Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2014-01

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Träger von REACH Hamburg ist ein Netzwerk Hamburger Firmen, Verbände und Behörden, welches sich vierteljährlich trifft um sich zu aktuellen Themen der REACH Umsetzung auszutauschen. Es besteht die Möglichkeit für weitere Firmen nach Voranmeldung an diesen Treffen teilzunehmen und Mitglied des Netzwerkes zu werden. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

Neues aus der ECHA

1. ECHA schließt Überprüfung von 5 % der Registrierungsdossiers aus dem Jahr 2010 erfolgreich ab

ECHA schreibt der europäischen Chemikalienagentur die Überprüfung von mindestens 5 % aller eingereichten Dossiers eines Mengenbandes vor ( siehe Artikel 41 der REACH-Verordnung). Damit soll sichergestellt werden, dass die Inhalte der Dossiers auch den von REACH vorgegebenen Qualitätsansprüchen gerecht werden. Vorrangig prüft die ECHA dabei Dossiers, die eines der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Das Dossier enthält Teile, die nicht gemeinsam eingereicht wurden, im Bereich der Einstufung und Kennzeichnung oder der Datenanforderungen nach den Anhängen VII bis XI von REACH
  • Das Dossier enthält nicht den Mindestdatensatz des Anhang VII
  • Das Dossier behandelt einen Stoff, der bereits im Rahmen des fortlaufenden Aktionsplans der Gemeinschaft verzeichnet ist (Community Roling Action Plan – CORAP, zu finden unter http://echa.europa.eu/information-on-chemicals/evaluation/community-rolling-action-plan/corap-table) und anschließend der Stoffbewertung durch einen Mitgliedstaat unterzogen werden soll.

Die jetzt erfolgte Überpüfung der ECHA orientierte sich zu einem Teil an Indizien, die Grund zu der Annahme gaben, dass die Anforderungen an das Dossier nicht erfüllt sein könnten (70 % der ausgewählten Dossiers). Zum anderen wurden Dossiers nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und überprüft.
Die Überprüfung der ECHA umfasste 1.130 Registrierungsdossiers im Mengenband der Stoffe, die in einem Umfang von mehr als 100 Tonnen pro Jahr und Hersteller/Importeur auf den Markt gebracht wurden (= 5,7 % der Dossiers in dem Mengenband) und innerhalb der ersten Registrierungsfrist 2010 registriert wurden. Einen vollständigen Überblick über das Vorgehen der ECHA und die Statistik dieser Überprüfungen sind im Internet zu finden unter: http://echa.europa.eu/regulations/reach/evaluation/compliance-checks.
Ernüchterndes Ergebnis der Behörde war, dass 69 % der überprüften Dossiers nicht konform mit den Regeln von REACH waren. Die beiden Hauptgründe für diese Tatsache waren:

  1. fehlerhafte Beschreibung und Dokumentation der Stoffidentität und
  2. eine mangelnde Begründung für das Abweichen von den Standarddatenanforderungen oder fehlende Informationen in den Stoffsicherheitsberichten.

Eine Überprüfung kann drei Ergebnisse für den Registranten liefern:

  1. Es geschieht nichts, da das Dossier den REACH-Anforderungen genügt. Mit der Einschränkung, dass sich die zunächst nur auf die geprüften Aspekte bezieht und jederzeit noch andere Fehler bemerkt werden können (bei einer weiteren Überprüfung), die dann zu weitergehenden Aktionen führen.
  2. Die ECHA schreibt einen sogenannten "Quality Observation Letter", in dem der Missstand beschrieben und der Registrant aufgefordert wird, diesen zu beheben. Gleichzeitig wird auch der Mitgliedstaat des Registranten informiert und ggf. dazu angehalten, Sanktionen zu vollziehen, wenn die geforderten Updates nicht geliefert werden.
  3. Eine "Entscheidung" der ECHA als formaler Akt wird dem Registranten zunächst als Entwurf zugesandt mit der Bitte, Stellung zu nehmen. Anschließend wird diese den Mitgliedstaaten zugestellt, welche noch Änderungen einfordern können. Erst danach wird über die Entscheidung abgestimmt. Diese kann im Falle einer einstimmigen Annahme rechtskräftig werden. Eine Entscheidung kann zusätzlich von einem Quality Observation Letter begleitet werden.

