Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2014-03/04

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Träger von REACH Hamburg ist ein Netzwerk Hamburger Firmen, Verbände und Behörden, welches sich vierteljährlich trifft um sich zu aktuellen Themen der REACH Umsetzung auszutauschen. Es besteht die Möglichkeit für weitere Firmen nach Voranmeldung an diesen Treffen teilzunehmen und Mitglied des Netzwerkes zu werden. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus der ECHA


1. Ergebnisse der ersten Stoffbewertungen führen zu weiteren Nachforderungen an Informationen seitens der Mitgliedstaaten

Im Rahmen der Stoffberwertung unter REACH, bei der mögliche Stoffrisiken betrachtet werden sollen, die über die Bewertung der Risiken in den einzelnen Registrierungsdossiers hinaus gehen (siehe auch REACH Hamburg http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=177&no_cache=1&sword_list%5B%5D=Stoffbewertung#c1588, sind nun die ersten 47 Bewertungen durchgeführt worden. In 37 Fällen haben die Behörden nun Informationen nachgefordert, die es ermöglichen sollen, die Bewertung zu einem Ende zu führen.
Die ECHA wird dies den involvierten Firmen im Rahmen einer "Draft Decision" mitteilen, woraufhin die Firmen anschließend 30 Tage für eine Antwort/Kommentierung haben.
Eine Übersicht aller Stoffe ist bereits jetzt auf der Internetseite der ECHA zu sehen: http://echa.europa.eu/view-article/-/journal_content/title/registrants-should-get-ready-to-comment-substance-evaluation-draft-decisions


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2. ECHA informiert Registranten über Entscheidungen zu den Stoffidentitäten

Die Beschreibung der Stoffidentität ist ein entscheidendes Element der REACH-Registrierung. Bereits in den letzten Monaten wurde deutlich, dass diese für die Behörden aber oftmals Anlass zu Beanstandungen der Dossiers gegeben haben. Die ECHA hat bereits vor einiger Zeit im Rahmen ihres Berichts zu den Dossierbewertungen angemerkt, dass in diesem Feld zahlreiche Mängel festgestellt wurden (siehe auch REACH-Hamburg NL 01/14 http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=181#c1637).
Jetzt hat die ECHA als Folge dieser Bewertungen Mitglieder der SIEFs informiert, wenn die Stoffbeschreibungen ihrer Einschätzung nach den Anforderungen der REACH-Verordnung nicht erfüllen. Die Benachrichigungen wurden an alle SIEF-Mitglieder versendet, in denen zuvor ein LEAD-Registrant oder ein anderes Mitglied des SIEF eine sogenannte "Draft-Decision" erhalten haben. Die SIEF-Mitglieder erhalten die Mitteilung, weil die Entscheidungen auch die anderen Mitglieder betreffen könnten, denn in den SIEFs wurden in der Regel die Stoffidentitäten gemeinsam  festegelgt und andere SIEF-Mitglieder könnten deshalb ähnliche Fehler gemacht haben. Die Mitteilungen wurden über die REACH-IT versendet. Die SIEF-Mitglieder sollten also regelmäßig ihre Nachrichteineingänge überprüfen.


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3. ECHA aktualisiert IT zur Überprüfung der Registrierungsdossiers

Das IUCLID ist die zentrale Software für REACH-Akteure zur Erstellung verschiedenster Dossiers im Rahmen von REACH oder anderen chemikalienrechtlichen Regelungen. Im Rahmen dieser Software gibt es einige zusätzliche Plug-Ins zur Unterstützung bei der Erstellung von Dossiers. Eines dieser Tools ist der sogenannte "Technical Completeness Check" (TCC), welcher die formalen Mindestanforderungen der Dossiers überprüft. Ein weiters Tool ist der sogenannte Dossier Quality Assistant (DQA). Dieser hat die Aufgabe, Hinweise zur Qualität einzelner Dossierabschnitte zu geben (z.B. zur Beschreibung der Stoffidentität s.o.).
Die ECHA empfiehlt, dieses Tool bei der Erstellung der Dossiers oder auch bei Updates zu nutzen. Es ist aber zu beachten, dass das Tool erst ab der IUCLID-Version 5.4.0 und höher einsetzbar ist und somit also ggf. ein Update von IUCLID selbst erforderlich ist.
Die nötigen Updates und das Tool sind erhältlich unter: http://iuclid.eu/index.php?fuseaction=home.menuNOTSignedUp&page=home.download55 (nach Anmeldung).
Zur Verbesserung von Dossiers wurde im ECHA-Internet-Auftritt jetzt auch neu eine eigene Unterseite eingerichtet: http://echa.europa.eu/de/support/how-to-improve-your-dossier
Wie das Informationsportal "Chemical Watch" berichtet, sind für das Jahr 2016 größere Aktualisierungen der REACH-IT-Tools

  • IUCLID
  • REACH-IT
  • CHESAR

geplant. Alle drei Tools sollen in Hinblick auf die dritte Registrierungsdeadline hin überarbeitet werden und dann bereits 2016 in einer finalen Version zur Verfügung stehen. Dies soll den Registranten der letzten Registrierungsphase hinreichend Zeit einräumen, sich mit den Instrumenten vertraut zu machen. Gleichzeitig wird erwartet, dass Unternehmen auch bereits 2016 mit den Registrierungen beginnen, da eine schrittweise Einreichung der Dossiers für eine gleichmäßige Verteilung der Belastung in den Unternehmen sorgt.


