Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2018-12

Weihnachtsgrüße

Liebe Leserinnen und Leser des REACH-Hamburg Newsletters,

wir möchten uns für ein weiteres Jahr treuer Leserschaft bedanken und freuen uns über die weiterhin wachsende Abonnentengemeinde. Wir, das Team von REACH-Hamburg, hoffen, Ihnen auch in diesem Jahr wieder ein bisschen bei Ihren REACH-Fragen geholfen zu haben und wünschen Ihnen erholsame Feiertage.

Im Jahr 2019 werden wir wieder frisch ans Werk gehen und weiter interessiert Fragen zu aktuellen Entwicklungen im Bereich der Chemieregulierung verfolgen.

In diesem Sinne mit besten Grüßen, von dem REACH-Hamburg Team

Olaf Wirth, Isabella Banduch

(Ökopol GmbH , www.oekopol.de)


Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Träger von REACH Hamburg ist ein Netzwerk Hamburger Firmen, Verbände und Behörden, welches sich vierteljährlich trifft um sich zu aktuellen Themen der REACH Umsetzung auszutauschen. Es besteht die Möglichkeit für weitere Firmen nach Voranmeldung an diesen Treffen teilzunehmen und Mitglied des Netzwerkes zu werden. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus der ECHA


1. Aktualisierung der ECHA-Leitlinien

Auch nach dem Ende der letzten Übergangsfrist zur Registrierung von Phase-In Stoffen in der EU besteht die Notwendigkeit, einige Leitlinien zu REACH und CLP weiter anzupassen und fortzuschreiben.Insbesondere die Leitlinien zum Anhang VIII der CLP Verordnung über harmonisierte Informationen für die gesundheitliche Notversorgung sind dabei für Marktakteure, die mit Stoffen und Gemischen handeln, von großer Relevanz, da nahezu jeder von der Umstellung der bestehenden nationalen Melderegeln auf ein zentrales EU-weites Register betroffen sein wird. Den letzten Entwurf, der den zuständigen Fachbehörden zur Verabschiedung zugeleitet wurde, finden Sie auf der Webseite der ECHA unter https://echa.europa.eu/documents/10162/23047722/draft_guidance_annex_viii_clp_to_caracal_en.pdf/f1727109-8a8b-5e89-d9ca-8c274a99ab29.Weitere Leitlinien zur CLP-Verordnung, die derzeit überarbeitet werden, sind folgende

  • Leitlinie zur Einführung in die CLP Verordnung (Version 3.0)
  • Leitlinie zur Kennzeichnung und Verpackung gemäß CLP (Version 4.0)

Im Rahmen des REACH-Review Berichtes der EU-Kommission (COM (2018) 116 final) wird unter Maßnahme 12.3 angeführt, dass eine Regelung der Schnittstelle zwischen REACH-Verordnung und Arbeitsschutzrecht vorgenommen werden soll. In diesem Zusammenhang soll der Ausschuss für Risikobewertung (RAC) künftig auch für die Erarbeitung von EU-weit geltenden Arbeitsplatzgrenzwerten verantwortlich sein. Damit übernimmt er die Aufgaben des bisher zuständigen „Wissenschaftlichen Ausschusses für Grenzwerte berufsbedingter Exposition“ (SCOEL – engl.: „Scientific Committee on Occupational Exposure Limits“). Aus diesem Grund wird die Leitlinie zu IR & CSA (Kapitel R.8: Charakterisierung der Dosis [Konzentrations]-Wirkungs-Beziehung für die menschliche Gesundheit) überarbeitet werden. Es ist geplant, einen zusätzlichen Anhang aufzunehmen, der die Methodik für die Erarbeitung solcher Grenzwerte darlegt. Einen ersten Entwurf der Leitlinie, bzw. des Anhangs, finden Sie unter https://echa.europa.eu/documents/10162/23047722/draft_appendix_r8_oels_peg_en.pdf/c19d8c47-aac7-0414-0b2d-f7fb9f72144a Dieser Entwurf wurde zur Diskussion einer sogenannten
"Partner Expert Group" zugeleitet. In dieser Gruppe sind auch Industrievertreter zugegen, die über die Ausgestaltung der Inhalte mitberaten. Eine Zusammensetzung der Gruppe ist hier einzusehen https://echa.europa.eu/documents/10162/23047722/composition_of_peg_oels.pdf/454cc4f1-d556-54c8-88d9-3c2c462b4bd9