Ergebnisse von Entscheidungen werden auch bei der ECHA veröffentlicht (z.T. geschwärzt) und sind sicherlich hilfreich, um ein Verständnis zu bekommen, welche Aspekte von der Agentur vielfach bemängelt werden (http://echa.europa.eu/regulations/reach/evaluation/requests-for-further-information/evaluation-decisions).

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2. Empfehlungen für ein Best-Practice-Vorgehen bei der Stoffevaluation

Die ECHA hat in Zusammenarbeit mit einigen Mitgliedstaaten Empfehlungen für ein harmonisiertes Vorgehen beim Prozess der Stoffbewertung im Rahmen des oben bereits angesprochenen CORAP entwickelt und veröffentlicht. Im Zentrum dieser Empfehlungen steht vor allem die Zusammenarbeit zwischen den betreffenden Behörden der Mitgliedstaaten und den jeweiligen Registranten. Die zuständigen Behörden in Deutschland waren in diesem Rahmen ebenfalls beteiligt.
Einige Eckpunkte der Empfehlung lauten wie folgt:

  • Die mit der Bewertung befasste Behörde des Mitgliedstaates soll sich möglichst direkt nach einer Veröffentlichung des Stoffs auf der CORAP-Liste mit dem Registranten in Verbindung setzen.
  • Sind zahlreiche Registranten für einen Stoff vorhanden, soll zunächst an den Leitregistranten herangetreten werden.
  • Die Registranten sind angehalten, auch selbst initiativ zu werden und auf die Behörde zuzugehen (eine Liste der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten finden Sie hier: http://echa.europa.eu/web/guest/contacts-of-the-member-state-competent-authorities. Zudem ist die jeweilige Behörde auch in der PDF-Version des CORAP enthalten sowie zum Teil auch bei den Details in der Internetversion der Liste, http://echa.europa.eu/information-on-chemicals/evaluation/community-rolling-action-plan/corap-table).
  • Die Registranten sollten sich bereits untereinander eine gemeinsame Position erarbeiten - Kommentare sollten gesammelt und konsolidiert und die Kommunikation über einen benannten Vertreter abgewickelt werden.

Basis der Empfehlungen sind die Erfahrungen aus den ersten Stoffbewertungen. Sie verstehen sich zunächst als Anregung und nicht abschließend. Die Empfehlungen beruhen hauptsächlich auf den Erfahrungen der Behörden und deren Eindrücken. Die industrieseitigen Erfahrungen mit der Stoffbewertung sind nicht in das Dokument eingeflossen. In der Praxis wurden zum Beispiel auch Stimmen betroffener Registranten laut, die sich eine verbesserte Dokumentation der Ergebnisse einer Stoffbewertung gewünscht haben, um die Schlüsse der Behörden für die Registranten nachvollziehbarer zu machen. Zu solchen Aspekten äußert sich dieses Dokument nicht. Es ist erhältlich unter echa.europa.eu/documents/10162/13628/interaction_ms_reg_sev_en.pdf und auch als kurzes Faltblatt verfügbar echa.europa.eu/documents/10162/13628/sub_eval_under_reach_leaflet_en.pdf.Die ECHA-Internetseiten zur Stoffbewertung finden Sie hier: echa.europa.eu/regulations/reach/evaluation/substance-evaluation.



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3. Erste Stellungnahmen von RAC und SEAC zu einem Zulassungsantrag verabschiedet

