Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg – Newsletter, Ausgabe 2009-03

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg, ein Projekt, das von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg initiiert wird, um die Wirtschaftsakteure die der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach.hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

1. ECHA veröffentlicht endgültige Liste der vorregistrierten Stoffe

Die ECHA hat nun die endgültige Liste der vorregistrierten Stoffe veröffentlicht. Diese wurde unter folgenden Gesichtspunkten bearbeitet.

  • Stoffe, die bei der Vorregistrierung nur durch den Namen identifiziert wurden, wurden die entsprechenden CAS Nummern, soweit möglich, zugewiesen.
  • Jeder Stoff der Liste hat entsprechend auch eine EC Nummer. Phase-In Stoffe die vormalig keine EC Nummer hatten, haben im Zuge der Überarbeitung eine vorübergehende Nummer erhalten. Sollte der Stoff registriert werden, ist diese Nummer als Identifizierungscode zu nutzen. Nach erfolgreicher Registrierung wird diese Nummer zur endgültigen EC Nummer für diesen Stoff.
  • Die Suchfunktionen der Liste wurden überarbeitet.

Es war nicht immer möglich die Namen bestimmten CAS Nummern zuzuordnen, da diese nicht immer den CAS Vorgaben entsprachen oder eindeutig als Synonym einen solchen Stoff bezeichnet haben. Außerdem wurden nach Angaben der ECHA viele Stoffe fehlerhaft vorregistriert, zum einen, da es sich offensichtlich um Zubereitungen handelt und entsprechend die Einzelstoffe hätten vorregistriert werden müssen, zum anderen da es sich nicht um Phase-In Stoffe gehandelt hat. Es wurden zum Beispiel nahezu alle ELINCS Stoffe vorregistriert. Insgesamt handelt es sich nun um ca. 143 000 Stoffe, die vorregistriert wurden.
Anhand der nun vorliegenden Liste sollen nun die SIEF Teilnehmer die Möglichkeit haben, ihrer entsprechenden SIEFs zu finden und ihre Registrierungen durchzuführen.

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2. CEFIC Arbeitshilfen zur REACH Umsetzung nach der Vorregistrierung

Die CEFIC hat im Februar und März dieses Jahres einige neue Hilfsdokumente und Arbeitshilfen zur Zusammenarbeit in den SIEFs und zum Zeitmanagement bei der Registrierung veröffentlicht. Außerdem wurden einige Dokumente erstellt die die Kommunikation in der Lieferkette über Verwendungen und Expositionsszenarien zum Thema haben.

a) Die CEFIC äußert sich in seiner Empfehlung zur Zusammenarbeit im SIEF  besorgt über die schleppende Aufnahme der Arbeiten in machen SIEFs. Es existieren vielfach noch pre-SIEFs in denen noch kein SIEF Formation Facilitator (SFF) den Anstoß zur Kommunikation im SIEF gegeben hat. Bei einer Übergangsfrist bis zum Jahr 2010 wird der Zeitraum für die nötigen Arbeiten bereits als knapp eingeschätzt.
Außerdem wird nochmals auf die Rolle des SFF, unter Bezug auf das ECHA Dokument, genauer zu den Grundprinzipien der SIEF Kooperation (vergl. auch REACH-HH Newsletter 02/09 und Punkt 3 dieses Newsletters) hingewiesen. Hier wird nochmals ausdrücklich erwähnt, dass der SFF keine Gebühren oder ähnliches erheben darf, es sei denn es gibt eine beiderseitige Vereinbarung darüber.
Um die Zeitplanung in der weiterführenden Registrierung zu unterstützen hat die CEFIC ein Excel Arbeitblatt erarbeitet, in dem ein vorgeschlagener Zeitplan eingetragen wurde und der nach Bedarf auf die eigenen Anforderungen angepasst werden kann. Dabei wird der Gesamtprozess in einen Workflow mit parallelen Teilaufgaben unterteilt, welche getrennt voneinander dargestellt werden können. Anhand eines Farbcodes wird dem Nutzer die Dringlichkeit der Erledigung angezeigt.

b) Ein weiteres Feld auf dem die CEFIC mehrere Handreichungen erarbeitet hat ist der Bereich der Entwicklung von Expositionsszenarien und der Kommunikation in der Lieferkette. Dabei ist als zentrales Dokument ein Leitfaden erstellt worden.
Darin werden Vorschläge gemacht, wie allgemeine „generische“ Expositionsszenarien (GES) oder alternativ für spezielle Anwendungen und Lieferketten „spezifische“ Expositionsszenarien (SES) erarbeitet werden können. Die GES sollen in Kooperation mit Branchenverbänden erarbeitet werden und dann in Form einer Library verfügbar gemacht werden (in Kürze). Für die SES ist ein Dialogtool in Form eines Excel Arbeitsblatts erstellt worden, mit dem ein Hersteller/Importeur seine bekannten Angaben zu einem ES einem Nachgeschalteten Anwender übermitteln kann und dieser seine Abweichungen eintragen kann und als Antwort zurück sendet.
Der Prozess der Kommunikation in der Lieferkette ist zusätzlich als Spezifikation eines IT Tools beschrieben. Dieses Dokument ist öffentlich zugänglich und soll Programmierern als Grundlage für ihre Arbeit dienen, um eine möglichst harmonisierte IT Unterstützung zu erhalten. Die Programmierung eines solchen Tools obliegt jedem Interessenten selber. Möglicherweise wird der Markt entsprechende Softwarelösungen kommerziell in Kürze anbieten.

