Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg
Pfad: AktuellesNewsletter / Newsletter 01/2021

REACH Hamburg - Newsletter, Ausgabe 2021-01

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg. Ein Projekt, welches die Wirtschaftsakteure in der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH unterstützt.

Träger von REACH Hamburg ist ein Netzwerk Hamburger Firmen, Verbände und Behörden, welches sich vierteljährlich trifft um sich zu aktuellen Themen der REACH Umsetzung auszutauschen. Es besteht die Möglichkeit für weitere Firmen nach Voranmeldung an diesen Treffen teilzunehmen und Mitglied des Netzwerkes zu werden. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach-hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Die aktuellen Meldungen im Überblick:


Neues aus dem REACH Hamburg Netzwerk


Neugestaltung des Internetauftritts von REACH Hamburg

Der Internetauftritt des REACH Hamburg-Netzwerks wird mit einem Relaunch ersten Quartal 2021 aktualisiert. 

Bisher bietet die 2007 in Betrieb genommene Website (https://www.reach-hamburg.de/index.php?id=index) ein ausführliches Informationsangebot, das zur Einführung der REACH-Verordnung für Hamburger Unternehmen von großem Interesse war. 

Wichtige Informationen werden auch weiterhin verfügbar sein, können jedoch übersichtlich zusammengefasst werden, da sie mittlerweile auch auf anderem Wege in großem Umfang verfügbar sind. So wurden unter anderem der Internetauftritt der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)  (https://echa.europa.eu/de/home) und das Helpdesk der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ausgebaut (https://www.reach-clp-biozid-helpdesk.de/DE/Home/Home_node.html).

Neuer Websiteschwerpunkt soll das Netzwerk selbst mit seinen Partnern und Aktivitäten sein. Bereits auf der Startseite werden Nutzerinnen und Nutzer mit einem Überblick der Netzwerkpartner und aktuellen Nachrichten zur Europäischen Chemikaliengesetzgebung begrüßt und können sich direkt für den REACH Hamburg Newsletter eintragen. 

Das Websitedesign passt sich der mobilen Anwendung an und ist optisch ansprechend, modern und übersichtlich. Darüber hinaus erfolgt eine inhaltliche Bereinigung veralteter Beiträge.


Neues aus der ECHA


1. Einführung der SCIP-Datenbank

Die Datenbank für Substances of Concern In articles as such or in complex Objects (Products) – SCIP (https://echa.europa.eu/de/scip) wurde Ende Oktober 2020 auf IUCLID freigeschaltet, bis zum 5. Januar 2021 mussten alle relevanten Produkte gemeldet werden. Bisher sind fünf Millionen Meldungen in der Datenbank eingegangen, sie werden in den kommenden Monaten veröffentlicht (vgl. Quelle ECHA).

Die Informationspflicht zu SVHC in Erzeugnissen gilt seit dem 5. Januar 2021 für Lieferanten von Erzeugnissen. Unternehmen, die Erzeugnisse auf den EU-Markt bringen, welche besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) von über 0,1 Gewichtsprozent enthalten und dies auch nach dem 5. Januar fortsetzen wollen, mussten eine entsprechende Meldung bis zu diesem Datum vornehmen. 

Für Erzeugnisse, die nach dem 5. Januar in Verkehr gebracht werden sollen, gilt das Datum ihres Inverkehrbringens als das Datum, bis zu dem die Meldung in der SCIP-Datenbank vorgenommen werden muss. 

Für die Unternehmenspflichten entscheidend ist seine Rolle in der Lieferkette. Die Meldepflicht gilt für alle Lieferanten (Produzenten, Importeure und Händler, außer solchen, die an private Endverbraucher verkaufen) von Erzeugnissen, in denen mehr als 0.1% eines SVHC enthalten ist und die innerhalb der EU in Verkehr gebracht werden. 

Eine Anleitung wie die Meldung durchzuführen ist, kann auf der ECHA-Webseite eingesehen werden (https://echa.europa.eu/documents/10162/28213971/scip_database_notifications_en.pdf/63a1dbe6-20ce-2e37-46be-4293c809dc2f).

Daneben erhalten Nutzende weitere Hilfestellungen, wie z.B. Webinare und Hintergrundinformationen zum Dateiformat, um diese entsprechend in den eigenen Warenwirtschaftssystemen abbilden zu können (https://echa.europa.eu/scip-support). Grundlage der Meldepflicht ist Artikel 9 der Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EG geändert durch RL EU 2018/851) in Einklang mit Artikel 33 der REACH-Verordnung, in dem sowohl die Informationspflicht der Lieferanten von Erzeugnissen, als auch die Umsetzung der Datenbank bis zum 5. Januar festgehalten sind. 