Zum ersten Zulassungsantrag unter REACH wurden die Stellungnahmen der beiden Komitees bei der ECHA für die Risikobewertung (Risk Assessment Comittee – RAC und Komitee für sozioökonomische Analyse - committees for socio-economic analysis – SEAC) verabschiedet. Der Antrag bezog sich auf den Stoff DEHP (Bis(2-ethylhexyl)phthalat) für den Einsatz in der Herstellung von Rotorenblättern von Flugzeugmotoren. Er wurde von der Firma Rolls Royce gestellt.
Eine Zulassung unter REACH kann nur erteilt werden, wenn eine angmessene Risikokontrolle nachgewiesen werden kann, also ein Risikolevel in Form eines Grenzwertes (deutlich) unterschritten wird ("Adequate Control Route" für eine Antragsstellung, dies ist im Falle von DEHP das Vorgehen). Ist dies nicht möglich, da kein "sicheres" Risikolevel abgeleitet werden kann, wie im Falle von persistenten bioakkumulierenden und toxischen Stoffen (PBT) nach dem Vorgehen des Anhang XIII von REACH, ist die sogenannte sozioökonomische Route für die Antragsstellung zu wählen. Hier muss der Antragstseller im Rahmen einer sozioökonomischen Analyse (SEA) aufzeigen, dass der gesamt(volks)wirtschaftliche Nutzen bei einer Weiternutzung den Schaden überwiegt und deshalb bestehende Risiken in Kauf genommen werden. Auch bei einer Antragstellung auf der Adequate Control Route kann es hilfreich sein, SEA-Argumete einzubringen. Dies war im Falle des konkreten Antrags auch geschehen.
Im Ergebnis ihrer Prüfung kamen die Ausschüsse überein, dass die angemessene Risikokontrolle im Antrag gezeigt werden konnte. Daher schlugen sie vor, unter Einbeziehung der technischen Prüfung und Weiterentwicklung im Antrag betrachteter Alternativen zu DEHP für die nächsten sieben Jahre eine Zulassung zu erteilen. Eine finale Entscheidung über die Erteilung der Zulassung trifft die EU-Komission auf Basis der Stellungnahmen.
Die Stellungnahmen im Einzelnen sowie während der Konsultationen eingegangene Kommentare von Dritten und die veröffentlichten Teile des Zulassungsantrags finden Sie hier: http://echa.europa.eu/addressing-chemicals-of-concern/authorisation/applications-for-authorisation-previous-consultations. Zudem finden sich dort Informationen zu den bisher gestellten weiteren Zulassungsanträgen.

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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs

1. Die Eu-Komission veröffentlicht Klarstellung zu Recyclingmaterialien unter REACH

Artikel 2 der REACH-Verordnung definiert eindeutig, dass Abfälle im Sinne des europäischen Abfallrechts (Abfallrahmenrichtlinie, RL 2008/98/EG http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:312:0003:0003:DE:PDF) weder Stoff, Gemisch oder Erzeugnis sein können und damit nicht Gegenstand der Regelungen von REACH sind.
Gleichwohl gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass Stoffe, Gemische oder Erzeugnisse im Anschluss an ihre Nutzungsphase zu Abfall werden, ein Recyclingverfahren durchlaufen und anschließend wieder zur erneuten Nutzung auf den Markt gebracht werden. Ist das der Fall, endet die Abfalleigenschaft (der Zeitpunkt und die Bedingungen dafür werden ebenfalls durch Prozesse im Rahmen des Abfallrechts festgelegt). Aber wenn dies geschieht, entsteht gezwungenermaßen wieder ein Stoff, ein Gemisch oder ein Erzeugnis. Dies ist anders als bei der direkten Stoffherstellung im Sinne von REACH und nur beim Erreichen des Endes der Abfalleigenschaft möglich. Genaueres dazu liefert die Leitlinie zu Abfall und zurückgewonnenen Stoffen der ECHA http://echa.europa.eu/documents/10162/13632/waste_recovered_de.pdf oder auch der Kurzleitfaden zu REACH und Kuststoffrecycling der Kunststoffindustrie und des Umweltbundesamtes http://www.reach-hamburg.de/fileadmin/user_upload/dokumentationen/Recycling/REACH__Recycling___Handreichung.pdf.
Weiter sieht REACH einige Sonderregeln für Recyclingpordukte vor, die zur Folge haben, dass eine Registrierungspflicht für den Recycler entfällt (festgeschrieben im Artikel 2 (7d)). Eine vergleichbare Regelung gibt es jedoch nicht für die Zulassungspflicht von Stoffen, welche im Anhang XIV verzeichnet sind. Grundsätzlich könnte eine solche Pflicht jedoch zu einer hohen ökonomischen Belastung von Recyclern führen und damit ein umweltpolitisch ebenfalls angestrebtes Ziel hoher Recyclingquoten konterkarieren. Daher war dieser Sachverhalt bereits mehrfach Gegenstand von Diskussionen auf europäischer Ebene und auch Inhalt einer Anfrage eines Europaparlamentariers an die Kommission.
In der Antwort auf diese Anfrage stellte auch Umweltkomissar Janez Potočnik nochmals klar, dass Recyclingmaterialien in vollem Umfang REACH unterliegen. Die Frage beinhaltete auch, inwieweit die Kommission beabsichtigt, entsprechend den Ausnahmen für die Registrierungspflichten auch Ausnahmen für die Zulassung unter REACH vorzusehen. Hier stellte der Kommissar fest, dass derzeit keine solche Regelungen geplant seien. Dies hat zur Folge, dass Recycler ebenso Zulassungen beantragen müssen wie andere REACH-Akteure auch. Die Antwort ist im Wortlaut nachzulesen im offiziellen Amtsblatt der Europäischen Union unter http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2014:019E:0001:0627:EN:PDF (Seite 64, Download etwa 19 MB).
Diese Stellungnahme vorweggenommen hat bereits ein Recycler einen Zulassungsantrag für DEHP bei der ECHA gestellt http://echa.europa.eu/addressing-chemicals-of-concern/authorisation/applications-for-authorisation-previous-consultations/-/substance/4804/search/+/term

