Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg – Newsletter, Ausgabe 2009-06

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg, ein Projekt, das von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg initiiert wird, um die Wirtschaftsakteure die der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach.hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

1. ECHA veröffentlicht die Entwürfe zur Überarbeitung der Leitlinien "Use Descriptor System" und "Ausnahmen nach Anhang V"

Am 17. Juni 09 hat die ECHA zwei Entwürfe von Überarbeitungen der Leitlinien R 12: Use descriptor system und der Leitlinie zum Umgang mit den Ausnahmen in Annex V veröffentlicht.
Im weiteren Prozess der Überarbeitung werden die Entwürfe nun der Reihe nach von folgenden Gremien diskutiert:

  • Konsultation in der Partner Expert Group (PEG)

  • Konsultation der ECHA Ausschüsse (Ausschuss der Mitgliedstaaten, Ausschuss für Risikobeurteilung, Ausschuss für sozioökonomische Analyse) und/oder des Forums (für die Umsetzung zuständige Behörden der Mitgliedstaaten)

  • Abschließende Konsultation durch die Europäische Kommission und der Behörden der Mitgliedsstaaten auf einem Treffen der zuständigen Behörden für REACH und CLP (Classification Labelling and Packaging of hazardous Substances) (Competent Authorities for REACH and CLP = CARACAL).

Gleichzeitig können aber auch alle anderen interessierten Kreise ihren Kommentar an die ECHA übermitteln (https://comments.echa.europa.eu/Comments/FeedbackGuidance.aspx)

Das Kapitel R12 der Leitlinie zu den Informationsanforderungen und zur Stoffsicherheitsbeurteilung beinhaltet das "use descriptor system", mit dem die identifizierten Verwendungen in der Lieferkette kommuniziert werden sollen. Es hat sich gezeigt, dass die bestehenden descriptoren nicht ausreichten. Sie wurden daher um weitere use descriptoren ergänzt, um den Anforderungen der Industrie gerecht zu werden und alle Anwendungen hinreichend beschreiben zu können. Zudem enthält die Leitlinie Beispiele, wie Anwendungen mit Hilfe der descriptoren beschrieben werden sollen.
Die aktuellen Änderungen sind auf Seite 4 des Dokuments zusammengefasst.

In der Leitlinie zu den Ausnahmen des Anhang V werden die einzelnen Ausnahmetatbestände des REACH Textes weiter konkretisiert und anhand von Beispielen erläutert. Zudem enthält der Leitfaden an einigen Stellen Beispiele für Fälle, in denen die ECHA die Ausnahmen als nicht gegeben sieht (z.B. synthetisches Glycerin oder Eisen als Resultat eines chemischen Herstellungsprozess)
Auf 42 Seiten werden die Sichtweisen der ECHA erklärt, was unter den Anhang V fällt.

Beide Dokumente können hier heruntergeladen werden.

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2. ECETOC TRA hat die Module "Arbeiter" und "Konsumenten" zum Download bereitgestellt

ECETOC ist ein wissenschaftliches Forum von Unternehmen der chemischen Industrie zur Erforschung und Beurteilung der Toxikologie und Ökotoxikologie von chemischen Stoffen.
Das ECETOC TRA Tool (Targeted Risk Assessment) wurde als ein Instrument zur Expositionsabschätzung erarbeitet, mit der in einer mehrstufigen ("tiered") Vorgehensweise die Exposition einer Anwendung errechnet und ein mögliches Risiko abgeschätzt werden kann. Im Schritt 1 (Tier 1) sind diese Annahmen zur Verwendung noch allgemein und konservativ, d.h. sie gehen eher von einer größeren Exposition aus. Das Tool kann auch von Nicht-Experten angewendet werden, z. B. um später zu überprüfen, ob die Anwendungsbedingungen im Expositionsszenario eingehalten werden.

Das TRA Tool besteht aus drei Expositionsabschätzungsmodellen für den Arbeitsplatz, den Konsumenten und die Umwelt. Im Juni wurden nun die ersten beiden Teile "Arbeiter" und "Konsumenten" des neuen überarbeiteten ECTOC TRA Tools bereitgestellt.
Die Modelle wurden in Form von separaten EXCEL Arbeitsblättern umgesetzt. Zukünftig werden auch alle drei Modelle in einem integrierten Arbeitsblatt bereitstehen. Damit wird es möglich sein, in einem Schritt eine Expositionsabschätzung für einen Stoff für den Arbeitsplatz, den Verbraucher und die Umwelt durchzuführen.
Außerdem wird es möglich sein, Berechnungen für bis zu 80 Stoffe und 60 unterschiedliche generische Expositionsszenarien gleichzeitig zu starten.
Wichtig ist, dass der Nutzer sich über die Möglichkeiten und die Grenzen der Modelle vor der Nutzung im Klaren ist. Der Prozess der Expositionsabschätzung muss immer einen weiteren Schritt der Expositionsbewertung nach sich ziehen. Diesen Schritt liefern die Modelle nicht.
Die Modelle können von der ECETOC Website heruntergeladen werden.