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2. ECHA Info zur Substitution gefährlicher Chemikalien

Die ECHA möchte Marktakteure künftig stärker bei der Substitution gefährlicher Stoffe unterstützen. Daher hat sie in ihrem Internetauftritt einen Bereich erstellt, in dem die Besucher Informationen zu laufenden Aktivitäten hinsichtlich einer Umsetzung von Substitution erhalten können. Die Seite ist dabei in mehrere Bereiche untergliedert, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Substitution befassen. Dieses sind

  1. Informationen zu Veranstaltungen/Workshops zum Thema Substitution. Hier gibt es z. B. die Möglichkeit, selber Workshops zum Thema Substitution in bestimmten Bereichen anzubieten.
  2. Informationen zu Netzwerken und Initiativen, die sich verstärkt mit dem Thema Substitution befassen.
  3. Informationen zu Projektträgern in den Mitgliedstaaten, die sich mit der finanziellen Förderung von Substitutionsprojekten befassen.
  4. Informationen zu Daten möglicher Alternativen.

Die Seite enthält daneben weitere nützliche Hinweise, die bei der Einführung einer Alternative beachtet werden sollten. Die neue Webseite ist zu finden unter https://echa.europa.eu/de/substitution-to-safer-chemicals 


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3. Workshop zur geplanten ECHA-Datenbank zu Stoffen auf der Kandidatenliste in Erzeugnissen gemäß neuer Abfallrahmenrichtlinie, Artikel 9

Artikel 9(1i) der überarbeiteten Abfallrahmenrichtlinie (ARRL, siehe https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1530028986315&uri=CELEX:32018L0851) verpflichtet künftig Lieferanten von Erzeugnissen (analog Artikel 33(1) der REACH-Verordnung), der ECHA Informationen zu Stoffen der Kandidatenliste in Erzeugnissen bereitzustellen (ab Januar 2021). Dazu wird die ECHA gemäß Artikel 9(2) ARRL verpflichtet, bis Januar 2020 eine Datenbank aufzubauen, in der die Marktakteure ihre Informationen melden können. Die Hauptnutzer dieser Datenbank sollen Abfallbehandlungsbetreiber und Verbraucher sein, denen so Informationen zu bestimmten Erzeugnissen zur Verfügung gestellt werden sollen. 

Derzeit laufen Diskussionen auf europäischer Ebene wie eine solche Datenbank ausgestaltet sein sollte. Aus diesem Grund hat die ECHA mit Behörden und Interessenvertretern aus den EU-Mitgliedstaaten im Oktober dieses Jahres einen Workshop in Helsinki veranstaltet. Außerdem hat die ECHA im Vorfeld der Veranstaltung, zwischen dem 20.09. und 09.10.2018, eine öffentliche Konsultation zu diesem Thema durchgeführt und ihre Ergebnisse während des Workshops präsentiert. 

Zu den Forderungen von Abfallbehandlungsbetreibern gehören:

  • die Verfügbarkeit von aggregierten Daten zu spezifischen Erzeugnissen als solchen oder nicht spezifischen Erzeugnissen nach Gruppen/Abfallströmen (z. B. Fahrzeuge, elektrische/elektronische Geräte, Batterien, Textilien)
  • Kenntnis des Grundmaterials, aus welchem Erzeugnisse hergestellt wurden und deren auftreten in einem antizipierten Abfallstrom (z. B. Kunststoff, Metall, Papier, Fasern)
  • Anweisungen zur (sicheren) Demontage und ordnungsgemäßen Behandlung

Darüber hinaus war den Betreibern von Abfallbehandlungsanlagen wichtig, hervorzuheben, dass die o. g. Informationen auch dazu beitragen können, „Reinigungs“-technologien zu verbessern oder zu entwickeln und so Stoffe der Kandidatenliste aus Abfallströmen gezielt zu entfernen.

Für Verbraucher ist wiederum eine klare Identifikation des auf den Markt gebrachten Erzeugnisses erforderlich. Dies könnte durch eine eindeutige Kennzeichnung (z. B. Barcode) durch ein verbraucherorientiertes Tool (z. B. App) erfolgen. Die Datenbank selbst sollte z. B. nach Erzeugniskategorie einschließlich Markenname durchsuchbar sein. 