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2. Dänemark veröffentlicht Leitfäden zur weiteren Umsetzung von REACH im Hinblick auf Besonders Besorgniserregende Stoffe (SVHC)

Dänemark hat in diesem Jahr zwei Dokumente zur weiteren Umsetzung der REACH-Verordnung im Hinblick auf SVHCs veröffentlicht.
Das erste Dokument, das sich vor allem auf die weitere Fortschreibung der Strategie zu SVHC in Europa bezieht, befasst sich mit der Gruppe der endokrin wirksamen Stoffe (hormonaktive Stoffe, engl. endocrine Disrupters - ED).
In dieser Publikation des "Danish Centre on Endocrine Disrupters" werden Vorschläge dafür unterbreitet, wie die Datenanforderungen unter REACH verändert werden könnten, um künftig eine Beurteilung zu ermöglichen, ob ein Stoff endokrine Eigenschaften besitzt. Die Vorschläge sind gestaffelt, sowohl nach den verschiedenen Anforderungen für unterschiedliche Mengenbänder als auch nach dem Vorliegen von Indizien, welche dann gezielt zusätzliche Datenanforderungen auslösen.
Die Studie wurde vom dänischen Umweltministerium als Diskussionsvorschlag im Rahmen des 7. Europäischen Umweltaktionsprogramms (7 Environmental Action Programme) in die Diskussion eingespeist und mit einem entsprechenden Schreiben an die EU-Kommission gerichtet (Generaldirektionen Gesundheit, Umwelt und Industrie).
Die Studie können Sie hier einsehen: http://www.mst.dk/NR/rdonlyres/11AAB33D-D87E-4F1B-830B-8AC51A4978FC/0/EDtestingstrategyFinaleditingclosedJune3020132.pdf.
Das 7EAP formuliert die Grundlagen europäischer Umweltpolitik bis in das Jahr 2020 und enthält auch eine entsprechende Passage zu REACH und ED (siehe auch REACH-Hamburg http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=175&no_cache=1&sword_list%5B%5D=endokrin#c1567).
Die zweite Veröffentlichung aus Dänemark befasst sich konkret mit der praktischen Umsetzung der REACH-Pflichten im Zusammenhang mit SVHC. Es geht speziell um die Ermittlung der Anwesenheit von Phtalaten in Erzeugnissen, die ein Unternehmen bezieht.
Dazu enthält die Praxisanleitung eine konzentrierte Zusammenstellung von Fakten und Prüfkriterien, nach denen ein Akteur vorgehen kann, um zu ermitteln, ob Phthalate in seinen Erzeugnissen enthalten sind, ob es ggf. Substitutionsmöglichkeiten gibt und welche Pflichten sich aus REACH-ergeben. Zudem enthält das Dokument einige Empfehlungen, die der Absicherung des Empfängers eines Erzeugnisses dienen (Vertragsklauseln, Plausibilitätskriterien).
Das Dokument wurde gemeinsam von den Behörden und einigen Industrieverbänden in Dänemark entwickelt (u.a. dem Elektronikartikelverband, dem Verband für Telekommunikation). Das Dokument ist hier erhältlich (in Englisch): http://www.mst.dk/NR/rdonlyres/3CDB8E60-C5A3-4903-9F18-428BC8AEF32B/0/BranchevejledningFtalater_UK_13122013.pdf.

