativen statt einer quantifizierenden Betrachtung erfolgen muss.
Es wurde auch deutlich, dass in den nächsten Jahren ein enormer Arbeitsaufwand für die Industrie, aber noch viel mehr für die Behörden entstehen wird, die mit der Bewertung der SEA befasste sein werden. Eine Vertreterin Deutschlands im Ausschuss für Sozioökoomische Analysen (SEAC) betonte daher auch noch einmal, dass es wichtiger sei, in einer SEA vor allem die Stichhaltigkeit und Nachvollziehbarkeit einer Argumentationslinie darzustellen, als in Bereichen hoher Unsicherheit möglicherweise Sachverhalte numerisch zu beziffern und so eine vermeintliche Genauigkeit beziffern.
Dass diese Bereiche der Unsicherheit zum Teil sehr groß sein können, wurde deutlich in einem Vortrag zu den Abschätzungen der Folgen von REACH auf die Wirtschaft Österreichs, die bereits vor dem Inkrafttreten von REACH vorgenommen wurden. In der Nachbetrachtung konnte festgestellt werden, dass Annahmen, die damals getroffen wurden, nicht mit den nachher eingetretenen Effekten übereinstimmten. Nichtsdestotrotz, konnte festgestellt werden, dass die Methode als orientierendes Instrument wichtige Informationen zur Entscheidungsfindung liefern kann.
Insgesamt wurde klar, dass die Methode doch in einem nicht unerheblichen Umfang auf dem Wissen von Fachleuten beruht. Interdisziplinäre Betrachtungsweisen zwischen naturwissenschaftlichen, anwendungs- oder produktionsbezogenen Kenntnissen bis hin zu sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnissen werden benötigt, um die Methoden mit Leben zu füllen. Besonders deutlich wurde aber auch, dass hier Informationen benötigt werden, die nicht zentral von Akteuren der „chemischen“ Industrie stammen, sondern viemehr aus den Branchen der vermeintlich chemiefernen Branchen, der Erzeugnisproduzenten etc., da hier oftmals die entscheidenenden ökonomischen Effekte entstehen. Gerade hier ist das Bewusstsein, dass REACH auch auf diese Wirtschaftszweige wirkt, immer noch sehr begrenzt bis nicht vorhanden und erschwert Antragstellern von Zulassungsanträgen die Erarbeitung sozioökonomischer Argumente stark.
Die Vortragsfolien sind zu finden auf den Internetseiten der BAuA unter: http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Tagungen/REACH-2013-2/REACH-2013.html

Nach oben

Bereiten Sie sich auf die Meldung an das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vor!