Herzlich Willkommen bei REACH Hamburg

REACH Hamburg – Newsletter, Ausgabe 2009-07

Liebe Leserinnen und Leser des REACH Hamburg Newsletters,

dieser Newsletter ist ein Service des Projektes REACH Hamburg, ein Projekt, das von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg initiiert wird, um die Wirtschaftsakteure die der Umsetzung der neuen Europäischen Chemikalienverordnung REACH zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Projekt und den Beteiligten finden Sie unter www.reach.hamburg.de

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, senden Sie uns eine E-Mail: reach-hamburg@oekopol.de

Der REACH Hamburg Newsletter wurde erstmalig mit der Ausgabe 6/08 im html Format versendet. Sollten sie das Textformat vorziehen, können sie diese Änderung hier einrichten.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

1. ECHA veröffentlicht einen neuen Vorschlag für ein Format für Expositionsszenarien

Die ECHA hat einen überarbeiteten Entwurf für das Format der Standardexpositionsszenarien (ES) veröffentlicht, der jetzt noch von den Experten der sogenannten Partner Expert Group (PEG) diskutiert wird. Allerdings weist die ECHA bereits in der Einleitung darauf hin, dass die Benutzung dieses Formates nicht zwingend ist. Hersteller / Importeure von Stoffen aber auch nachgeschaltete Anwender können die unter REACH notwendigen Informationen zur sicheren Verwendung in einem anderen Format kommunizieren, z. B. können bestimmte Informationen weggelassen werden, wenn sie unnötig sind oder zusätzliche Informationen in einem Anhang ergänzt werden.
Das neue Format hat nun nur noch 4 statt vorher 9 Kapitel und die Informationen sind etwas anders in diesen Kapiteln strukturiert.

1.    Kurztitel mit Freitext und Nennung der Use Deskriptoren, Prozess der abgedeckt wird und Methode, mit der die sichere Verwendung beurteilt wurde.

2.    Anwendungsbedingungen und Risikomanagementmaßnahmen

a.    Prozessbedingungen (z. B. Dauer und Häufigkeit der Verwendung, Verarbeitungstemperatur und –verfahren) und Maßnahmen zum Arbeitsschutz bzw. Verbraucherschutz à Kontrolle der Exposition

i.    die hier vorgegebenen Überschriften wurden aus der Agenzien-Richtlinie (Richtlinie 98/24/EG) übernommen; diese wurden im Schutzstufenkonzept umgesetzt!

b.    Prozessbedingungen (z. B. eingesetzte Menge, Ort der Anwendung) und Maßnahmen zum Umweltschutz à Kontrolle der Umweltexposition

i.     hier wurde sortiert nach: Vermeidung an der Quellen zu Maßnahmen am Ende des Prozesses (end-of-pipe, z. B. Abwasserbehandlung)

3.    Expositionsabschätzung und verwendete Methode

a.    Hier kann auch auf eine Internetseite verwiesen werden, die die nötigen Informationen enthält!

4.    Anleitung, wie ein nachgeschaltete Anwender prüfen kann, ob seine Anwendung im vorgegebenen sicheren Rahmen liegt

Eine besondere Neuerung ist außerdem, dass es nun 4 Formate für unterschiedliche Aktivitäten gibt:

  • Verwendung von Stoffen durch Arbeiter (mit Verwendungsbedingungen, die den Arbeitsschutz und Umweltschutz bei der industriellen und gewerblichen Verwendung sicher stellen)
  • Verwendung von Stoffen durch Verbraucher (mit Verwendungsbedingungen, mit denen der Verbraucherschutz und Umweltschutz sicher gestellt wird)
  • Verwendung von Stoffen in Erzeugnissen in der Nutzungsdauer und folgender Abfallphase (service life) aus der Verwendung durch nachgeschaltete Anwender (industriell/gewerblich mit Arbeitsschutz und Umweltschutz
  • Verwendung von Stoffen in Erzeugnissen in der Nutzungsdauer und folgender Abfallphase (service life) aus der Verwendung durch nachgeschaltete Anwender (private Anwender, mit Verbraucherschutz und Umweltschutz)