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3. Neue Stoffe zur harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien

Am 12.6.09 hat die ECHA eine zweite Liste mit 4 Substanzen für eine 45-tägige Kommentierungszeit zur harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung veröffentlicht. Die Kommentierungsphase endet am 27.Juli 2009

Für folgende Substanzen wurde eine Einstufung und Kennzeichnung vorgeschlagen:

Substance name

CAS number

EC number

Vorgeschlagene E&K
nach
Stoffrichtlinie
(CLP)

Di-tert-butyl peroxid*

110-05-4

203-733-6

Muta Cat 3; R68
(Muta 2 - H341)

Galliumarsenid

1303-00-0

215-114-8

T; R48/23 Repro. Cat. 2; R60 Carc. Cat 3; R40
(STOT Rep. 1 - H372 Repr. 1B - H360F Carc. 2 - H351)

Indiumphosphid

22398-80-7

244-959-5

Carc. Cat 2; R45 Repr. Cat.3; R62 T; R48/23
(Carc. 1B - H350 Repr. 2 - H361f STOT Rep. 1 - H372)

Trixylylphosphat

25155-23-1

246-677-8

Repr. Cat.2; R60
(Repr. 1B - H360)

*für diesen Stoff soll die bestehende Einstufung und Kennzeichnung ergänzt werden.

Die vorgeschlagene Einstufung und die Begründungsdokumente finden sich auf der ECHA Webseite.

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4. ECHA veröffentlicht Kurzhilfe "Guidance in a Nutshell" als schnelle Informationsquelle zu REACH Themen

Als Alternative zu den umfangreichen Leitlinien, hat die ECHA jetzt kurze Informationsblätter, die sogenannten "Guidance in a Nutshell" veröffentlicht.

Zurzeit liegen zwei dieser Kurz-Leitlinien vor, die "Guidance in a nutshell on requirements for substances in articles" und die "Guidance in a nutshell on registration data and dossier handling". Mit jeweils 16 bzw. 25 Seiten sind diese Kurzleitfäden wesentlich kürzer als die eigentlichen Leitlinien. Der Nutzer soll die Möglichkeit haben, schnell in ein Thema einsteigen zu können und die Betroffenheit seines Unternehmens zu klären. Für weiterführende Informationen wird dann der Wechsel zu den ausführlicheren Leitlinien notwendig. Die ersten veröffentlichten Dokumente sind leider nur in englischer Sprache verfügbar, es wird aber auf der ECHA Internetseite angekündigt, sie in alle offiziellen EU Sprachen zu übersetzen.
(http://guidance.echa.europa.eu/guidance2_en.htm)

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5. Handlungsanleitung für die Umsetzung der REACH-Verordnung im Arbeitsschutz

Der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) hat im März die "Handlungsanleitung für die Umsetzung der REACH-Verordnung im Arbeitsschutz" veröffentlicht.
Dabei handelt es sich um einen Leitfaden mit Checkliste für Vollzugsbehörden, mit denen der Vollzugsbeamte Vor-Ort eine Überprüfung hinsichtlich des Arbeitsschutzes unter RAECH durchführen kann.
Dieser Leitfaden soll dazu beitragen, ein einheitliches Vorgehen der Überwachungsbehörden in den Bundesländern zu erreichen. Hauptaugenmerk wird hierbei auf die Wechselbeziehung von Sicherheitsdatenblatt, Stoffsicherheitsbericht und Gefährdungsbeurteilung gelegt. Mit verschiedenen Checklisten, wie z.B. zum Sicherheitsdatenblatt oder zur Gefährdungsbeurteilung sollen auch Unternehmen eine Orientierungshilfe bei der Umsetzung der REACH-Verordnung erhalten. Die Handlungsanleitung kann als pdf-Dokument heruntergeladen werden.

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6.CEFIC veröffentlicht einen Leitfaden zur Joint Submission bei REACH-IT

CEFIC der Verband der Europäischen Chemischen Industrie hat einen Leitfaden veröffentlicht, um den Vorgang der gemeinsamen Registrierung nach der REACH-Verordnung zu verdeutlichen.