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3. Greenpeace veröffentlicht weitere Studie zu gefährlichen Inhaltsstoffen in Kleidung

Ein Schwerpunktthema von Greenpeace sind derzeit gefährliche Stoffe, die in Textilien nachgewiesen werden können. Nach der Veröffentlichung einer Studie zu gefährlichen Stoffen in Outdoorkleidung (Download Studie http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/chemie/gp_outdoor_report_03_2013_fol_fin_DS.pdf) und in anderen Textilien großer Modemarken (Download http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/chemie/20121119-Studie-Giftige-Garne.pdf) berichtete die Umweltorganisation nun erneut über Giftstoffe in Kinderbekleidung (Download http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/chemie/2014_01_report_kids_final.pdf).
In allen Studien befasste sich die Organisation mit Stoffen, die auch bereits im REACH-Kontext in der Diskussion sind, wie z.B.
•    den perflourierten Chemikalien (als Vertreter von der Kandidatenliste unter REACH z.B. PFOA http://www.reach-clp-biozid-helpdesk.de/de/Themen/Kandidatenliste/Listen/Pentadecafluoroktans%C3%A4ure_%28PFOA%29/Pentadecafluoroktans%C3%A4ure_%28PFOA%29.html) oder
•    ein Hilfsstoff der Textilverarbeitung das Nonylphenol (ebenfalls auf der Kandidatenliste: http://www.reach-clp-biozid-helpdesk.de/de/Themen/Kandidatenliste/Listen/4-Nonylphenol,%20verzweigt%20und%20linear/4-Nonylphenol,%20verzweigt%20und%20linear.html).
•    Phthalate (DEHP u.A.)
•    Zinnorganische Verbindungen
Ziel von Greenpeace ist es, verpflichtendene Erklärungen und Aktivitäten bei den Produzenten der Textilien anzustoßen, diese Stoffe zu substituieren. REACH möchte dies zwar auch für Besonders Besorgniserregende Stoffe erreichen, da die Gehalte aber unter den von REACH festgesetzten Schwellen von 0,1 % in Erzeugnissen liegen und der eigentliche Einsatz der Stoffe üblicherweise nicht innerhalb der EU geschieht, greift REACH hier nicht. Greenpeace fordert, eine Substitution auch in außereuropäischen Produktions- und Lieferketten umzusetzen. Dies geschieht unter dem Dach der Kampange "Detox" (http://www.greenpeace.org/international/en/campaigns/toxics/water/detox/). Einige große internationale Unternehmen haben sich bereits den Prinzipien von Detox vepflichtet (u.a. H&M, Nike, Adidas, PUMA) und streben an, bis 2020 auf die in der Kampange behandelten Stoffe zu verzichten. Als direkte Konsequenz aus der letzten Studie kündigt das Unternehmen Burberry seinen Ausstieg aus der Verwendung giftiger Chemikalien an (http://www.burberryplc.com/documents/corporate_responsibility/burberry-commitment-on-chemical-management-in-manufacturing.pdf).

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Veranstaltungen

1. Substitution von Gefahrstoffen – Seminar und Training

Workshop: Alternativen finden und beurteilen

Termin: 20.03.2014, 09:00 bis 17:00

Ort: Kooperationsstelle Hamburg IFE GmbH, Humboldtstraße 67a, 22083 Hamburg
Info & Anmeldung: Online über Anmeldformular, siehe Link für Flyer

Veranstaltungsart: Informationsveranstaltung

Teilnahmebedingungen: Die Teilnahmegebühr beträgt 245 € zzgl. MwSt.