Bei den beiden letztgenannten wird davon ausgegangen, dass eine Nutzung von trocknen/ausgehärteten Gemischen auf Oberflächen von Erzeugnissen stattfindet (z. B. als Beschichtung auf einem Auto), zwischen zwei Erzeugnissen (als Klebstoff) oder eingebunden in einer Matrix (z. B. als Farbstoff in einem Kunststoff).
Hier kann der Entwurf heruntergeladen werden.

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2. ECHA veröffentlicht die erste Entscheidung zu einer harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung eines Stoffes

Am 6. Juli 2009 hat die ECHA die Entscheidung des Komitees für Risikobeurteilung veröffentlicht demzufolge Diantimon Trioxid (DAT) nicht als hautreizend eingestuft wird und diese Entscheidung der Kommission mitgeteilt wird. Die schwedische Behörde hatte einen Antrag dafür eingereicht. Nach einer öffentlichen Konsultation wurde entschieden, dass die Daten für eine Einstufung nicht ausreichend seien, denn neben der reinen Exposition waren auch Hitze und Schweiß am Arbeitsplatz Faktoren die zu einer Hautreizung führten. Außerdem war nicht klar belegt, ob die betroffenen Arbeitnehmer auch noch anderen Stoffen ausgesetzt waren, die zu einer Hautreizung beigetragen haben.

Hier kann das entsprechende Dokument heruntergeladen werden.

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3. Neue Informationen der ECHA zu Risiko und Gefährlichkeit von Stoffen erhältlich

Für Stoffe, deren Informationssammlung und Bewertung im ehemaligen Altstoffbewertungsprogramm (Verordnung 793/93/EG zur Bewertung und Kontrolle der Umweltrisiken chemischer Altstoffe) bis zum 1. Juni 2008 noch nicht abgeschlossen waren, wurden in REACH Artikel 136 Übergangsmaßnahmen verankert.

Im Rahmen des Altstoffbewertungsprogramms waren Hersteller und Importeure priorisierter Stoffe aufgefordert worden, Daten an die zuständigen Behörden (Berichterstatter) der Mitgliedstaaten zu liefern, die belegen bzw. widerlegen, dass es sich um PBT-Stoffe handelt und wie die Risiken aus der Verwendung gemindert werden können.

Insgesamt sind 29 Stoffe von den Übergangsmaßnahmen betroffen. Für diese haben die Berichterstatter jetzt umfangreiche Information wie z. B. Anhang XV-Dossiers, Berichte zur Risikobewertung und Strategien zur Risikominderung vorgelegt. Für einige Stoffe (Kupfer- und Bleiverbindungen) wurden durch Verbände wie das European Copper Institute und die Lead Development Association International freiwillige Risikobeurteilungsberichte erstellt.

Wo nötig, werden Empfehlungen zur Risikominderungen gegeben. Dies sind nützliche Informationen für Registranten, die planen diese Stoffe zu registrieren sowie für die Mitgliedstaaten, die Bedenken bei der Herstellung und Verwendung der Stoffe haben.

Für weitere 16 Stoffe, die aufgrund der hohen Produktionsmengen priorisiert wurden, hat die ECHA jetzt ebenfalls zuständige Behörden der Mitgliedstaaten ausgewählt, die für die weitere Bewertung zuständig sein sollen.
Hier geht es zur Veröffentlichung der ECHA

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4. ECHA bietet Workshops für "federführende Registranten" an

Um die Arbeit in den SIEFs zu unterstützen, bietet die ECHA am 11. September in Brüssel einen Workshop nur für "federführende Registranten" (Lead Registrant) an. Themen s