Die Umsetzung der überarbeiteten Abfallrahmenrichtlinie liegt bei den Mitgliedsstaaten und wurde bisher nicht von allen EU-Mitgliedsstaaten vorgenommen. Ihnen droht ein Verstoßverfahren. Einige solcher Verfahren wurden bereits von der EU Kommission eingeleitet. 

Großbritannien wird diese Vorgaben nicht mehr umsetzen. 


Nach oben

2. Großbritanniens Austritt aus der EU – 2.900 REACH-Registrierungen werden ungültig

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU zum Jahresbeginn 2021 beginnt die ECHA den Widerruf von 2.900 Registrierungen britischer Firmen, weil diese versäumt hatten einen Transfer auf europäische Unternehmen einzuleiten. Dies entspricht 25% aller Registrierungen aus Großbritannien. 

Die ECHA hatte den britischen Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 Zeit gegeben, um den Transferprozess einzuleiten, sofern sie wünschten, entsprechende Stoffe weiterhin auf dem EU-Markt in Verkehr zu bringen. 

Die ECHA berichtet, dass 80% der Firmen aus Großbritannien bis zum Jahresende einen Transfer der rechtlichen Akteure vorgenommen oder eingeleitet hatten. 

Zu den Gründen für die nicht transferierten Dossiers zählt unter anderem, dass die von ihnen betroffenen Stoffe teils nur als Zwischenprodukte innerhalb Großbritanniens verwendet würden. 


Nach oben

Neues von der Kommission


1. Entscheidung über REACH-Zulassungsanträge für Chromtrioxid-Verwendungen

Die Europäische Kommission genehmigte einen Zulassungsantrag für bestimmte Verwendungen von Chromtrioxid der Unternehmen Cromomed, Cronor, Cromo Europa, Chromatlantique Industriel und Vila Electroquímica. 

Die Zulassung gilt für Verwendungen der Chemikalie in der funktionellen Verchromung, sofern eine der folgenden Schlüsselfunktionalitäten oder –eigenschaften für die beabsichtigte Verwendung erforderlich ist: 

  • Verschließfestigkeit oder Härte
  • Schichtdicke oder Korrosionsbeständigkeit
  • Reibungskoeffizient
  • Wirkung auf die Oberflächenmorphologie

Auch ein Zulassungsantrag für die gleiche Anwendung des Stoffes unter der Federführung der Firma REACHLaw wurde angenommen. 

Außerdem wurde die Verwendung in der Formulierung von Gemischen zugelassen, wenn diese der Oberflächenbehandlung für Anwendungen verschiedener Industriezweige dienen (Architektur, Automobilbau, Metallherstellung und –veredelung allgemeiner Maschinenbau). Die Zulassung gilt nur für die Formulierung von Gemischen, wenn eine der folgenden Schlüsselfunktionen für die beabsichtigte Verwendung erforderlich ist: 

  • Korrosionsbeständigkeit/aktiver Korrosionsschutz
  • Schichtdicke
  • Feuchtigkeitsbeständigkeit
  • Haftungsförderung
  • Widerstandsfähigkeit
  • chemische Beständigkeit
  • Verschleißfestigkeit
  • elektrische Leitfähigkeit
  • Kompatibilität mit dem Substrat
  • (thermo-)optische Eigenschaften
  • Hitzebeständigkeit 
  • Lebensmittelsicherheit
  • Schichtspannung
  • elektrische Isolierung
  • Depositionsgeschwindigkeit.

Für beide Anwendungen wurde das Überprüfungsdatum auf den 21. September 2024 festgelegt. 

Chromtrioxid ist ein besonders besorgniserregender Stoff, der wegen seiner krebserregenden und erbgutverändernden Eigenschaften auf der REACH-Zulassungsliste steht. 

Weitere Informationen zu Chromtrioxid in der ECHA-Datenbank: https://echa.europa.eu/de/substance-information/-/substanceinfo/100.014.189


Nach oben

2. Aktueller Stand zur Registrierung von Polymeren

Die Europäische Kommission will einen Vorschlag zur Registrierungspflicht von Polymeren bis 2022 vorzubereiten. Ziel ist es, Polymere einer Registrierungspflicht gemäß REACH zu unterwerfen. 

Bisher sind diese von den Registrierungs- und Bewertungsprozessen unter REACH ausgenommen, können jedoch der Beschränkung oder Zulassungspflicht unterliegen, sofern sich ein Mitgliedsstaat zu ihrer Aufnahme in entsprechenden Anträgen entschließt. 

Zu diesem Thema hatte die EU-Kommission die Beratungsunternehmen Wood und Peter Fisk Associates mit Untersuchungen zur Erarbeitung einer stufenweisen Registrierungspflicht beauftragt. 

Polymer-Gruppierungen sollen die Identifikation der künftig registrierungspflichtigen Polymere (polymers requiring registration – PRR) vereinfachen, um es den Herstellern und Importeuren ähnlicher PRR zu ermöglichen, bei der Registrierung zusammenzuarbeiten. Bisher steht jedoch noch nicht fest, wie eine solche Gruppe zu definieren ist. 