Die Ergebnisse des Workshops sind auf der ECHA Webseite unter https://echa.europa.eu/de/-/workshop-on-waste-framework-directive-database-22-23-10-2018 veröffentlicht.

 


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Neues von nationalen Behörden ,Verbänden, NGOs


1. EU Life AskREACH

Das Projekt AskREACH (https://www.askreach.eu/) zielt auf europaweite Sensibilisierung von Verbrauchern hinsichtlich der Anwesenheit besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) in Erzeugnissen ab. Im Rahmen des Projektes wird eine Smartphone-App entwickelt, mit der sich Verbraucher über solche Stoffe informieren oder Lieferanten dazu anfragen können. Grundlage für dieses Auskunftsersuchen ist der Artikel 33 der REACH-Verordnung. Ist ein SVHC in einem Erzeugnis in einer Konzentration über 0,1 % enthalten, muss diese Information von jedem Lieferanten an jeden gewerblichen Kunden in der Lieferkette weitergegeben werden. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen ebenfalls informiert werden, wenn sie aktiv eine Anfrage zu einem Produkt stellen. Sie sind damit in der Lage, bewusstere Kaufentscheidungen zu treffen. Um eine solche Verbraucheranfrage zu beantworten haben die Lieferanten eines Erzeugnisses dann 45 Tage Zeit, was in der Praxis oftmals als zu lang empfunden wird, um in einer akuten Einkaufssituation eine Entscheidung treffen zu können. Daher soll das AskREACH Projekt neben der Vereinfachung einer Anfrage auch dafür sorgen, dass Verbraucher die Antworten zu Produkten zeitnah erhalten. Dazu soll eine Datenbank aufgesetzt werden, in der Marktakteure Informationen zu ihren Erzeugnissen hinterlegen und pflegen können, durch welche die Beantwortung von Anfragen unmittelbar gewährleistet werden kann.Einige Unternehmen haben bereits ihre Unterstützung für das Projekt zugesagt. Teilnehmende Unternehmen erhalten zusätzlich Unterstützung durch den Zugang zu einem weiteren, sich bisher noch in Entwicklung befindlichen IT-Tool. Dieses Tool erleichtert die Kommunikation innerhalb der Lieferkette und wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 verfügbar sein.Eine Smartphone-App, welche mit der Datenbank gekoppelt wird, befindet sich ebenfalls in Entwicklung und wird im Frühjahr 2019 veröffentlicht.Folgende primäre Ziele sollen mit dem Projekt erreicht werden:

  • Ein Antwortformular für die Beantwortung von Verbraucheranfragen erleichtert es Unternehmen, ihre REACH-Auskunftspflicht schnell und effizient zu erfüllen.
  • SVHC-Informationen können per „upload“ in einem Schritt in die Datenbank hochgeladen werden. Bei Bedarf können die Daten leicht aktualisiert werden.
  • Sobald die REACH Kandidatenliste um neue Stoffe erweitert wird, erhalten Unternehmen eine Erinnerung zur Aktualisierung Ihrer Daten.
  • Verbraucher werden direkten Zugang zu Produktinformationen haben, d. h. der Kundenservice muss sich nicht um jede Verbraucheranfrage einzeln kümmern. Das spart Zeit und Aufwand auf beiden Seiten.
  • Unternehmen haben Zugang zu (anonymen) Statistiken bezüglich der Datenbank-Abfragen und Verbraucheranfragen zu ihren Erzeugnissen.
  • Das geplante IT-Tool zur Kommunikation innerhalb der Lieferkette erleichtert es Unternehmen, von ihren Zulieferern selbst SVHC-Informationen für ihre Erzeugnisse zu erhalten.

Unternehmen, die an einer Teilnahme interessiert sind (z. B. Teilnahme an Tests der IT-Tools, Eingabe ihrer SVHC-Daten in die künftige Datenbank, Nutzung des Lieferketten-Tools) werden gebeten, sich über AskREACH@uba.de mit dem Projektmanagement in Verbindung zu setzen. Genauere Informationen erhalten Sie auf der AskREACH Website (https://www.askreach.eu/). Ob und wie diese Datenbank einmal mit der ECHA Datenbank zur Abfallrahmenrichtlinie verknüpft werden soll (siehe oben), ist derzeit nicht klar. Grundsätzliche Überlegungen dahin, werden aber sicher in Zukunft Gegenstand weiterer Gespräche sein.