Anhand von Screen-Shots des REACH-IT Portals der ECHA, wird eine Schritt-für-Schritt-Anleitung der Dossierübermittlung dargestellt. Es wird auf die besondere Rolle des federführenden Registranten (lead registrant) eingegangen und auf die zeitliche Abfolge des gemeinsamen Registrierungsprozesses (joint submission). Insgesamt Umfasst das Dokument 15 Seiten.
Wichtig ist, die Dossiers frühzeitig vorzubereiten, da auf Seite der ECHA zunächst eine Prüfung des gemeinsamen Dossiers erfolgen wird und erst dann die weiteren Teilnehmer der gemeinsamen Registrierung ihre individuellen Teile einreichen können. Um ggf. noch Änderungen im gemeinsamen Dossier vornehmen zu können, sollte es ca. sechs Monate früher übergeben werden, damit die individuellen Registranten ebenfalls die Frist einhalten können. CEFIC weist daraufhin, dass demnach 2009 die meisten REACH-Registrierungsdossiers vorzubereiten sind. Der Leitfaden kann als pdf-Dokument heruntergeladen werden.

7. Nachgeschaltete Anwender veröffentlichen einen REACH Verhaltenskodex für Konsortien

Eine Gruppe großer nachgeschalteter Anwender (L'Oreal, Unilever and Procter & Gamble) haben in Zusammenarbeit mit der Rechtsberatungsfirma Mayer Brown einen Verhaltenskodex entworfen, um faire Bedingungen im Umgang mit Konsortialvereinbarungen und den Interessen anderer SIEF Teilnehmer zu unterstützen.
Ein zentrales Element ist die Umsetzung der REACH Pflicht in den SIEFs den Umgang fair, transparent und nicht-diskriminierend zu gestalten. Zudem müssen die Anforderungen des EU Wettbewerbsrechts erfüllt sein.
Der Kodex ist auf der Internetseite des Informationsportals Chemical Watch als pdf-Dokument erhältlich.

8. Die Dokumentation einer Veranstaltung der europäischen Kommission zum Thema Classification, Labelling and Packaging (CLP) von Stoffen und Gemischen (vormalig Zubereitungen)

Am 17. Juni 09 fand in Brüssel eine Veranstaltung zum Thema Einstufung und Kennzeichnung nach der neuen CLP Verordnung statt. Die CLP Verordnung ist am Ende des Jahres 2008 in Kraft getreten und gilt als europäische Verordnung automatisch in allen Mitgliedsstaaten der EU mit sofortiger Wirkung, ohne Umsetzung in nationales Recht. CLP wird in den nächsten Jahren mit Ablauf unterschiedlicher Übergangsfristen eine Reihe bestehender EU Richtlinien ablösen (z.B. die Stoff-RL 67/548/EWG und die Zubereitungs-RL 1999/45/EG). Sie bildet gemeinsam mit REACH den Rahmen des europäischen Chemikalienrechts.
Die Vortragsfolien der Veranstaltung können heruntergeladen werden.

9. Umwandlungstool zur Einstufung und Kennzeichnung gemäß der CLP (Classification, Labelling and Packaging von Stoffen und Gemischen) Verordnung im Gefahrstoffinformationssystem der BG Chemie

Die Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie betreibt auf ihrer Internetseite das Portal GisChem . Der nutzer findet hier Informationen zu chemischen Stoffen, die er für den täglichen Gebrauch im Arbeitsschutz und Umweltschutz nutzen kann.
Eine neue Funktion dieses Portals ist ein Umwandlungstool, mit dem die Kennzeichen, R- und S-Sätze des alten Stoffkennzeichnungssystems in die des neuen europäische CLP Systems übersetzt werden können. Das System hat zwar noch einige Einschränkungen bei der Anwendung auf Zubereitungen, aber ist ein nützliches Tool sich in der Übergangsphase zu CLP schon mit dem neuen System von Symbolen, Hazard Staements (H-Sätze statt der R-Sätze) und Precautionary-Statements (P-Sätze statt der S-Sätze) vertraut zu machen. Vor der Nutzung sollte man die Nutzungsbedingungen genau lesen. Hier geht es zum Tool

10. Veranstaltung in der Reihe des Umweltbundesamts "REACH in der Praxis"

Der Fachworkshop Nr. 6: Identifizierung und angemessene Kontrolle von besonders besorgniserregenden Stoffen.
Termin: 09. 07. 2009
Veranstaltungsort, Umweltbundesamt, Dessau

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Teilnehmerzahl ist auf 60 Personen beschränkt.

Eine Anmeldung ist online möglich.