  • Beste Praxis zum Vorgehen im SIEF – ein SIEF formieren und managen
  • Erstellung von Registrierungsdossiers
  • Feedback zu Informationsanforderungen

Weitere Informationen finden Sie unter:

REACH– Suggestions for topics for the workshop

Lead registrant nomination on ECHA website

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5. Cefic veröffentlich einen Leitfaden zur Erstellung von generischen Expositionsszenarien

Es hat sich herausgestellt, dass die Entwicklung von generischen (=allgemeinen) Expositionsszenarien (GES) ein praktikabler Weg für die Kommunikation über Verwendungen in der Lieferkette sind. In dem, jetzt von der CEFIC zur Verfügung gestellten, Leitfaden wird der Ablauf beschrieben, der für Hersteller und Importeure von Stoffen in Zusammenarbeit mit ihren Fachverbänden und den Verbänden der Nachgeschalteten Anwender verfolgt werden sollte.

Die Hauptschritte im Ablauf umfassen:

  • Mapping: Erstellung eines Inventars der bekannten Verwendung mit den wahrscheinlichen Anwendungsbedingungen
  • Beschreibung der typischen Anwendungsbedingungen und Risikomanagementmaßnahmen (RMM)
  • Ermittlung der wahrscheinlichen Exposition für alle Verwendungen und alle Lebenszyklusphasen (mit dem Tool ECETOC TRA)
  • Überprüfung, ob die RMM angemessen sind, um das Risiko zu beherrschen (Vergleich der errechneten Expositionshöhe mit DNEL und PNEC)
  • Zusammenfassung der RMM für ein generisches ES
  • Beschreibung in welchen Anwendungsgebieten das GES angewendet werden kann
  • Auswahl der relevanten GES für die Registrierung
  • Benennung der GES mit Produktnamen


Einige Formate (Templates) für das Mapping der Verwendungen, die den Datentransfer in IT-Systeme wie das Tool der ECHA, das zur Übermittlung der Stoffsicherheitsbeurteilung entwickelt wird (CSA-Tool), unterstützen sollen, sind noch nicht fertig. Sie sollen aber demnächst zur Verfügung gestellt werden.

Die entsprechende Veröffentlichung von Cefic finden sie hier.

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6. Cefic veröffentlich einen Vorschlag zur Vorgehensweise bei der Konsolidierung von ES für Gemische

Der von Cefic vorgestellte Vorschlag beschreibt, wie bei der Konsolidierung mehrer Expositionsszenarien (ES) zu einem ES für ein Gemisch, das mehrere gefährliche Stoffe enthält, vorgegangen werden kann. Der Ansatz stammt aus der Zubereitungsrichtlinie (Dangerous Preparations Directive - DPD) und wird daher als DPD+-Methode bezeichnet.

Dieser Ansatz ist eine weitere, zu der im ECHA Leitfaden für Nachgeschaltete Anwender bereits vorgestellten Methode (Kapitel 7.1 und 7.13, nach der die kritische Komponente in einer Zubereitung identifiziert wird), die aber noch weiter zu verfeinern ist.

Ansatz ist, wie bei der Einstufung von Gemischen, die jeweilige Leitsubstanz für die relevanten Expositionswege menschliche Gesundheit und Umwelt zu bestimmen.

Die entsprechende Veröffentlichung von Cefic finden sie hier.

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7. BAUA kündigt neue Veranstaltungsreihe "REACH für Anwender – Praktische Aspekte" an

In dieser Veranstaltungsreihe bietet der REACH-Helpdesk der BAUA gemeinsam mit dem Fachbereich "Gefahrstoffe und biologische Arbeitsstoffe" Veranstaltungen in Dortmund zu den folgenden Themen an:

  • Registrierungsdossier (17. September 2009)
  • Expositionsabschätzung (13. Oktober 2009)
  • Informationspflichten (3. Dezember 2009)


Weitere Informationen und Anmeldung unter:

http://www.reach-helpdesk.de

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