Die Suche nach Substituten für Gefahrstoffe und die Beurteilung der alternativen Stoffe sind zentrale Schritte eines Substitutionsprozesses und stehen im Mittelpunkt dieses Seminars. Angeleitet von erfahrenen Referenten lernen Sie in Kleingruppen auf  interaktive Weise grundlegende Konzepte und Hilfsmittel kennen. Diese werden anhand von Praxisbeispielen erläutert und angewendet.
Folgende Instrumente werden während des Seminars vorgestellt:

  • SUBSPORT – das Substitutionsportal
  • Die TRGS 600 `Substitution‘ ist die derzeit gültige technische Regel in Deutschland. Sie präzisiert das Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung.
  • Das Spaltenmodell ist eine einfache Methode, um zu prüfen, ob eine Chemikalie, die Sie einsetzen wollen, weniger gefährlich ist als eine Chemikalie, die bereits verwendet wird.
  • Green Screen ist ein umfassenderes Beurteilungsinstrument, das Sie für wichtige  Kunden oder Regionen bereits jetzt brauchen oder in Zukunft brauchen werden.

Hier können Sie den aktuellen http://www.subsport.eu/wp-content/uploads/data/subsport_flyer_training.pdf mit dem vollständigem Programm und einem Anmeldeformular herunterladen.

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2. Zulassung unter REACH - Freibrief oder Gnadenfrist?

Termin: 26. März 2014, 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Fabricestraße 8
01099 Dresden
Inhalt:

  1. Zulassung als neues Regulierungswerkzeug - was bringt es für die Praxis?
    Die Zulassungspflicht ist ein neues Instrument unter REACH. Viele Betroffene nehmen dieses Instrument als ein direktes Verbot war – es bietet aber die Möglichkeit, differenzierter vorzugehen. Um eine Weiterverwendung zu ermöglichen, müssen die Einsatzbedingungen von dem betroffenen Stoff sowie von potentiellen Alternativen geprüft werden. Um diesen komplizierten Prozess erfolgreich zu bewältigen, ist eine gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten (Arbeitsschutz, Umwelt, Produktion, Verkauf, usw.) notwendig.
  2. Risikominderungsmaßnahmen und semi-quantitative Einschätzung von Restrisiken, statt nur Gefahren.
    Die Aufnahme in die Kandidatenliste und in den Annex XIV hängt hauptsächlich von den Gefahreneigenschaften eines Stoffes ab. Erst bei der Diskussion darüber, ob und wie eine Zulassung beantragt werden kann, ist es wichtig, genau zu belegen, wie gut man die Risiken eines Stoffes beherrschen kann. Die Effektivität von vorhandenen und evtl. zusätzlichen Risikominderungsmaßnahmen an einem Arbeitsplatz muss bekannt sein. Gerade bei karzinogenen Stoffen ohne Schwellenwert ist diese Analyse nicht immer einfach, weil die Restrisiken auch monetär bewertet werden müssen (Sozioökonomische Analyse).
  3. Analytische Methoden zum Nachweis geringer Expositionswerte (hauptsächlich bei Metallen).
    Die Risikoanalyse führt leicht zu Situationen, in denen eine akzeptable Exposition so niedrig ist, dass die gängigen Analysemethoden nicht mehr brauchbar sind. Gerade bei Metallen ist das oft der Fall. Es ist wichtig, dass die Beteiligten (Berufgenossenschaften, Industrieverbände, Unternehmen) sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, welche neue Methoden entwickelt und validiert werden müssen.
  4. Notwendigkeit kontinuierlicher Arbeit und Weiterentwicklung von Risikominderungsmaßnahmen.
    Auch wenn für die Weiterverwendung eines Stoffes eine Zulassung unter REACH erteilt wird, erwartet der Gesetzesgeber, dass kontinuierliche Anstrengungen erfolgen, um Alternativstoffe zu entwickeln und zu testen. Andererseits wird auch erwartet, dass die Risikominderungsmaßnahmen überprüft und, wo möglich, weiter verbessert werden. Diese Aktivitäten werden spätestens dann kritisch, wenn eine Zulassung von der ECHA überprüft werden soll.