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4. Das Komitee für Risikobewertung (RAC) verschärft die Einstufung für Bisphenol A

Das RAC hat Mitte März entschieden, dass eine verschärfte Einstufung von Bisphenol A als reproduktionstoxisch Katergorie 1B gerechtfertigt ist. Die Einstufung von Bisphenol A war vorher lediglich in der Kategorie 2 angesiedelt.
Grundlage für die Verschärfung waren Hinweise aus Mehrgenerationenstudien an Mäusen und Ratten. Daneben wurden auch einige Hinweise aus Studien herangezogen, die nicht in den Leitlinien der ECHA enthalten sind. Insgesamt war das Gesamtbild des "Weight of Evidence" aber offensichtlich so überzeugend, dass die Entscheidung einstimmig war.
Eine Vereinigung aus mehreren großen Firmen, die Bisphnol A herstellen, teilt diese Auffassung nicht. Sie wirft dem RAC vor, lediglich Studien berücksichtigt zu haben, die eine solche Einstufung unterstützen. Eine eigene Bewertung von Daten hat sie in einem eigenen Dokument dargelegt: http://www.bisphenol-a-europe.org/uploads/Modules/Mediaroom/bpa-clh-industry-rationale_final.pdf).
Die Begründung des RAC wird auch in Kürze auf den Seiten der ECHA erscheinen: http://echa.europa.eu/de/opinions-of-the-committee-for-risk-assessment-on-proposals-for-harmonised-classification-and-labelling


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5. Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis wurde überarbeitet

Eine Überarbeitung der Oberfläche des Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnisses wurde im März veröffentlicht. Zentrales Ziel der Überarbeitung des Verzeichnisses war es, die Übersichtlichkeit der enthaltenen Informationen für die Nutzer besser darzustellen. Wichtige Änderungen sind:

  • Hinweise auf Verunreinigungen, wenn ein Übermittler der Einstufung und Kennzeichnung auf Basis einer Verunreinigung zu einer Einstufung gelangt ist und dies auch deutlich gemacht hat
  • Anzeige mehrerer CAS-Nummern, wenn andere Formen des Stoffs existieren (z.B. bei Hydraten)
  • Die öffentliche Verfügbarkeit von IUPAC-Namen und der Aggregatszustand des Stoffs in einem Abschnitt "zusätzliche Informationen"
  • Informationen zu Organen und Expositionsrouten, die von einer Einstufung betroffen sind
  • Möglichkeit zum Download von Ergebnissen einer Recherche

Es ist vor allem auch wichtig, mittels der Gestaltung der Seite klar die rechtlich verbindlichen harmonisierten Einstufungen und Kennzeichnungen hervorzuheben bzw. klar von Selbsteinstufungen gemäß CLP-Verordnung zu unterscheiden.
Grundsätzlich ist jeder Inverkehrbringer eines Stoffes oder eines Gemischs für die Einstufung und Kennzeichnung seiner Produkte zuständig. Gleichzeitig besteht eine Verpflichtung auf Basis der CLP-Verordnung, die gefährlichen oder registrierungspflichtigen Stoffe an das oben beschriebene Verzeichnis zu melden. Wurde der Stoff von einem Akteur bereits registriert, ist diese Pflicht bereits mit der Registrierung erfüllt. Hersteller oder Importeure, die noch nicht registrieren mussten oder die vielleicht gar nicht müssen, weil sie die 1-Tonnen-Schwelle unterschreiten, müssen diese Meldung aber in jedem Fall durchführen. Näheres zu der Meldung findet sich auf der REACH-Hamburg-Internetseite unter http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=105#c766


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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs


1. Umweltbundesamt veröffentlicht eine Aktualisierung seines Leitfadens zur CLP-Verordnung

Vor einigen Jahren hat das deutsche Umweltbundesamt (UBA) einen Leitfaden zur Anwendung der Regeln der CLP-Verordnung (1272/2008) zur Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen herausgebracht. Seitdem ist der Gesetzestext mehrmals an neue Entwicklungen des Globally Harmonised System (GHS) angepasst worden, sodass nun vom UBA eine Neuauflage des Leitfadens aufgelegt wurde.
Der Leitfaden illustriert in kurzer, übersichtlicher Form den Aufbau und die Anwendung der CLP-Regeln und gibt den Nutzern einen guten Überblick über das Einstufungssystem. Dies wird besonders wichtig im Hinblick auf die im nächsten Jahr ablaufende Übergangsfrist für die Nutzung des alten Einstufungssystems für Gemische.
Der Leitfaden ist frei erhältlich unter http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/das_neue_einstufungs-und_kennzeichnungssystem_ghs.pdf