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2. Analyse von Studien und Dokumenten zur REACH-Überprüfung

Die Kommission ist nach Artikel 117 der REACH-Verordnung verpflichtet, alle fünf Jahre über die Umsetzung der REACH-Verordnung zu berichten und ggf. Vorschläge zur Änderung des Verordnungstextes und/oder der Umsetzungsleitlinien etc. zu machen. Der erste Berichtszeitraum umfasste die Jahre 2007 bis 2012 (Bericht: https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2013:0049:FIN:DE:PDF), der zweite Berichtszeitraum die Jahre 2013 bis 2017 (Bericht: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52018DC0116&from=EN ). Um der Berichtspflicht nachzukommen, hat die EU-Kommission zahlreiche thematische Studien erstellen lassen. Auch die ECHA erstellt im Laufe der Zeit immer wieder Berichte zur Implementierung der einzelnen REACH-Prozesse und ihren Aktivitäten. Daneben haben auch zahlreiche Mitgliedstaaten, Verbände und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus dem Bereich der Zivilgesellschaft einzelne Studien, Positionspapiere und Stellungnahmen zur Umsetzung von REACH verfasst.Vor diesem Hintergrund und der sich daraus ergebenden Notwendigkeit, die Vielzahl von Veröffentlichungen auf ihre Inhalte und Schlussfolgerungen hin zu untersuchen, hat die Firma Ökopol aus Hamburg im Auftrag des Umweltbundesamtes eine Auswertung der Studien vorgenommen. In einem Teilbericht, der die Arbeiten im Rahmen eines umfassenderen UBA-Projekts zur REACH-Weiterentwicklung* unter Beteiligung von BMU, BAuA und BfR darstellt, wird zusammengefasst, wie die REACH-Umsetzung in verschiedenen Studien und Publikationen bewertet wird und welche Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge darin gemacht werden. Unter den ausgewerteten Studien finden sich z. B. die thematischen Studien, die im Auftrag der EU-Kommission erstellt wurden sowie Berichte der ECHA und der Mitgliedstaaten und Publikationen anderer Stakeholder, wie Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus dem Bereich der Zivilgesellschaft oder Industrieakteuren.Die Bewertung der REACH-Umsetzung und die Verbesserungsvorschläge werden mit dem Bericht der EU-Kommission zur REACH-Überprüfung 2017/2018 verglichen. Außerdem wird analysiert, inwieweit die Empfehlungen aus der REACH-Überprüfung 2012/2013 ( Bericht: https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2013:0049:FIN:EN:PDF ) bereits umgesetzt sind. Insgesamt wird die REACH-Umsetzung in allen Dokumenten und im Review-Bericht der EU-Kommission ähnlich bewertet: REACH hat die Informationslage über und das Bewusstsein für Chemikalienrisiken verbessert, die Umsetzung der Anforderungen ist für alle Akteure ressourcenintensiv und funktioniert in weiten Teilen gut. Nutzen wird langfristig erwartet, kann aber bislang nicht gemessen werden. In den analysierten Dokumenten (außer in den Positionspapieren der Industrieverbände) werden die größten Defizite in der Qualität der Registrierungsdossiers, der Umsetzung des Zulassungsverfahrens und der Kommunikation in der Wertschöpfungskette gesehen (Sicherheitsdatenblätter, SVHC in Erzeugnissen). Während ein Teil der Verbesserungsvorschläge aus den analysierten Dokumenten durch die Maßnahmen und Aktivitäten der EU-Kommission abgedeckt sind, finden sich andere im Bericht der EU-Kommission nicht wieder.Den Bericht finden Sie hier: https://www.umweltbundesamt.de/en/publikationen/reachweiterentwicklung-vergleich-des-review *

*Im Rahmen des Projektes werden Vorschläge für die Fortschreibung und Weiterentwicklung der europäischen Chemikalienverordnung nach 2018 und Strategien zur Umsetzung erarbeitet. Das Projekt wird von einem Konsortium bestehend aus den Unternehmen Ökopol, Hamburg, RPA, Loddon (UK), Fobig, Freiburg, dem Öko-Institut, Freiburg und SOFIA, Darmstadt bearbeitet.