Hinweis:
Anmeldung unbedingt erforderlich. Nach erfolgter Anmeldung erhalten die Teilnehmer zeitnah eine Einladung für die Veranstaltung.
Für Ihre Teilnahme erhalten Sie einen VDSI-Fortbildungspunkt (Thema "Arbeitsschutz").
Teilnahmegebühr:
Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.
Veranstalter:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Zielgruppen:
Sicherheitsfachkräfte, EHS Management
Kontakt (fachlich):
Dr. Aart Rouw
Tel. 0231 9071-2511
E-Mail:  rouw.aart@baua.bund.de
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Kontakt (Organisation):
Regina Thorke
Tel. 0351 5639-5464
Fax 0351 5639-5210
E-Mail:  thorke.regina@baua.bund.de
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Fabricestraße 8
01099 Dresden
Kontakt (Anmeldung):
zum Anmeldeformular der Veranstaltung auf der Webseite der BAuA:
Homepage:  Anmeldeformular: "Zulassung unter REACH - Freibrief oder Gnadenfrist?"
Referent:
Dr. Aart Rouw, BAuA
Anmeldefrist:
25.03.2014

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3. SVHC Roadmap 2020: Europäische Strategie – Nationale Umsetzung

Termin:
27. März 2014, 10:00 Uhr bis 16:20 Uhr
Veranstaltungsort:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Hörsaal, Haus I
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Anfahrtsbeschreibung
Inhalt:
Im Jahr 2012 haben die EU-Kommissare Tajani und Potočnik den Anspruch formuliert, im Rahmen von REACH bis zum Jahr 2020 alle relevanten SVHC-Stoffe (substances of very high concern) zu identifizieren und in die Kandidatenliste der zulassungspflichtigen Stoffe aufzunehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die EU-Kommission unter Mitwirkung der Mitgliedstaaten einen mehrstufigen Fahrplan, die sogenannte "SVHC Roadmap 2020" entwickelt. Zunächst werden in verschiedenen Arbeitsgruppen auf europäischer Ebene die Stoffe identifiziert, die auf Grund ihrer intrinsischen Eigenschaften die Bedingungen zur Aufnahme in die Kandidatenliste erfüllen. In der nachfolgenden Analyse der Risikomanagementoptionen prüfen die Mitgliedstaaten, welches regulatorische Verfahren für einen bestimmten Stoff die effzienteste Maßname zur Risikominderung ist und wie sie umgesetzt werden kann.
In der Vergangenheit wurde bei der Erstellung der Kandidatenliste sowie des Anhangs XIV der zulassungspflichtigen Stoffe häufig die fehlende Transparenz und Einbindung von Erfahrungen der Industrie kritisiert. Mit der Umsetzung der “SVHC Roadmap 2020” sollen die Verfahren für die Öffentlichkeit und insbesondere für die betroffene Industrie transparent gestaltet werden, ohne die Anforderungen an die Vertraulichkeit zu vernachlässigen. Um belastbare Ergebnisse zu erhalten, ist es zudem erforderlich, die Industrie frühzeitig zu beteiligen.
Ziel der Veranstaltung ist es, das Vorgehen der nationalen Behörden bei der Umsetzung der "SVHC Roadmap" sowie die Erwartungen und Konsequenzen aus Sicht der Industrie zu verdeutlichen.
Hinweis:
Das Programm (PDF-Datei, 283 KB) der Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden.
Teilnahmegebühr:
70,00 € inklusive Informationsmaterial, Teilnahmebescheinigung und Catering. Der Beitrag ist vorab per Überweisung zu entrichten. Die Kontodaten erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung. Für Behördenvertreter ist die Veranstaltung kostenfrei.
Veranstalter:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Kontakt (fachlich):
Dr. Anja Knietsch / Dr. Raimund Weiß
Tel. 0231 9071-2321 / -2543
E-Mail:  reach-clp-biozid@baua.bund.de
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Kontakt (Organisation):
Annette Podubrinn / Andrea Koep
Tel. 0231 9071-2540 / -2267
Fax 0231 9071-2679
E-Mail:  reach-clp-biozid@baua.bund.de
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Kontakt (Anmeldung):
zum Anmeldeformular der Veranstaltung auf der Webseite der BAuA:
Homepage:  Anmeldeformular: "SVHC Roadmap 2020: Europäische Strategie – Nationale Umsetzung"
Anmeldefrist:
06.03.2014

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Bereiten Sie sich auf die Meldung an das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis vor!