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2. EU-Mitgliedstaaten drängen die EU-Kommission zur Einführung von klaren Kriterien für endokrin wirksame Stoffe

Im Rahmen von REACH gelten Stoffe mit endokrinen (hormonähnlichen) Eigenschaften als "besonders besorgniserregende Stoffe" (SVHC) und sollen im Rahmen des Zulassungsverfahrens chemikalienrechtlich geregelt werden. Auch in der Biozidprodukteverordnung sollen diese Stoffe verboten sein und die Kommission hat im Rahmen des sogenannten "7. Environment Action Programme" (7EAP) bis zum Jahr 2020 den Schutz von Mensch und Umwelt vor hormonell wirksamen Stoffen als besonderes Ziel festgeschrieben. Gleichzeitig bleibt aber nach wie vor unklar, welche Kriterien für die Identifizierung solcher Stoffe gelten sollen.
In Artikel 5 Absatz 3(3) der Verordnung über Biozidprodukte (Verordnung (EU) Nr. 528/2012, http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:167:FULL:DE:PDF) war die Kommission verpflichtet worden, entsprechende Kriterien zur Identifizierung endokrin wirksamer Stoffe bis zum 13. Dezember 2013 zu erarbeiten. Eine Entwicklung solcher Kritererien ist ebenfalls durch den Anhang II (3.6.5) der Verordnung zu Pflanzenschutzmitteln (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009, http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:309:0001:0050:de:PDF) bis zum 14. Dezember 2013 verpflichtend gewesen.
Da die Kommission bisher aber noch nicht dieser Pflicht nachgekommen ist, erregte dies in letzter Zeit deutliche Kritik verschiedener Akteure. So haben unter anderem die Umweltminister Schwedens und Dänemarks eine schnelle Umsetzung der Pflicht in einem Brief an den EU-Umweltkommissar Potocnik angemahnt. Auch aus dem Kreis des Europaparlaments haben nun Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion eine zügige Umsetzung gefordert und aus französischen Regierungskreisen gab es deutliche Kritik. Schweden überlegt nach Berichten verschiedener Medien nun, eine Klage gegen die EU-Kommission anzustrengen.
Kriterien, die im Rahmen der beiden erwähnten Gesetze zu Bioziden und Pflanzenschutzmitteln entwickelt würden, hätten sicher auch Auswirkungen auf die Identifizierung weiterer Kandidatenstoffe unter REACH. Im Rahmen der Umsetzung der sogenannten SVHC-Roadmap (siehe auch REACH-Hamburg http://www.reach-hamburg.de/index.php?id=156&no_cache=1&sword_list%5B%5D=roadmap#c1370) ist geplant, ein Expertengremium einzurichten, welches sich speziell mit dieser Art von Stoffen befasst (siehe auch ECHA http://echa.europa.eu/addressing-chemicals-of-concern/substances-of-potential-concern/substance-specific-groups/endocrine-disruptor-expert-group )


Veranstaltungen


1. BAuA Veranstaltung: Gefahrstofftag

Termin: 18. Juni 2014

Ort: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Fabricestraße 8, 01099 Dresden

Info & Anmeldung: Anmeldung online unter https://www.baua.de/de/_Service/Allgemeines_Anmeldeformular/Anmeldeformular_Anmeldung.html?eventId=4666756 Anmeldung

Hinweis: Anmeldung unbedingt erforderlich. Nach erfolgter Anmeldung erhalten die Teilnehmer zeitnah eine Einladung für die Veranstaltung.
Eine Teilnahmegebühr wir nicht erhoben.
Für Ihre Teilnahme erhalten Sie einen VDSI-Fortbildungspunkt (Thema "Arbeitsschutz").


Anmeldefrist ist der 17.06.2014

Veranstaltungsart: Informationsveranstaltung

Zielgruppe: Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Gewerbeaufsichtspersonen, Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaften, Betriebs- und Personalräte, Führungskräfte

Inhalt: Neues aus dem Gefahrstoffrecht:

  • Weiterentwicklung der Gefahrstoffverordnung
  • Neues aus dem AGS und von den TRGS
  • REACH und Arbeitsschutz, Sicherheitsdatenblatt

Referenten:
Dr. Thea Hammerschmidt und Dr. Martin Henn, BAuA

Kontakt (fachlich):
Dr. Thea Hammerschmidt,Tel. 0231 9071-2304,
E-Mail:  hammerschmidt.thea@baua.bund.de
Dr. Martin Henn, Tel. 0231 9071-2457
E-Mail:  henn.martin@baua.bund.de
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Friedrich-Henkel-Weg 1-25, 44149 Dortmund
Kontakt (Organisation):
Regina Thorke, Tel. 0351 5639-5464, Fax 0351 5639-5210
E-Mail:  thorke.regina@baua.bund.de
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Fabricestraße 8, 01099 Dresden

 

 


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