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3. IUCLID 5 CSR Plug-In veröffentlicht

Eine neue Zusatzfunktion für die IUCLID 5 Software wurde veröffentlicht. Diese ermöglicht Daten aus IUCLID 5 zu exportieren und für den Stoffsicherheitsbericht (Chemical Safety Report, CSR) verfügbar zu machen. Das Ausgabeformat der Anwendung wird eine rich text (rtf) Datei sein, die dann in allen üblichen Textverarbeitungsprogrammen genutzt und bearbeitet werden kann.

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4. Änderung Anhang IX von REACH

Mit der Verordnung (EG) Nr. 134/2009 der Kommission vom 16. Februar 2009 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) hinsichtlich Anhang XI werden die Kriterien für das expositionsbegründete Waiving genauer beschrieben.
Grundsätzlich ist danach expositionsbegründetes Waiving bei den folgenden Studien erlaubt:

  • Studien nach Anhang VIII, Nr. 8.6 und Nr. 8.7 (wiederholte Applikation/28-Tage-Test und Screening Reproduktionstoxizität)
  • Studien nach Anhang IX
  • Studien nach Anhang X

Dies gilt nur wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Es müssen eine angemessene Begründung und Expositionsszenarien vorliegen, anhand derer belegt werden kann, dass die Exposition vernachlässigbar ist oder deutlich unterhalb relevanter Schwellenwerte liegt.
  • Wenn der Stoff nicht in Erzeugnisse eingeht, kann der Nachweis streng kontrollierter Bedingungen wie bei Zwischenprodukten als Begründung herangezogen werden.
  • Wenn der Stoff Bestandteil von Erzeugnissen ist, so ist nachzuweisen, dass er durch technische Mittel streng eingeschlossen ist und nicht freigesetzt wird.

Greift ein Registrant auf expositionsbegründetes Waiving zurück, so muss er die Bedingungen an seine nachgeschalteten Anwender kommunizieren.

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5. Übersetzung wichtiger Dokumente durch die Bundesstelle für Chemikalien

Die Bundesstelle für Chemikalien hat zwei im Hinblick auf die Zusammenarbeit in den SIEFs wichtige Dokumente ins Deutsche übersetzt:
Leitfaden zur gemeinsamen Nutzung von Daten (PDF-Datei, 1.6 MB)
Dieses Dokument ist eine deutsche Übersetzung des Leitfadens „Guidance on data sharing“.
Deutsche Übersetzung des ECHA News Alerts vom 13. Februar 2009 "Sief – Key Principles" (PDF-Datei, 63 KB) (vergl. REACH-HH Newsletter 02/09)
Hier werden in knapper Form einige grundlegende Prinzipien der SIEF Bildung beschrieben, die das Management von SIEF's erleichtern sollen. Es werden nochmals die Aufgaben und die Legitimation der einzelnen Rollen im SIEF erklärt.

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6. ECHA veröffentlicht eine Webseite zu Sozioökonomischen Studien

Soziookonomische Studien (socio-economic analysis, SEA) sind Teil des Verfahrens im Rahmen der Beschränkung und Zulassung unter REACH. Sie werden genutzt Vor- und Nachteile einer Beschränkung oder Zulassung für einen Stoff zusammenzustellen und sind dann Basis für eine Entscheidung.
Das Portal bietet eine umfassende Linksammlung zu Daten, die in einer SEA genutzt werden können und die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Weitere Informationen zu SEA sind in den beiden ECHA Guidance Dokumenten Guidance document on socio-economic analysis in restriction  und Guidance document on socio-economic analysis in authorisation (noch nicht verfügbar) zu finden.

7. Übersicht von typischen Anwendungen der Kandidatenlistenstoffe der Wirtschaftkammer Österreich (WKO)

Die WKO hat eine Übersicht der Stoffe der Kandidatenliste und von typischen Anwendungen dieser Stoffe in Prozessen und Erzeugnissen zusammengestellt. Dies stellt für den Importeur oder Händler von Erzeugnissen eine gute Orientierungshilfe dar, ob ein Kandidatenlistenstoff in dem von ihm gehandelten Erzeugnis vorhanden sein könnte. Vielfach ist anhand der Art der Nutzung des Stoffes seine Anwesenheit nahezu auszuschließen. Im Einzelfall kann eine Prüfung dennoch sinnvoll sein, da eine solche Aufstellung niemals erschöpfend sein kann.

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8. Veranstaltung: Conference on EU and world-wide rules for classification, labelling and packaging of chemicals

EU Regulation on Classification, Labelling and Packaging (CLP) of substances and mixtures based on the UN Globally Harmonised System (GHS)

17 June 2009, Brussels,

Organised by the European Commission

Info und Anmeldung

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9. Veranstaltung: Das "Global Harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS)" und seine Implementierung in der EU durch die CLP-Verordnung

Termin:
7. Mai 2009, 10:30 bis 17:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund

Folgende Fragestellungen sollen schwerpunktmäßig behandelt werden:
•    Inhalte und Prinzipien der CLP-Verordnung und des GHS Systems
•    Wie ist die Verordnung aufgebaut?
•    Was hat sich im Vergleich zum bisherigen System verändert, insbesondere welche Kriterien, Kennzeichnung, Verpackung, Stofflisten?
•    Welche Übergangsfristen existieren?
Die Tagesordnung der Veranstaltung (PDF-Datei, 15 KB) kann hier heruntergeladen werden.

Teilnahmegebühr:
Die Teilnahme an der Informationsveranstaltung ist kostenfrei.

Veranstalter:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Kontakt (Organisation):
Elke Büdeker
Tel. 0231 9071-2322
Fax 0231 9071-2611
Link zur Online-Anmeldung

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