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Neues von der Kommission


1. Überarbeitung der REACH-Anhänge zu Nano-Stoffen

Die Europäische Kommission hat REACH-Informationsanforderungen hinsichtlich ihrer Anwendung auf Nanomaterialien überarbeitet. Die Änderungen sollen klarstellen, welche Informationen Unternehmen, die Stoffe in Nanoform in Verkehr bringen, in ihren Registrierungsdossiers bereitstellen müssen. Die neuen Regeln gelten ab dem 1. Januar 2020.Die neuen Anforderungen sollen den Unternehmen und Behörden eine systematische Beurteilung der gefährlichen Eigenschaften von Nanomaterialien ermöglichen, sagte die ECHA in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung (siehe: https://echa.europa.eu/de/-/companies-to-provide-more-information-on-nanomaterials?_cldee=Y2Fyb2xpbmVfd2Fsc2hAaHNhLmll&recipientid=lead-a3c5fcd4c0e0e71180fa005056952b31-bfaa1332a9d24d4e90f0fc139ad9cf4c&esid=11f772ad-72f8-e811-8107-005056952b31 ).Unternehmen müssen nun prüfen, ob die neuen Informationsanforderungen für ihre Stoffe gelten. Die Änderungen sind für Unternehmen relevant, die Nanoformen von Substanzen herstellen oder importieren und in den Geltungsbereich der Registrierungsanforderungen von REACH fallen. Nanoformen von Stoffen werden in den Empfehlungen der EU-Kommission zur Definition von Nanomaterialien definiert. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://ec.europa.eu/environment/chemicals/nanotech/faq/definition_en.htm 

Die ECHA fordert Registranten von Nanoform-Stoffen nachdrücklich dazu auf, sich mit den Änderungen vertraut zu machen. Die ECHA prüft derzeit auch die Notwendigkeit, vorhandene Leitlinien zu aktualisieren oder neue herauszugeben.Den Text der Änderungsverordnung können Sie hier einsehen https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?qid=1545217282273&uri=CELEX:32018R1881 


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2. Abschluss der Überarbeitung des Anhangs zum Sicherheitsdatenblatt nach REACH- Verordnung für 2019 geplant

Der Anhang II der REACH-Verordnung definiert Aufbau und Inhalt des Sicherheitsdatenblattes als wichtigstes Vehikel für Informationen zu chemischen Stoffen und Gemischen entlang gewerblicher Lieferbeziehungen zu solchen Produkten. Artikel 31 der REACH Verordnung bildet dabei die gesetzliche Grundlage für das Erstellen und Bereitsstellen dieser Informationen.Folgende Entwicklungen im Rahmen von REACH- und der CLP-Verordnung machten eine Anpassung der Sicherheitsdatenblattstruktur nötig:

  • Eine überarbeitete GHS Version wurde 2015 veröffentlicht. Sie resultierte z. B. in einer neuen Gefahrenklasse "desensibilisierte Explosivstoffe". Anhang 4 des GHS enthält Leitlinien zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern (SDB).
  • Eine überarbeitete GHS Version wurde 2016 veröffentlicht. Die für REACH Anhang II bedeutendsten Änderungen beziehen sich auf den Abschnitt über Massenguttransport.
  • 2017 wurde CLP geändert und ein neuer Anhang VIII über „harmonisierte Informationen für die gesundheitliche Notversorgung“ hinzugefügt (CLP-Anhang VIII (EU) 2017/542), der auch den neu eingeführten „Unique Formula Identifier“ (UFI) enthält. Hier wird empfohlen diesen künftig auch in Sicherheitsdatenblättern zu kommunizieren. Daher schlägt die Kommission vor, REACH Anhang II zu ändern, um die Beziehung zwischen UFI und SDS zu klären.
  • Überarbeitete REACH-Anhänge I, III und VI-XII. Anfang des Jahres stimmte der REACH-Ausschuss einer Revision verschiedener REACH-Anhänge zu, in der der Begriff „Nanoform“ eingeführt und neue Anforderungen für die entsprechenden Stoffe festgelegt wurden. Wie von mehreren Mitgliedern des REACH-Ausschusses angegeben, erfordern die Besonderheiten von „Nanoformen“ nun auch eine Überarbeitung des REACH-Anhangs II.

Im Rahmen des REACH-Regelungsausschusses im April und/oder Juni sind Diskussionen und vorläufige Abstimmungen zu den Inhalten vorgesehen. Die Veröffentlichung ist für die zweite Jahreshälfte 2019 geplant, um das Inkrafttreten der Änderungen vor Inkrafttreten der Bestimmungen des CLP-Anhangs VIII (1. Januar 2020) zu ermöglichen.


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