Im Zusammenhang mit der Frage, welche Kriterien ein Polymer registrierungspflichtig machen, bestehen noch einige Ungewissheiten. So würden etwa die bisher diskutierten PRR-Kriterien auch viele der Polymere abdecken, die als nicht besorgniserregend gelten (Polymers of Low Concern - PLC). Es wird auch darüber diskutiert, ob die bestehende Polymerdefinition einer Anpassung bedarf.

Einige Mitgliedsstaaten unterstützen eine verpflichtende Vorregistrierung, die durch eine Erhebung grundlegender Datensätze für alle Polymere eine Gruppierung mit maßgeschneiderten Datenanforderungen ermöglichen soll. 

Die Gruppe der zuständigen Behörden (REACH and CLP Competent Authorities Sub-Group on Polymers - CASG - Polymers) befasst sich weiterhin mit der Erarbeitung der PRR-Kriterien. Noch in diesem Jahr soll ein vorläufiger Vorschlag der Kommission vorgelegt werden. 

Im Jahr 2022 soll dann ein Entwurf des Vorschlags der Kommission auf Grundlage der Folgenabschätzung eines Berichts nach Artikel 138 Absatz 2  sowie der Ergebnisse der Diskussion innerhalb der CASG- on Polymers und des ECHA-Pilotprojektes zur Identifizierung und Gruppierung von Polymeren vorgelegt werden. 

Der Bericht Scientific and technical support for the development of criteria to identify and group polymers for Registration/Evaluation under REACH and their impact assessment von Wood und Peter Fisk Associates kann hier aufgerufen werden: https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/1cc811ff-d5fc-11ea-adf7-01aa75ed71a1.

Grundlage dieser Meldung zum aktuellen Stand der Registrierung von Polymeren ist das Doc. CA/62/2020, 37th Meeting of Competent Authorities for REACH and CLP (CARACAL) Open session, 17-18 November 2020, Agenda Point: 5.1 Polymers.


Nach oben

Sonstiges


Chemical Safety Management-Training HUB nun online verfügbar

Das europäische Kooperationsprojekt Chemical Safety Management Training Hub for Chemical Users – ChemSM-HUB wurde im vergangenen Jahr fertig gestellt, seine Ergebnisse sind nun kostenfrei online verfügbar (https://chemsm-hub.eu/hub/hub.php).

Das von der Europäischen Kommission kofinanizierte und durch das Erasmus + Programm umgesetzte Projekt soll Personen, die beruflich mit Chemikalien zu tun haben im Umgang mit diesen Schulen und ihnen die europäischen Chemikaliengesetzgebung, insbesondere die Verordnungen REACH und CLP, näher bringen. 

Ziel des Projektes ist es, ein verständliches Trainingspaket zum Chemikaliensicherheitsmanagement (CSM) zur Verfügung zu stellen. Einerseits sollen die Kompetenzen der Zielgruppen im Bereich des CSM ausgebaut werden und andererseits den Ausbilderinnen und Ausbildern die Durchführung beruflicher Schulungen in den Partnerländern erleichtert werden.

Zu den internationalen Projektpartnern zählen das Nofer Institut für Arbeitsmedizin (Polen) (http://www.imp.lodz.pl/home_en/), die Ökopol GmbH – Institut für Ökologie und Politik (Deutschland) (https://oekopol.de), das Institut für präventive Medizin, Umwelt- und Arbeitsgesundheit – Prolepsis (Griechenland) (https://www.prolepsis.gr/en/home), die Romtens Foundation (Rumänien) (http://romtens.ro/en) und die Technische Universität Lodz (Polen) (https://www.p.lodz.pl/en).

Aufbau des ChemSM-HUB

Das ChemSM-HUB-Trainingspaket enthält ein Basis- und ein Fortgeschrittenenmodul mit insgesamt 11 Trainingseinheiten, sowie Handbücher, Leitfäden, ein Glossar und ein Helpdesk und ist sowohl zum selbstgesteuerten Lernen als auch als angeleitete Fortbildung einsetzbar. 

Zusätzlich zur online Plattform kann das Training auch in einer App zum mobilen Lernen verwendet werden (https://chemsm-hub.eu/hub/trainingmobile.php). 

Das gesamte Lern- und Informationsangebot ist in fünf Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Polnisch, Griechisch und Rumänisch. 

An wen richtet sich das Chem SM-HUB?

Zu den Zielgruppen des Projektes zählen kleine und mittelständische Unternehmen, die gemäß REACH als nachgeschaltete Anwender und Händler von Chemikalien agieren. Angesprochen werden Verantwortliche des Chemikaliensicherheitsmanagements der Unternehmen ebenso wie staatlicher Behörden.